Sport

Deutschland ist Weltmeister im Drachenfliegen

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Mit insgesamt sieben gewerteten Durchgängen bei den Weltmeisterschaften in Gemona/Italien vom 1. bis 13. Juni 2026 sind die Titelkämpfe im Drachenfliegen nun entschieden. Dabei gab es einen Medaillenregen für Deutschland mit Doppelgold und Bronze.

Vater und Sohn gewinnen Gold und Bronze in der Einzelwertung

Bei den Drachenflug-Weltmeisterschaften setzte sich Markus Baisch (Engstingen/BaWü) eindrucksvoll gegen die internationale Konkurrenz durch und sicherte sich souverän den Weltmeistertitel. Auf Rang zwei folgte Andreas Sand aus Österreich, während Karl-Heinz Baisch (Hohenstein/BaWü) mit Platz drei und der Bronzemedaille das starke deutsche Ergebnis perfekt machte. Zum ersten Mal in der Drachenfluggeschichte flogen Sohn und Vater gemeinsam im Nationalteam und standen am Ende zusammen auf dem Siegerpodest.

Deutschland gewinnt auch im Team den Weltmeistertitel

Auch in der Teamwertung führte kein Weg an Deutschland vorbei: Team Germany holte Gold vor Österreich und Japan und krönte damit eine herausragende Weltmeisterschaft.

Nationalteam-Piloten der FAI-Class 5 – Starrflügel

  • Markus Baisch (Engstingen/Baden Württemberg)
  • Karl-Heinz Baisch (Hohenstein/Baden Württemberg)
  • Jochen Zeyher (Waakirchen/Bayern)
  • Christoph Schöll (Hohenstein/Baden Württemberg
  • Alfred Mayer (Oberstadion/Baden Württemberg)

Teamchefin FAI-Class 5 – Starrflügel

  • Regina Glas (Waakirchen/Bayern)

Assistentin:

  • Luise Christmann (Rheda/Wiedenbrück/NRW)

Erfolgreicher Abschluss nach sieben Durchgängen

Die deutschen Piloten blicken auf einen nie dagewesenen Erfolg zurück: Weltmeistertitel, Bronzemedaille und Teamgold. Topplatzierungen wie ein 4. Platz für Christoph Schöll (Meidelstetten/BaWü), ein 9. Platz für Jochen Zeyher (Waakirchen/Bayern) und einem 13. Platz für Alfred Mayer (Oberstadion/BaWü) sorgen für eine beeindruckende Bilanz und unterstreichen einmal mehr die internationale Stärke des deutschen Drachenflugsports.

Teamchefin Regina Glas: „Was meine Piloten hier bei dieser WM ablieferten, ist ein Wahnsinn. Der letzte Durchgang über 120 km strapazierte meine Nerven nochmals enorm, da die österreichische Konkurrenz Markus nicht aus den Augen lies und ihm bis kurz vor Schluss am Flügel hingen. Aber Markus blieb so cool und flog an diesem Tag nochmals den Tagessieg ein. Es war so schön zu sehen, wie Vater und Sohn Freudentränen im Ziel vergossen.“

Gemona del Friuli (Region Friaul-Julisch Venetien)– Etabliertes Fliegermekka

Bereits 2019 fand in der Gegend Gemona/Tolmezzo eine Weltmeisterschaft im Drachenfliegen statt. Die Gastgeber sind sehr erfahren und das Fluggelände ist grandios. Die Flugaufgaben dieser Weltmeisterschaft 2026 waren zwischen 90 km und 175 km und führten nach Slowenien Richtung Kobarid, ins Flachland in Richtung Udine und Meduno und weit in den Norden Richtung Plöckenpass.

Zur allgemeinen Information

Drachenpiloten nutzen Sonne, Wind und Thermik (aufsteigende Luft), um sich am Himmel motorlos fortzubewegen und aufsteigen zu können. Von einem Aufwind zum anderen versuchen sie eine vorgegebene Route abzufliegen. Mit Hilfe eines GPS-Gerätes orientieren sich die Piloten. Die Instrumente zeichnen den Flug auf. Am Ende einer Wettbewerbsaufgabe, die je nach Wind und Wetter vom Wettbewerbsleiter festgelegt wird, werden die Tracks ausgelesen und kontrolliert, ob alle festgelegten Wendepunkte regelkonform angeflogen wurden. Das Ziel ist, die vorgegebene Strecke möglichst schnell zu bewältigen. Bei Drachen-Wettbewerben werden in der Regel Strecken von 80 bis 200 km geflogen.

Ergebnisse sind unter folgenden Adressen einsehbar:

Pilotenportraits gibt es unter: https://www.dhv.de/verband/pressecorner/alle-dhv-news/detail/drachenfliegen-em-wm-nominierung-2026/.

Text und Bildmaterial: DHV e.V. – Deutscher Gleitschirmverband und Drachenflugverband – Eindrücke von allen Wettbewerben bei den Welt- und Europa-Meisterschaften (wie zum Teil bereits berichtet).


Redaktion

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

Beiträge und Fotos sind urheberrechtlich geschützt!