Kirche

Einladung: Primizfeier und Festzug in Übersee

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Ein großes Ereignis, auf das sich nicht nur die katholische Pfarrgemeinde in Übersee freut, wird am kommenden Sonntag, 28. Juni, in Übersee gefeiert und bereits am Samstag, 27. Juni, im Regensburger Dom: Klaus Schülein wird durch den Regensburger Bischof Dr. Rudolf Voderholzer zum Priester geweiht, wofür eine Busfahrt nach Regensburg vom Pfarrbüro in Übersee organisiert wurde.

Schon am nächsten Tag aber kehrt Schülein in seine Heimatgemeinde zurück um hier in der Pfarrkirche St. Nikolaus um 9.30 Uhr seine Primiz zu feiern, das heißt die erste Heilige Messfeier. Im Anschluss zieht ein Festzug zur Turnhalle, wo das gemeinsame Primizmahl stattfindet. Am Nachmittag wird um 15.30 Uhr eine Dankandacht in der Pfarrkirche den feierlichen Abschluss dieses Festtags bilden, wobei der Einzelprimizsegen erteilt wird.

Klaus Schülein wurde ausgerechnet an Weihnachten – am 24. Dezember 1994 – als zweiter Sohn von Julia und Peter Schülein in Bad Reichenhall geboren. Es folgten noch zwei Schwestern. Klaus wuchs erst in Mühldorf am Inn und Inzell auf, wo er den Kindergarten besuchte und auch die erste Klasse Grundschule. 2002 ging die Ehe der Eltern auseinander. 2002 zog die Mutter mit ihren vier Kindern nach Übersee, wo Klaus ab der 2. bis zur 5. Klasse Grund- und Hauptschule absolvierte und auch beim Trachtenverein Übersee-Feldwies aktiv war. Die Wohnung befand sich in der Feldwieser Straße , aber Lebensmittelpunkt für Klaus und die Familie war der Gamerhof, denn in Stefan Genghammer hatte Julia Schülein einen neuen Lebenspartner gefunden, der nun der Ziehvater für die Kinderschar war. „Schon sehr früh kam bei mir der Wunsch auf, Priester zu werden“ sagt Klaus Schülein. Deshalb half er während seiner Ministrantenzeit, aber auch außerhalb des Ministrantendienstes oft Mesner Stefan Genghammer, bei den unterschiedlichsten Aufgaben rund um die Kirche. Sein Ziehvater wurde dann auch sein Firmpate.

Nach der Grundschule trat Klaus Schülein in das Studienseminar St. Michael in Traunstein ein, und nach dem Abitur  besuchte er das Münchner Priesterseminar. Hier war sein Leben vor allem vom Studium der Theologie an der Ludwig-Maximilian-Universität geprägt sowie verschiedenen geistlichen und praktischen Ausbildungsgängen im Seminar und unterschiedlichen Pfarreien. 2018 verließ Schülein das Priesterseminar, um noch mal in Ruhe zu prüfen, ob der Priesterberuf das Richtige für ihn war.

Ein Schock für die Familie war der tragische Tod von Stefan Genghammer im gleichen Jahr. Hinzu kam dann noch die für alle schwierige Coronazeit. „Da war mir klar, dass ich noch Zeit brauchte, einerseits um das Studium zu beenden, andererseits, um nicht überstürzt zu handeln“, so Schülein. Während dieser Zeit arbeitete er bei den jungen Chören in der Hausaufgabenbetreuung und als Organist in verschiedenen Münchner Pfarreien.

„Erst 2022 entschied ich mich, das Studium zu beenden, erst einmal, um Pastoralreferent zu werden“ sagt der 29jährige. Er bekam eine Stelle im Bistum Regensburg und begann dort zu arbeiten. Da fühlte er, dass der noch mal in Richtung des Priesterberufs gehen wollte. Im September 2023 wurde Klaus Schülein im Priesterseminar des Bistums Regensburg aufgenommen und erlebte dort eine vielseitig Zeit – von der Küche des Seminars angefangen, absolvierte er Praktika in Krankenhaus und Schule, schließlich in der Pfarrei Heiliger Geist mit Ganzjahrespraktikum und Schulunterricht. Im September 2025 begann der Pastoralkurs – der letzte Abschnitt in der Vorbereitung zum Priester. Am 6. Dezember 2025 folgte die Diakonenweihe in der Pfarrkirche in Zell mit anschließender Feier in Übersee. Bis Ostern 2026 arbeitete er weiter in Zell und lebt seither im Priesterseminar, um sich auf seine Priesterweihe vorzubereiten. In der letzten Woche vor der Weihe finden traditionell Exerzitien für die Weihekandidaten statt.

Noch weiß Schülein nicht, in welcher Pfarrei er nach seiner Priesterweihe eingesetzt wird, dann das wird er erst nach der Primiz erfahren.

Bericht und Archiv-Foto: Christiane Giesen –  Beim Festgottesdienst am zweiten Advent letzten Jahres assistierte der neu geweihte Diakon, Klaus Schülein am Lesepult bei der Heiligen Messe in seiner Heimatgemeinde.  Am Wochenende feiert er seine Primiz.

 

 

 

 

 


Redaktion

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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