Leitartikel

Pittenharter Gedenken an Heiligen Franziskus

Bewohner aus Oberbrunn und Umgebung bei der Andacht an der Franziskuskapelle
Veröffentlicht von Toni Hötzelsperger

Pittenhart-Oberbrunn: Der heilige Franziskus von Assisi wurde 1181/1182 als Giovanni di Pietro di Bernardone in Assisi im heutigen Umbrien (Italien) geboren. Er starb in der Nacht vom 3. auf den 4. Oktober 1226 nahe der Portiuncula-Kapelle unterhalb der Stadt Assisi. Sein Leben und Wirken prägen Kirche und Welt bis heute. Das Jahr 2026 steht in Assisi ganz im Zeichen des 800-jährigen Jubiläums. Als Heiliger genießt Franz von Assisi eine außergewöhnlich breite Verehrung. Er gilt unter anderem als Patron der Armen und Ausgegrenzten, der Blinden, Lahmen und Strafgefangenen, der Sozialarbeiter und Schiffbrüchigen.

Darüber hinaus wird er als Brückenbauer zwischen Kulturen und Religionen geschätzt. Sein Gedenktag, der 4. Oktober, wird weltweit auch als Tierschutztag begangen – ein Zeichen seiner tiefen Verbundenheit mit der gesamten Schöpfung. Eine besondere Verbindung zum heiligen Franziskus von Assisi pflegen auch die Einwohner des kleinen Dorfes Oberbrunn. Die vor 26 Jahren erbaute Kapelle ist für die Bewohner von Oberbrunn ein wichtiger Ort der Begegnung und Symbol für lebendigen christlichen Glauben. Jährlich werden an Muttertag die Maiandacht und zum Gedenktag am 4. Oktober eine Andacht gefeiert, so auch vergangenen Sonntag.

Mit einem Reigen von Liedern und Gebeten erinnerten die Teilnehmenden an das Leben des Heiligen. Seinen Auftrag sah der heilige Franziskus darin, seinen Glauben in die Welt zu tragen, was für ihn bedeutete, sich nicht an Macht und Besitz zu klammern, sondern zum Teilen bereit zu sein. Im Laufe der Zeit konnte er weitere Menschen von dieser Lebensweise überzeugen. Gerade dieses Leben von Franziskus und der Blick auf das Wesentliche im Leben und in der heutigen Zeit standen im Fokus der kleinen Andacht, die Christine Meissner und Resi Eder zelebrierten.

Musikalisch hat das Gitarrenduo Roswitha Sax aus Oberbrunn und Anneliese Brader aus Obing die Feierstunde mitgestaltet. Der heilige Franziskus von Assisi ist nicht nur für die Ordensgemeinschaften weit mehr als eine historische Gestalt. Er ist Ideal und Ansporn für das Leben als Brüdergemeinschaft. “Herr mache mich zum Werkzeug deines Friedens”, nicht nur der Beginn eines Liedes, vielmehr auch die Botschaft, die der heilige Franziskus vermittelt. Seine tiefe Gottesverbundenheit, seine Einfachheit und seine Nähe zu den Menschen prägen die Spiritualität und den gemeinschaftlichen Weg. Als Zeichen des gemeinschaftlichen Miteinanders wurden mit Segenssprüchen versehene Äpfel von Hand zu Hand gereicht.

Der heilige Franziskus ermutigt dazu, aufmerksam zu sein für Gottes Wirken in der Welt und das eigene Leben immer wieder neu an ihm auszurichten. In diesem Geist verstehen die Teilnehmenden ihre Sendung und ihren Dienst heute. Am Ende der Feierstunde spendete Diakon Sepp Stürzer den besonderen franziskanischen Segen.

Text und Bildmaterial: Emmy Künzner-Hingerl


Redaktion

Toni Hötzelsperger

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