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Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau

Eröffnung der LWG-Indoor-Farm: Personen schneiden ein rotes Band im Inneren einer vertikalen Indoor-Farm durch
Veröffentlicht von Toni Hötzelsperger

Neue Technik muss sich am Ende auf dem Betrieb bewähren. Deshalb testet die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) an der Außenstelle in Bamberg mit einer neuen Indoor-Farm unter Praxisbedingungen, was Vertical Farming tatsächlich leisten kann – ökologisch, technisch und vor allem wirtschaftlich: Ein kompakter Container mit 40 Quadratmetern Anbaufläche dient dabei als „Klimazelle“. Die Forscher der LWG untersuchen darin, wie sich solche Systeme in den Alltag landwirtschaftlicher und gartenbaulicher Betriebe integrieren lassen.

Bei der Eröffnung betonte Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber: „Innovation heißt für mich nicht, jede neue Technik sofort zur Zukunftslösung auszurufen. Denn am Ende entscheidet nie allein die technische Machbarkeit. Deswegen schauen wir genau hin: Was funktioniert in der Praxis? Wo liegen die Grenzen? Und vor allem: Kann ein Betrieb damit Geld verdienen? Unsere Bauern und Gärtner brauchen keine Versprechen, sondern belastbare Antworten. Genau dafür schaffen wir mit diesem Projekt die Grundlage.“

Im Mittelpunkt des Tests steht deshalb die Praxistauglichkeit des Systems. Die LWG untersucht unter anderem, welche Erträge sich erzielen lassen, welche Ressourcen nötig sind und ob sich die Technik wirtschaftlich in einen Betrieb einfügt. Das geschlossene System der Indoor-Farm kann ökologische Vorteile bieten: Der Wasserverbrauch für die Produktion lässt sich damit laut Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme (IKTS) um bis zu 90 Prozent senken. Zudem ermöglicht die bodenunabhängige und flächensparende Produktion auch das Nutzen von versiegelten oder belasteten Flächen.

Eine entscheidende Frage ist jedoch bislang offen: der Energiebedarf. Beleuchtung und Klimatisierung der Indoor-Farm benötigen Strom. Die LWG untersucht daher, unter welchen Voraussetzungen sich das System ökologisch und wirtschaftlich sinnvoll betreiben lässt. In Frage kommt beispielsweise das Nutzen eigener Energiequellen wie PV- oder Biogas-Anlagen.

„Technik muss den Menschen dienen – nicht umgekehrt. Entscheidend ist nicht, ob etwas technisch möglich ist, sondern ob es unseren Betrieben eine echte Perspektive eröffnet. Wenn neue Systeme Ressourcen sparen, zusätzliche Wertschöpfung ermöglichen und wirtschaftlich tragfähig sind, können sie eine sinnvolle Ergänzung unserer Landwirtschaft sein. Aber genau das müssen wir vorher sauber prüfen“, so Kaniber. Und weiter: „Wenn unsere Enkel irgendwann einmal fragen, wo das Gemüse herkommt, heißt die Antwort vielleicht nicht mehr nur ‚vom Feld – oder aus dem Gewächshaus‘, sondern ganz selbstverständlich: ‚aus dem dritten Stock der Indoor Farm‘.“

Das System soll die traditionelle Landwirtschaft ergänzen, nicht ersetzen. Besonders für kleine und mittlere Betriebe könnte die kompakte Technologie neue Chancen eröffnen, etwa durch eine ganzjährige Indoor-Produktion oder das Nutzen eigener Stromressourcen. Das Projekt läuft bis 2030. Gefördert wird es mit einem Gesamtvolumen von rund 1,8 Millionen Euro.

Text: StMELF – Foto: Stefanie Büchl/StMELF  – Eröffnung der LWG-Indoor-Farm: Personen schneiden ein rotes Band im Inneren einer vertikalen Indoor-Farm durch


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Toni Hötzelsperger

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