Die ehrenamtlichen Mitglieder der Pfarrgemeinderäte sind nach Ansicht von Armin Schalk, dem Vorsitzenden des Diözesanrats der Katholiken der Erzdiözese München und Freising, „ein unverzichtbarer Ausdruck lebendiger Kirche“, die mit ihren „Erfahrungen, Charismen und Perspektiven die Kirche vor Ort gestalten“.
Zum Auftakt einer zentralen Einführungsveranstaltung für die im März gewählten Pfarrgemeinderäte im Erzbistum am Samstag, 11. Juli, in München erklärte er, dass es vor dem Hintergrund des Wandels, den Gesellschaft und Kirche derzeit durchleben würden, umso wichtiger sei, den katholischen Glauben sichtbar und erfahrbar zu machen. Mit der Idee der Synodalität habe Papst Franziskus neuen Schwung in die Kirche gebracht, den Papst Leo XIV. nun fortsetze, so Schalk. „Synodalität, das heißt: Wir gehen zusammen, wir sind zusammen auf dem Weg: miteinander, zueinander, füreinander“, sagte er und betonte, dass der Diözesanrat die Pfarrgemeinderäte „auf diesem gemeinsamen Weg begleiten, stärken und vernetzen“ wolle.
Schalk dankte den Mitgliedern der Pfarrgemeinderäte dafür, Zeit und Engagement einzubringen. Sie würden dazu beitragen, „dass Menschen mit unterschiedlichen Biografien und Lebenswirklichkeiten zusammenkommen und ihr Christsein gemeinsam leben“, und verwirklichten damit auf eindrückliche Weise das Motto der diesjährigen Pfarrgemeinderatswahl, „Gemeinsam gestalten. Gefällt mir“, das zum Ausdruck bringe, was Kirche ihrem Wesen nach sei: „ein gemeinsamer Weg des Gottesvolkes“, so Schalk. Das Engagement der Pfarrgemeinderäte zeige, dass Synodalität „kein abstraktes Konzept“ sei, sondern „konkrete Praxis“.
Kardinal Reinhard Marx, der zum Abschluss der Einführungsveranstaltung mit den Pfarrgemeinderäten einen Gottesdienst im Münchner Dom feierte, betonte in seiner Predigt, dass Priester und Pfarreien nicht nur für sich selbst da seien, sondern dafür, dass „in Miesbach, in München oder Rosenheim auch die kommenden Generationen etwas hören vom Reich Gottes und der Geschichte Jesu“. Der Erzbischof von München und Freising warnte davor, auch als Pfarrgemeinde kurzfristig immer nur auf das nächste Jahr zu schauen und sich zu fragen, was alles gemacht und geleistet wurde. Viel wichtiger sei es, in fröhlicher Weise, in Gelassenheit, mit großem Engagement das zu tun, was möglich sei – „mit einem großen Herzen und mit viel Liebe“. Er ermutigte die Mitglieder der Pfarrgemeinderäte, in den Gremien die Augen aufzumachen „für die vielen Begabungen und Charismen, die in der Gemeinde da sind, neue zu entdecken und sie auf den Weg zu führen, sodass sie Frucht bringen können für das Reich Gottes, dafür, dass die Menschen etwas erkennen und entdecken, dass Hoffnung da ist, wenn sie uns Christen begegnen“. Der Erzbischof erinnerte daran, dass in diesem Sinne auch die Gottesdienste gefeiert werden müssten. „Der Gottesdienst am Sonntag bleibt der zentrale Ort, an dem sich die Gemeinde findet. Er soll ein Fest sein, die Gemeinschaft zusammenführen, dass die Menschen spüren: Wir sind auf dem Weg.“ Ein Sonntag ohne die Eucharistie sei nicht gut, so Marx. „Da fehlt uns etwas.“
Die Amtschefin des Erzbischöflichen Ordinariats, Stephanie Herrmann, verwies in ihrem Grußwort auf die von rund 12 Prozent (2022) auf mehr als 18 Prozent gestiegene Wahlbeteiligung bei der jüngsten Pfarrgemeinderatswahl und den Frauenanteil in den Pfarrgemeinderäten, der inzwischen 69 Prozent betrage. Sie würdigte die neue Satzung des Diözesanrats, die ein „klares Statement für Vielfalt und Teilhabe in der Kirche, in Pfarreien und in ihren Rätegremien“ setze. „Sie beschreibt die Katholikenräte als vitale und effiziente partizipative Gremien in einer synodalen Kirche mit eigenverantwortlicher und selbstorganisierter Mitgestaltung und Mitentscheidung“, führte die Amtschefin aus und erklärte, dass die neue Satzung Flexibilität ermögliche und größtmögliche Spielräume zur Ausgestaltung vor Ort schaffe. Zugleich versprach sie, dass das Ordinariat die Pfarrgemeinderäte auch künftig bei ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit „bestmöglich unterstützen“ werde.
Die Einführungsveranstaltung des Diözesanrats der Katholiken, der höchsten Vertretung der Laien in der Erzdiözese, bot den heuer gewählten Pfarrgemeinderatsmitgliedern die Gelegenheit, sich mit den Vertreterinnen und Vertretern des Diözesanrats und der Erzdiözese auszutauschen, Fragen zu stellen und sich untereinander besser zu vernetzen. In zahlreichen Workshops zu Themen wie „Entscheidungen in Gruppen gut verankern“ oder „Selbstmanagement im Ehrenamt“ erhielten die rund 350 Mitglieder an diesem Tag Impulse zur Bewältigung ihrer Aufgaben und Unterstützungsangebote für das Engagement vor Ort sowie Einblicke in die Angebote des Diözesanrats und der Erzdiözese zur Unterstützung der Pfarrgemeinderäte. (hor)
Bericht: Erzbischöfliches Ordinariat – Foto: Hötzelsperger


