Leitartikel

Film: 2 Schusslöcher im Mantel des Königs

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Zum Film von Klaus Bichlmeier  Ludwig II. – Unerhörtes ist geschehen!“    2 Schusslöcher im Mantel des Königs König Ludwig II mit seinem Mantel.

Angefangen hat es 2015 als der Filmregisseur seinen neuen Ludwig Film im Fernsehen bei Bayern 3 vorstellte. Nach der Sendung rief mich am nächsten Tag eine Frau aus dem Allgäu an und meinte : „Ich kenne einen  älteren Herrn, der über den Todesmantel des Königs Einiges zu sagen hat. Es ist Thomas Beyhl aus Bad Aibling“.Den Herrn ließ ich nicht lange warten und rief ihn sofort an. Ich hatte Glück. Er war gleich am Apparat und sehr aufgeschlossen zu meinem neuen Filmvorhaben. Wir vereinbarten einen Termin und schon gab es einen regen Gedankenaustausch. Herr Beyhl erzählte mir folgendes:

„Ich bin seit Kindheit aufgewachsen auf Schloss Nymphenburg. Das kam daher, weil mein Vater Joseph Beyhl bei den Wittelsbachern als Maler angestellt war. Ich lernte dann ebenfalls Maler und trat in die Fußstapfen meines Vaters. So übte ich das Handwerk  zusammen mit dem Vater Jahrzehnte lang aus. Eine Tages, im Jahr 1961, hielt vor unserer Haustür, auf Nymphenburg Nr. 6 ein blauer Opel Kapitän. Es stieg aus Herr Schulze, der bei den Wittelsbacher als Chaffeur angestellt war. Er fragte nach dem Schlüssel für den Waschraum. Darin stand nämlich ein alter Heizofen, den man noch mit Holz befeuern mußte. Unter dem Arm hatte er einige Kartons,. Er sollte den Inhalt der Kartons verbrennen. Und das alles soll geheim bleiben. Mein Vater und ich gingen in die Waschküche mit den Kartons. Es waren darin auch etliche Briefe des Königs, die mein Vater retten sollte. Doch der Chauffeur  Kunze mußte tunlichst schauen, dass alles verbrannt wurde. In einem Karton war auch Kleidung vom König. Als er den Mantel ausbreitete, rief mein Vater ganz entsetzt. Da sind ja 2  Durchschußlöcher drin. Ich kenn das ganz genau, denn im 1. Weltkrieg war ich bei den Sanitätern.“

Dem Herrn Kunze war das egal, er mußte seinen Auftrag der Vernichtung des ganzen Nachlasses erfüllen. So verschwand Stück für Stück im munter brennenden  Ofen  des Waschkessels. Seitdem gilt der Mantel, den er bei den tödlichen Schüssen anhatte, als verschollen.

Der Mantel wurde 1960 auch gesichtet durch eine Anwohnerin aus Prien: Gertraud Utermühl. Sie hat damals auch eine eidesstattliche Erklärung über den Mantel abgegeben. Wer kannte Frau Utermühl oder wer kann dazu etwas sagen. Info bitte an email: a-1-filmtechnik.de .

Den neuen Film , „Ludwig II. – Unerhörtes ist geschehen!“ sehen sie als Premiere am 14.6.2026 im Donisl München. Der Eintritt beträgt € 10,–

Bericht und Bilder: Regisseur Klaus Bichlmeier



Redaktion

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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