Puma namens Dusk tötet in den abgelegenen Highlands von Tasmanien Menschen und Vieh
Die Zwillinge Iris und Floyd, arbeits- und mittellos, brechen aus den Lowlands Tasmaniens auf, um einen Puma namens Dusk zu jagen, der im unwirtlichen Hochland sein Unwesen treibt und auf den ein Kopfgeld ausgesetzt ist. Die Zwillingsgeschwister, durch Duskfamiliäre Belastungen gestärkt, die sie enger zusammenschweißen als normale Geschwister und deren Beziehung von gemeinsamen Traumata, Schuldgefühlen, gegenseitiger Abhängigkeit und Perspektivlosigkeit geprägt ist, schließen sich mit einem anderen Jäger zusammen, der ebenfalls auf das Kopfgeld aus ist. Der Ritt durch das raue Hochland ist beschwerlich. Bedrohung gibt es nicht nur durch den Puma, sondern auch durch Wind und Schnee. Als sie den Ort erreichen, wo sie Dusk vermuten, treffen sie auf einen weiteren Jäger und schließlich kommt es zur dramatischen Begegnung mit dem gefährlichen Raubtier.
Robbie Arnott verbindet in seiner Geschichte atmosphärische Naturbeschreibungen mit Motiven von Verlust, Überleben, Schuld und Erlösung. Neben der detaillierten Schilderung der Naturdetails sowie den moralischen Entscheidungen von Menschen in einer bedrohten Umwelt rückt die Beziehung der Zwillinge, ihre Herkunft, familiären Konflikte und mythische Beziehung zur Wildnis zunehmend in den Mittelpunkt. Daneben zeigt der Roman aber auch die sozialen Gegensätze zwischen den Lowlands und der bedrohten Umwelt in dem entlegenen Hochland und die Konflikte zwischen menschlichen Interessen (Jagdwirtschaft, Kopfgeld, Loyalitäten) und dem Schutz wilder Tiere. Die Mischung aus Abenteuer-, Natur- und Familiengeschichte mit psychologischer Tiefe ist eine lohnende Lektüre für alle, die Freude an einer figurenorientierten Erzählung und stimmungsvoll-atmosphärischer Naturprosa haben. ( aus dem Englischen von Nikolaus Hansen)
Rezension von Günther Freund
mehr Buchtipps von Günther Freund
Roman, Robbie Arnott, Dusk , Berlin Verlag (2026), 283 Seiten, ca. 24,00 €
ISBN 978-3-8270-1529-7



