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“Europäer” Bernd Posselt wird 70

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Der Münchner Außen- und Europapolitiker Bernd Posselt, Präsident der überparteilichen Paneuropa-Union Deutschland und seit 26 Jahren Mitglied des CSU-Parteivorstandes, wird am 4. Juni siebzig Jahre alt. Er vertrat Bayern von 1994 bis 2014 im Europäischen Parlament. Der Sohn eines Sudetendeutschen aus dem nordböhmischen Gablonz an der Neiße und einer Steirerin aus Graz machte zuletzt Schlagzeilen, weil er mit dem Sudetendeutschen Tag in Brünn an Pfingsten das erste Jahrestreffen der nach dem Zweiten Weltkrieg vertriebenen Volksgruppe in deren Wurzelheimat in der Tschechischen Republik abhielt.

Der gelernte Tageszeitungsjournalist betätigte sich von 1978 bis 1994 als Pressesprecher und engster politischer Mitarbeiter des österreichischen Kaisersohnes Otto von Habsburg und organisierte für diesen 1979 den ersten Europawahlkampf der Geschichte.

Im Präsidium der internationalen Paneuropa-Union, die Otto von Habsburg jahrzehntelang leitete, übernahm Posselt die Aufgabe eines Beauftragten für die unterdrückten Völker hinter dem Eisernen Vorhang. Er knüpfte Kontakte zu den dortigen Freiheits- und Menschenrechtsbewegungen. die von der Paneuropa-Union massiv unterstützt wurden. Von 1989 bis 1991 nahm Posselt aktiv an den demokratischen Revolutionen in Ungarn, der Tschechoslowakei, den Baltischen Staaten und in mehreren anderen Ostblockländern teil. Anschließend setzte er sich in besonderer Weise für die Freiheit der Völker im zerbrechenden Jugoslawien ein. Dafür wurde er später von der Republik Kroatien mit dem Titel “Ausländischer Mitbegründer der kroatischen Staatlichkeit” und von der Republik Kosovo mit dem Ibrahim-Rugova-Orden ausgezeichnet.

Als Förderer der ukrainischen Freiheit und Unterstützer russischer Menschenrechtler wurde er 2015 gemeinsam mit 88 anderen Europäern von Wladimir Putin persönlich mit einem Einreiseverbot nach Rußland belegt.

Im Europäischen Parlament lagen seine Arbeitsschwerpunkte in der Außen-, Erweiterungs- und Menschenrechtspolitik sowie beim Engagement für christliche Grundwerte, bioethische Prinzipien und den interreligiösen Dialog. In der zweiten Hälfte der neunziger Jahre stand er an der Spitze der Interfraktionellen Arbeitsgruppe für Minderheitenfragen, in die er sich heute noch beratend einbringt.

In der weltweit verstreuten Volksgruppe der Sudetendeutschen übernahm Posselt im Jahr 2000 die Funktion des Bundesvorsitzenden der Sudetendeutschen Landsmannschaft und 2008 das Amt des “Sprechers”, also des obersten politischen Repräsentanten dieser Gemeinschaft, die von der Bayerischen Staatsregierung seit den fünfziger Jahren als “Vierter bayerischer Stamm” anerkannt wird. Zudem ist Posselt bayerischer Landesvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft “Union der Vertriebenen und Aussiedler” in der CSU.

Auch seit seinem Ausscheiden aus dem Europäischen Parlament 2014 kämpft er als Kolumnist, Buchautor, Redner und Paneuropa-Präsident für die Weiterentwicklung der EU zu einem Europäischen Bundesstaat mit gemeinschaftlicher Außen- und Verteidigungspolitik, einem starken Europaparlament und einem supranationalen Institutionengefüge. Wegen seines vehementen Anti-Nationalismus wurde er in verschiedenen Medien mehrfach als “Handlungsreisender in Sachen Völkerverständigung” tituliert.

Weitere Informationen finden Sie auf der Website www.bernd-posselt.de.
Fotos: Hötzelsperger (Erinnerungen an Besuch bei der CSU in Prien a. Chiemsee) /  Porträtfoto: Paneuropa-Archiv.


Redaktion

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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