RoMed Klinikum Rosenheim als SAV-Zentrum zugelassen – erneute Zertifizierung als Überregionales Traumazentrum bestätigt Qualitätsanspruch
Rosenheim – Der Rettungsdienst ist noch unterwegs, da steht das interdisziplinäre Schockraumteam schon bereit: Ärztinnen, Ärzte und spezialisierte Pflegekräfte beziehen ihre Positionen, um den Patienten unmittelbar nach seiner Ankunft zu stabilisieren. Wenige Minuten später zeigt ein Ganzkörper-CT, wo lebensbedrohliche Verletzungen liegen. Muss operiert werden, geht es sofort in den OP. Denn bei schweren Traumata zählt jede Minute. Dass diese Abläufe heute auf diesem Niveau möglich sind, ist das Ergebnis einer konsequenten Weiterentwicklung der Traumaversorgung am RoMed Klinikum Rosenheim. In den vergangenen Jahren wurden personelle, organisatorische und technische Strukturen gezielt ausgebaut. Diese Entwicklung erfüllt nun auch die strengen Voraussetzungen für das Schwerstverletzungsartenverfahren (SAV) der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV). Bundesweit sind lediglich 103 Krankenhäuser – darunter 21 in Bayern – für dieses Verfahren zugelassen. Seit dem 1. Juli gehört auch das RoMed Klinikum dazu.
Ein Gewinn für die Region
Für die Menschen in Südostoberbayern bedeutet das vor allem mehr Sicherheit. Wer nach einem schweren Arbeits-, Wege- oder Schulunfall lebensgefährlich verletzt wird, kann künftig vom ersten Eingriff bis zu komplexen Nachversorgung am RoMed Klinikum behandelt werden. Die bislang oft notwendige Verlegung in ein anderes SAV-Zentrum entfällt damit. Das schafft Kontinuität in der Behandlung und spart wertvolle Zeit. Die Zulassung kommt nicht von ungefähr. Erst im Juni bestätigte die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) bei der Rezertifizierung des Zentrums für Orthopädie und Unfallchirurgie am Standort Rosenheim als Überregionales Traumazentrum erneut die hohe Qualität der Strukturen und Abläufe. „Bei Schwerstverletzten zählt jede Minute. Unser Ziel ist es, mit einem eingespielten Ärzteund Pflegemannschaft sowie klaren Abläufen die bestmögliche Behandlung von Beginn an sicherzustellen“, sagt Prof. Dr. Christian Zeckey, Chefarzt des Zentrums für Orthopädie und
Unfallchirurgie Rosenheim – Bad Aibling. „Das SAV-Verfahren steht für die anspruchsvollste Kategorie nach schwersten Unfällen im beruflichen oder schulischen Umfeld. Die Zulassung ist das Ergebnis intensiver Vorbereitungen in den vergangenen Jahren. Mein besonderer Dank gilt allen Mitarbeitenden, die diesen Weg mit großem Engagement mitgegangen sind.“
Vom Unfall bis zur Rehabilitation
Das Schwerstverletzungsartenverfahren bildet die höchste Versorgungsstufe der gesetzlichen Unfallversicherung für schwer verletzte Menschen nach Arbeits-, Wege- oder Schulunfällen. Dazu zählen etwa lebensbedrohliche Mehrfachverletzungen, schwere Schädel-Hirn-Traumata sowie komplexen Verletzungen von Becken, Wirbelsäulen oder Extremitäten. Doch es bleibt nicht bei der Akutversorgung. Auch aufwendige Rekonstruktionen von Knochen, Gelenken und Weichteilen sowie die Behandlung komplizierter Folgeschäden gehören dazu. In speziellen Reha-Sprechstunden begleiten die Experten des Klinikums die Patienten gemeinsam mit den Reha-Managern der Berufsgenossenschaften bis zur Rückkehr in Alltag und Beruf.
Jeder Handgriff sitzt
Noch bevor ein Patient die Klinik erreicht, beginnen die Vorbereitungen. Nach der digitalenAnmeldung durch den Rettungsdienst wird das interdisziplinäre Schockraumteam in der Zentralen Notaufnahme alarmiert. Unfallchirurgie, Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie, Anästhesie, Intensivmedizin, Radiologie, Neurochirurgie und weitere Spezialdisziplinen stehen innerhalb kürzester Zeit bereit. Unter der Leitung des „Trauma Leaders“ erfolgt sofort die Stabilisierung der Vitalfunktionen, während Diagnostik und Therapie parallel eingeleitet und koordiniert werden. Ein Ganzkörper-CT (Trauma-Scan) liefert innerhalb weniger Minuten die entscheidenden Informationen. Anschließend geht es ohne Zeitverlust direkte in den Operationssaal oder auf die Intensivstation. Damit diese Abläufe im Ernstfall funktionieren, trainieren Ärztinnen, Ärzte und Pflegekräfte regelmäßig gemeinsam. Dazu gehören internationale Konzepte wie das Advanced Trauma Life Support (ATLS) ebenso wie realitätsnahe Simulationstrainings im eigenen Schockraum. Hinzu kommt die notwendige technische und räumliche Ausstattung: Drei vollständig ausgerüstete Schockräume, ein Computertomograph direkt in der Zentralen Notaufnahme, moderne 3D-Bildgebung und -Navigation sowie jederzeit verfügbare OP- und Intensivkapazitäten schaffen die Voraussetzungen für eine Behandlung ohne Verzögerung.
Qualität, die regelmäßig überprüft wird
Die Teilnahme am SAV ist an strenge Vorgaben gebunden. Neben der fachlichen Qualifikation zählen die technische Ausstattung, klar definierte Abläufe und eine kontinuierliche Qualitätskontrolle. Behandlungsergebnisse werden kontinuierlich mit dem bundesweiten Traumaregister der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) sowie der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) verglichen und extern überprüft.
„Mit dem SAV stärken wir die traumatologische Versorgung der gesamten Region nachhaltig. Diese Entwicklung ist das Ergebnis kontinuierlicher Investition in qualifizierte Mitarbeitende, moderne Infrastruktur und die enge Zusammenarbeit vieler Fachdisziplinen“, betont PD Dr. Andreas Bauer, Ärztlicher Direktor. „Davon profitieren nicht nur Patientinnen und Patienten in Rosenheim, sondern Menschen in ganz Südostoberbayern.”
Bericht und Foto: RoMed Kliniken – Freuen sich über den gemeinsamen Erfolg: (v.l.) Chefarzt Dr. Michael Bayeff-Filloff, Leitender Oberarzt Dr. Jan Nikolas Rieken, Geschäftsführer Dr. Ulrich Schulze, Kaufmännische Leiterin Rosenheim Dr. Martina Bielawski, Chefarzt Prof. Dr. Christian Zeckey, Pflegedienstleiterin Sandra Schaber, Ärztlicher Direktor PD Dr. Andreas Bauer, Kaufmännische Leiterin Bad Aibling / stv. Kaufmännische Leiterin Rosenheim Sandra Zabel


