Natur & Umwelt

Übersees neues Schau- und Lehrbienenhaus

Die Errichtung eines Lehr- und Schaubienenhauses befürwortete der Gemeinderat einstimmig; Archivbild vom Sommerfest im Gemeinschaftsgarten Übersee.
Veröffentlicht von Toni Hötzelsperger

Länger diskutierte der Gemeinderat Übersee in seiner jüngsten Sitzung über die Errichtung eines Schaubienenhauses beim Gemeinschaftsgarten unweit des Gemeindefriedhofs. Bürgermeister Herbert Strauch (Freie Bürgerliste, FBL) erläuterte, dass der Vorsitzende des Bienenzuchtvereins Übersee, Thomas Stecher, schon 2025 den Wunsch nach einem Schau- und Lehrbienenhaus geäußert habe, denn bisher fehle in Übersee die Möglichkeit, Jungimker/innen zu schulen. Andere Bienenzuchtvereine hätten solche Möglichkeiten bereits geschaffen, zum Beispiel Grassau oder Schleching, wo so ein Schaubienenhaus derzeit gebaut werde.

Wie Strauch erklärte, sei für dieses pädagogisch und ökologisch wertvolle Vorhaben als optimaler Standort ein freistehendes Gebäude am vorhandenen Stadel beim Gemeinschaftsgarten mit einer Größe von 8 mal 4,25 Metern geplant. Die laufende fachliche Betreuung sei durch den Bienenzuchtverein dauerhaft sichergestellt, so Strauch. Auf Voranfrage habe das Landratsamt Traunstein auch schon grünes Licht gegeben. Der Bienenzuchtverein habe Unterstützung durch Eigenleistungen beim Bau und beim späteren Ausbau zugesagt. Allerdings sei eine finanzielle Beteiligung des Vereins nicht möglich.

Zur besseren Information fand bereits eine gemeinsame Besichtigung aller Verantwortlichen des Bienenhauses am Hilgerhof in Pittenhart statt.

Die Gemeindeverwaltung holte inzwischen konkrete Angebote für Bauwerk und Ausstattung ein: Die Gesamtkosten, brutto, für Gebäude mit Erdarbeiten belaufen sich, jeweils aufgerundet, auf 51 500 Euro, die Ausstattung auf 3 400 Euro, gesamt 54 400 Euro. Die LAG Chiemgauer Seenplatte habe eine Förderung des Projekts mit bis zu 50 Prozent der förderfähigen Netto-Gesamtkosten zugesagt, berichtete Strauch, so dass rund 22 900 Euro Förderung erwartet werden könnten. Damit bleibe ein maximaler Eigenanteil von 31 500 Euro für die Gemeinde.

Bei der Diskussion begrüßten grundsätzlich alle Gemeinderäte das Projekt, wobei allerdings mehrere, wie Franz Wilk (CSU) oder Christian Maier (FBL) darauf hinwiesen, dass die Gesamtkosten durch Eigenleistungen und Spenden unbedingt noch gesenkt werden sollten. „Ich stehe voll hinter dem Projekt“, sagte der Bürgermeister. Den Bienenzuchtverein gebe es „seit ewigen Zeiten“ und er habe bisher noch kaum finanzielle Unterstützung von der Gemeinde erhalten. Auf lange Sicht sei es nur positiv, das Umweltbewusstsein schon bei Kindern zu fördern. Dafür sei auch der Standort in unmittelbarer Nähe zur Schule und zwei Kindergärten ideal. Das Lehrbienenhaus könne also als außerschulischer Lernort fungieren.

Einstimmig wurde beschlossen, dass für das Projekt „Schau- und Lehrbienenstand“ eine Förderung im LEADER-Programm angestrebt wird und bei Zusage seitens der Gemeinde maximal 31 530 Euro zur Verfügung gestellt werden. Das Geld soll im Haushalt 2027 eingeplant werden. Dazu wurde der Bürgermeister beauftragt, mögliche Eigenleistungen mit dem Bienenzuchtverein Übersee abzuklären.

Text und Bilder: Christiane Giesen  


Redaktion

Toni Hötzelsperger

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