Einen ganz besonderen Geburtstag konnte die langjährige Lehrerin Franziska „Fanny“ Mühlthaler aus Rosenheim feiern. Die gebürtige Kaltenbacherin (jetzt Gemeinde Prien) aus der ehemaligen Gemeinde Wildenwart beging im Gasthaus Höhensteiger in Rosenheim-Westerndorf ihren 100. Geburtstag im Kreis zahlreicher Verwandter, Freunde, Weggefährten und Ehrengäste. Groß war die Schar der Gratulanten, denn die Jubilarin stammt aus einer Großfamilie. Als fünftes von dreizehn Geschwistern aufgewachsen, freute sie sich besonders darüber, dass drei ihrer noch lebenden Geschwister (die Zwillinge Reinhilde und Hermann und Rosl) aus ihren inzwischen gefundenen Heimaten im Ruhrgebiet, in Lohr am Main sowie im Allgäu an der Feier teilnehmen konnten.
Mit bewundernswerter geistiger Frische und bestens vorbereitet führte die Jubilarin selbst durch das Festprogramm. Viele Erinnerungen wurden ausgetauscht und zahlreiche Gäste nutzten die Gelegenheit, der weithin geschätzten Pädagogin persönlich zu gratulieren.Zu den Gratulanten am Festtag gehörte unter anderem Landtagspräsidentin Ilse Aigner, die während Mühlthalers Zeit als Lehrerin in Feldkirchen-Westerham über Jahre hinweg ihre Nachbarin war. Ebenfalls überbrachte der Landtagsabgeordnete und Zweite Bürgermeister der Stadt Rosenheim Daniel Artmann seine Glückwünsche. Er würdigte besonders die langjährige Verbundenheit der Jubilarin zur CSU: „Franziska ist für mich ein Herzensmensch. Seit über 50 Jahren ist sie Mitglied unserer CSU und hat mich schon seit meinen ersten Schritten in der Partei unterstützt und begleitet. Dafür bin ich ihr von Herzen dankbar.“
Ein wesentlicher Teil ihres Lebens war dem Schuldienst gewidmet. Insgesamt 55 Jahre stand Franziska Mühlthaler als Lehrerin im Dienst der Bildung, ein paar Tausend Schulkindern hat sie Unterrichtsstoff und Werte vermittelt. Begonnen hatte ihre Laufbahn noch in einer Zeit, als Schiefertafeln und Griffel selbstverständlich zum Unterricht gehörten. Ihre beruflichen Stationen führten sie unter anderem nach Prien (Ausbildung als Schulamtsanwärterin), Wildenwart (zwei Wochen zur Aushilfe, dabei waren ihre jüngeren Geschwister ihre Schulkinder), Tengling, Tittmoning, Neukirchen am Teisenberg, Aschau im Chiemgau und schließlich nach Feldkirchen-Westerham, wo sie bis zu ihrer Pensionierung wirkte. Auch der Bayernbund-Kreisverband Rosenheim ließ es sich nicht nehmen, seinem ältesten Mitglied die besten Wünsche zu überbringen. Kreisvorsitzender und stellvertretender Landesvorsitzender Christian Glas dankte der Jubilarin für ihre jahrzehntelange Treue und ihr lebendiges Interesse an Geschichte, Kultur und bayerischer Tradition.
Einen besinnlichen Akzent setzte Gemeindereferentin Hannelore Maurer vom Seelsorgeteam Rosenheim. In ihren Worten beschrieb sie das Geheimnis eines hohen Alters bei gleichzeitig guter geistiger und körperlicher Verfassung: Bodenhaftung, eine positive Lebenseinstellung und das tägliche Vertrauen auf Gottes Beistand seien wichtige Grundlagen für ein erfülltes Leben. Wie bereits bei ihrem 99. Geburtstag gedachte Franziska Mühlthaler auch an ihrem Ehrentag jener Menschen, die sie auf ihrem Lebensweg begleitet haben und bereits verstorben sind. Zudem lud sie ihre Gäste zum gemeinsamen Singen der von ihr sehr geschätzten Lieder „Fein sein, beieinanderbleiben“ und „Aschauer Lied“ ein. Zum Abschluss erklang die Bayernhymne, die von allen Gästen gemeinsam gesungen wurde und der Feier einen würdigen und zugleich heimatverbundenen Ausklang verlieh.
Passend zu ihrem selbstgewählten Lebensmotto, das auch auf dem Programmheft der Feier zu lesen war, bleibt die Familie für Franziska Mühlthaler „wie ein Anker im Sturm des Lebens“. Ihr 100. Geburtstag wurde so zu einem bewegenden Fest der Dankbarkeit, der Erinnerung und des Zusammenhalts über Generationen hinweg. Auf Geschenke verzichtete die Jubilarin, sie bat vielmehr um eine Spende für die Orthopädische Kinderklinik in Aschau i. Chiemgau.
Fotos: Hötzelsperger – Eindrücke von den Gratulationen für Franziska Mühlthaler aus Rosenheim zu ihrem 100. Geburtstag (siehe Bildbezeichnungen). Bei Foto mit den Geschwistern: vorne v.l. Fanny Mühltaler mit ihrer Schwester Rosl – dahinter: die Zwillinge Reinhilde und Hermann

















