Kirche

Diözesanmuseum: Malerei-Hymnus

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Mit der Ausstellung „Ein Leben in Farbe“ widmet sich das Diözesanmuseum Freising der Malerin Ruth Kohler und ihrem Werk. Die Präsentation, die von Dienstag, 7. Juli, an auf dem Freisinger Domberg zu sehen ist, zeichnet den Weg der heute 97-jährigen international anerkannten Künstlerin nach. „Farbe ist mein Leben“, sagt Kohler, und so steht seit Jahren im Zentrum ihrer Malerei nicht der Gegenstand, sondern die Farbe selbst als Ausdruck von Kraft, Zartheit, Hoffnung, aber auch Angst und Trauer.

1929 in Fürth geboren, wuchs Kohler in einem musischen Elternhaus auf. Sie war eine der ersten Frauen, die nach dem Krieg an der Münchner Kunstakademie studierten. Kohler wurde in München Meisterschülerin und Assistentin von Franz Nagel, besuchte zudem Kunstschulen in Florenz, Rom und Paris, bevor sie zunächst als Kirchenmalerin arbeitete und Fresken, Glasfenster und Gemälde für Kirchenräume gestaltete. Ab 1960 lebte sie für einige Jahre in Afrika, wo Landschaft, Licht und neue Farbwelten ihrer Malerei frische Impulse verliehen. Seit 1973 lebt sie in Münsing (Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen). Zurück in Deutschland und während zahlreicher Aufenthalte in den USA begann die Künstlerin, die Menschen in ihrem Umfeld in den Blick zu nehmen, ob in ihrer Wahlheimat am Starnberger See oder in der isolierenden Anonymität New Yorks, um sich dann ab Mitte der 1980er Jahre immer entschiedener der expressiven Abstraktion zuzuwenden. Mit internationalen Ausstellungen in London, Paris, Mailand und Rom hat Kohler die Anerkennung der Kunstwelt gefunden.

Ihre gegenstandslosen Werke der expressiven Abstraktion zeichnen sich durch Farbkörper, Wirbel und Schichtungen aus, die aus emotionaler Erinnerung und tiefer Intuition entstehen, so dass jedes Bild zu einem vielstimmigen Dialog einlädt. Die Ausstellung des Diözesanmuseums soll den Besucherinnen und Besuchern die Möglichkeit geben, die Welt der Farben als musikalische Symphonie der Malerei zu entdecken.

Bericht: Erzdiözese München und Freising – Bildrechte: Michael Hopf / Thomas Dashuber / DiMu


Redaktion

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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