Samerberg/Törwang – Bei strahlendem Frühsommerwetter versammelten sich heute zahlreiche Gläubige aus allen Ortsteilen des Samerbergs zur Fronleichnamsprozession der Pfarrei „Mariä Himmelfahrt“ in Törwang. Nach dem feierlichen Gottesdienst in der Pfarrkirche setzte sich ein langer, farbenprächtiger Zug in Bewegung: hinaus aus dem Dorf, vorbei an geschmückten Wegaltären und hinauf zur Aussichtskapelle in Obereck – einem der wohl eindrucksvollsten Orte, an denen dieses Hochfest in der Region gefeiert werden kann.

Unter dem Baldachin trug Diakon Günter Schmitzberger die Monstranz mit dem Allerheiligsten. Begleitet wurde er von Ministranten, den Samerberger Gebirgsschützen, den diesjährigen Erstkommunionkindern sowie zahlreichen Fahnenabordnungen der örtlichen Vereine. Auch Feuerwehren, Schützen und Trachtenvereine gaben der Prozession in vollständiger Montur einen würdigen und festlichen Rahmen. Die Musikkapelle Samerberg sorgte für die musikalische Gestaltung, Kirchenchor und Gemeinde stimmten die traditionellen Fronleichnamslieder an.

Besonders eindrucksvoll zeigte sich die Prozession auf dem Weg hinauf nach Obereck. Vor der Kulisse der grünen Wiesen, der Samerberger Dörfer und der nahen Berge wurde sichtbar, was Fronleichnam im Kern bedeutet: Der Glaube bleibt nicht im Kirchenraum, sondern geht hinaus zu den Menschen – auf die Straßen, auf die Wege des Alltags, mitten hinein in die Heimat.

An den Wegaltären wurden Evangelientexte vorgetragen und Fürbitten gesprochen. Immer wieder hielt die Prozession inne, um Segen zu erbitten für die Menschen, die Familien, die Vereine, die Landwirtschaft und die ganze Gemeinde. Das traditionelle Böllerschießen der Gebirgsschützen verlieh dem Fest zusätzlich einen feierlichen, weithin hörbaren Akzent.

Den Höhepunkt bildete die letzte Station am Feldaltar bei der Aussichtskapelle in Obereck. Unter weiß-blauem Himmel versammelten sich dort die Gläubigen, Fahnenabordnungen und Vereine zu einem eindrucksvollen Bild gelebter Volksfrömmigkeit. Der Blick reichte weit über das Rosenheimer Land bis hinüber zu den Bergen – eine Kulisse, die den festlichen Charakter dieses Tages noch einmal besonders unterstrich.

Diakon Schmitzberger erinnerte in seiner Ansprache daran, dass Fronleichnam ein sichtbares Zeichen der Gegenwart Christi unter den Menschen sei. Nicht verborgen hinter Mauern, sondern dort, wo das Leben stattfindet: auf den Straßen, in den Dörfern, in der Gemeinschaft und im Miteinander.

So wurde die Fronleichnamsprozession auf dem Samerberg auch in diesem Jahr zu einem starken Ausdruck von Glauben, Tradition und Zusammenhalt. Zwischen Kirchenliedern, Fahnen, Trachten, Gebet und dem weiten Blick über die Heimat zeigte sich ein Fest, das weit mehr ist als Brauchtum: ein öffentliches Bekenntnis, getragen von vielen Menschen, die ihrer Pfarrei, ihrer Gemeinde und ihrem Glauben sichtbar verbunden sind.

Fotos: Rainer Nitzsche

 

 

 

 

 


Redaktion

Rainer Nitzsche

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