Land- & Forstwirtschaft

Frauen gestalten Landwirtschaft

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger
Frauen prägen die bayerische Landwirtschaft – in den Familien, auf den Höfen, im Ehrenamt sowie in Politik und Gesellschaft. Anlässlich des Internationalen Jahres der Landwirtin 2026 präsentieren die Landfrauen im Bayerischen Landtag die Vielfalt ihres Engagements. Auf Einladung von Landtagspräsidentin Ilse Aigner geben 13 Themenstationen Einblicke in die Lebens- und Arbeitswelt von Frauen in der Landwirtschaft.

Das Bayerische Landwirtschaftsministerium hat dafür seine Ausstellung zum UN-Jahr zur Verfügung gestellt und präsentiert mit sieben Hofporträts die Vielfalt von Betriebsleiterinnen im Freistaat. Landtagspräsidentin Ilse Aigner: „Ich halte das UN-Jahr der Landwirtin für eine wichtige Initiative, weil es die Chance bietet, Frauen in der Landwirtschaft stärker in das öffentliche Bewusstsein zu rücken: Frauen sind das Rückgrat vieler landwirtschaftlicher Betriebe.“

Die Landfrauen zeigen die ganze Bandbreite der Themen, die Frauen in der Landwirtschaft bewegen: Frauengesundheit, Vereinbarkeit von Familie und Betrieb, Hofnachfolge, unternehmerische Entwicklung und regionale Ernährung gehören ebenso dazu wie soziale Landwirtschaft, Bildungsangebote, Ehrenamt und internationales Engagement. „Das UN-Jahr rückt die Bedeutung der Frauen in der Landwirtschaft weltweit und auch bei uns in Bayern in den Mittelpunkt. Wir wollen diese Chance nutzen, um sichtbar zu machen, was Frauen auf den Höfen und darüber hinaus leisten“, erklärt Landesbäuerin Christine Singer. „Landwirtschaft ist ohne starke Frauen nicht denkbar.“

Dem stimmt die Stellvertretende Vorsitzende des Landwirtschaftsausschusses Petra Högl zu: „Landfrauen und Bäuerinnen sind die Leistungsträgerinnen auf den Höfen. Gerade bei Ernährungsfragen bringen sie viel Erfahrung und Wissen mit, welches sie etwa beim Bildungsprojekt „Landfrauen machen Schule“ weitergeben. Dort zeigen sie Kindern, wo und wie Lebensmittel entstehen, vermitteln Wissen über gesunde Ernährung und schaffen Wertschätzung für die Landwirtschaft. Das UN-Jahr der Landwirtin macht ihre Leistungen noch sichtbarer.“ Ein Schwerpunkt der Ausstellung liegt auf den Zukunftsperspektiven junger Landwirtinnen. Angesichts anstehender Hofübergaben brauche es Rahmenbedingungen, die Frauen und Männern gleichermaßen eine Zukunft auf dem Hof ermöglichen. Dazu zählen aus Sicht der Landfrauen unter anderem Lücken beim Mutterschutz für Selbstständige zu schließen, eine verlässliche Betriebshilfe und eine gute Hebammenversorgung im ländlichen Raum. Bei 43 Prozent der Betriebe in Bayern steht in den kommenden Jahren die Frage der Hofnachfolge an.

Auch der Unternehmergeist der Frauen wird sichtbar: Beispiele aus den Regierungsbezirken zeigen innovative Betriebskonzepte der Direktvermarktung, von Hofläden mit regionalen Lebensmitteln bis hin zu Sojaanbau und Tofuherstellung. Die Landfrauen werben dabei für weniger Bürokratie, passende Beratungs- und Bildungsangebote sowie Fördermöglichkeiten auch für kleinere Projekte. „Frauen gestalten die Landwirtschaft aktiv mit als Betriebsleiterinnen, Mitunternehmerinnen, Ideengeberinnen und starke Stimmen im ländlichen Raum. Damit sie dieses Potenzial noch stärker einbringen können, brauchen sie gute und verlässliche Rahmenbedingungen“, so die Landesbäuerin.

Darüber hinaus machen die Landfrauen auf ihre gesellschaftliche Verantwortung aufmerksam. Sie vermitteln Kindern und Erwachsenen Wissen über Ernährung, Landwirtschaft und Alltagskompetenzen, engagieren sich ehrenamtlich in ihren Regionen und unterstützen Frauen in Afrika beim Aufbau eigener wirtschaftlicher Perspektiven. Auch die Bedeutung der Hauswirtschaft wird thematisiert: „Hauswirtschaft ist systemrelevant. Sie hält unsere Gesellschaft zusammen“, betont Singer.

Mit der Ausstellung wollen die Landfrauen zugleich ihre Stimme in die politische Diskussion einbringen. „Eine starke Landwirtschaft braucht die Sichtweise beider Geschlechter, von Männern und von Frauen. Gemeinsam können wir mehr erreichen und die Landwirtschaft in eine gute Zukunft führen“, sagt Landesbäuerin Singer.

Bericht und Bilder: BBV


Redaktion

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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