Land- & Forstwirtschaft

Bayerns Bäuerinnen als Unternehmerinnen

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Frauen tragen auf Bayerns Bauernhöfen längst unternehmerische Verantwortung. Doch das spiegelt sich noch nicht in den Betriebsleitungen wider: Nur rund neun Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe in Bayern führen Frauen eigenverantwortlich. Aber 79 Prozent der Bäuerinnen, so hat es die Bayerischen Bäuerinnenstudie an den Tag gebracht, schätzen ihre Bedeutung für den landwirtschaftlichen Betrieb als groß oder sehr groß ein, jede zweite gibt an, den Betrieb gemeinsam mit ihrem Partner zu leiten. Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber sieht darin den klaren Auftrag, Frauen auf ihrem Weg in unternehmerische Verantwortung zu stärken.

„Unsere Landwirtschaft kann und will auf die Ideen, das Können und den Unternehmergeist von Frauen nicht verzichten. Frauen führen Betriebe, treffen Investitionsentscheidungen und entwickeln neue Geschäftsfelder. Diese Leistung gehört ins Licht gerückt. Jungen Frauen muss von Anfang an klar sein: Auf einem Hof stehen ihnen dieselben Chancen offen wie ihren Brüdern. Bei der Hofnachfolge darf nicht das Geschlecht entscheiden, sondern wer einen Betrieb mit Können, Leidenschaft und Verantwortung in die Zukunft führen will“, sagte Kaniber beim Tag der landwirtschaftlichen Unternehmerin in Beilngries. Gerade bei der Hofnachfolge sieht Kaniber weiterhin Handlungsbedarf. Traditionelle Erwartungen, die Vereinbarkeit von Betrieb, Familie und Sorgearbeit sowie fehlende Vorbilder können Frauen den Weg in Führungsverantwortung erschweren. Umso wichtiger seien gute Weiterbildungs- und Beratungsangebote, aber auch starke Netzwerke und die Möglichkeit, sich mit anderen Unternehmerinnen auszutauschen.

Der Tag der landwirtschaftlichen Unternehmerin bot dafür eine Plattform: Erfahrungen weitergeben, Kontakte knüpfen und neue Impulse für den eigenen Betrieb gewinnen. Und auch das Internationale Jahr der Landwirtin 2026 rückt die Leistungen von Frauen in der Landwirtschaft in den Mittelpunkt. Das Bayerische Landwirtschaftsministerium begleitet das Themenjahr unter anderem mit Porträts von Betriebsleiterinnen aus allen Regierungsbezirken. Dadurch sollen Frauen sichtbar werden, die Verantwortung übernehmen und ihren Hof unternehmerisch weiterentwickeln. Dazu dienen auch ein Themenheft genauso wie Videos mit „Hoffluencerinnen“ im Gespräch mit Staatsministerin Kaniber. Ferner unterstützt der Freistaat mit Angeboten zur Existenzgründung und Weiterbildung, Unternehmerinnenseminaren und der sozioökonomischen Beratung an den Ämtern für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Mit Landfrauenforen und dem Wettbewerb „Bäuerin als Unternehmerin des Jahres“ werden außerdem Austausch, Vernetzung und unternehmerisches Engagement gefördert.

„Politik kann einer Unternehmerin keine Entscheidung abnehmen – und das soll sie auch nicht. Aber wir können dafür sorgen, dass sie Wissen, Beratung und verlässliche Rahmenbedingungen bekommt. Mir ist wichtig, dass Frauen mutig den Entschluss fassen können, ihre Ideen umzusetzen, Verantwortung zu übernehmen und ihren eigenen Weg zu gehen. Denn jeder Hof braucht Menschen, die ihn mit Tatkraft und Weitblick in die nächste Generation führen“, so Kaniber.

Weitere Infos finden Interessierte auf der Internetseite „Frauen in der Landwirtschaft–vielseitig, innovativ, unverzichtbar unter:

https://www.stmelf.bayern.de/landwirtschaft/jahr-der-frauen-in-der-landwirtschaft/index.html und https://www.stmelf.bayern.de/landwirtschaft/erwerbskombination/landfrauen/index.html.

Bericht: Bayerisches Landwirtschaftsministerium – Foto: Pia Regnet/StMELF – Bild zeigt Staatsministerin Michaela Kaniber gemeinsam mit Christine Singer (Landesbäuerin und MdEP, unmittelbar rechts neben Ministerin Kaniber stehend), weiteren Ehrengästen und Tagungsteilnehmerinnen.

 

 


Redaktion

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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