Wissen bündeln zum Schutz des Steinadlers
Zum Schutz des Steinadlers in den Alpen hat sich ein neues Netzwerk zusammengefunden: Das INTERREG-Projekt „East-Alp Eagle Alliance“ bündelt Wissen mit dem Ziel, die „Könige der Lüfte“ langfristig zu schützen, Wissen zu generieren, Lebensräume zu bewahren und einen kontinuierlichen Erfahrungsaustausch zu fördern. Der Nationalpark Berchtesgaden ist der einzige Projektpartner aus Deutschland, beteiligt sind außerdem die Universität Innsbruck, der Nationalpark Hohe Tauern, der Naturpark Zillertaler Alpen sowie das Artenschutzzentrum „Alpine Biodiversity“ mit Sitz in Niederösterreich. Die Auftaktveranstaltung fand kürzlich im Berchtesgadener Nationalparkzentrum „Haus der Berge“ statt.
„Das Projekt gliedert sich in drei eng miteinander verzahnte Arbeitspakete und läuft bis Ende 2028“, erklärt Ulrich Brendel, stellvertretender Nationalparkleiter und Chef des Steinadlerprojekts im Nationalpark Berchtesgaden. „Wir werden uns zusammen mit der Uni Innsbruck vorrangig im Arbeitspaket zwei mit den Schwerpunkten Datenmanagement, Monitoring und Analysen einbringen. Mit unserer 30-jährigen Expertise in Sachen Steinadlerforschung und -monitoring in Berchtesgaden haben wir einen enormen Erfahrungsschatz, den wir gerne mit anderen Einrichtungen teilen“. Das Arbeitspaket eins mit den Schwerpunkten Koordination und Kommunikation bearbeitet der Nationalpark Hohe Tauern als Leadpartner des Projekts, im Arbeitspaket drei engagiert sich vorrangig der Naturpark Zillertaler Alpen für Schutzkonzepte und Öffentlichkeitsarbeit.

Zur Auftaktveranstaltung des neuen INTERREG-Projekts „East-Alp Eagle Alliance“ hatten Ulrich Brendel (r.) und Magdalena Deelmann vom Nationalpark Berchtesgaden (vorne Mitte) ins „Haus der Berge“ eingeladen.
Auf Basis der gewonnenen Daten sollen im Rahmen des Projekts wirkungsvolle Schutzkonzepte entwickelt und gemeinsam umgesetzt werden. Außerdem werden die Projektpartner zielgruppenorientierte Programme für Bildung und Öffentlichkeitsarbeit erarbeiten, und damit zur Bewusstseinsbildung für den Schutz des Steinadlers in den Alpen beitragen. Nationalpark-Mitarbeiterin Magdalena Deelmann ergänzt: „Am Ende des Projekts soll eine umfangreiche Steinadler-Datenbank entstehen, auf die Forscherinnen und Wissenschaftler ebenso zugreifen können wie Naturschutzvereine und -verbände oder Naturschutz-Praktiker. Sensible Revier- oder Horstdaten werden natürlich nicht veröffentlicht. Außerdem werden wir einen länderübergreifenden Leitfaden erarbeiten, der grundlegende Standards für die Erhebung von Daten beim Steinadlermonitoring definiert.“ Zur Auftaktveranstaltung von „East-Alp Eagle Alliance“ kamen kürzlich im Nationalparkzentrum „Haus der Berge“ in Berchtesgaden 29 Projektbeteiligte aus Bayern und Österreich zusammen.
Das nächste Arbeitstreffen ist für November im Zillertal geplant.




