Kultur

Halbzeit bei “Musik in Bayern”

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Seit Ende April erklingt Bayern in Freyung – im wahrsten Sinne des Wortes. Die Bayerische Landesausstellung 2026 „Musik in Bayern“ wird von einem einmaligen Liveprogramm begleitet: An jedem der 199 Ausstellungstage findet mindestens ein Konzert statt. Zur Halbzeit zieht die Stadt Freyung Veranstaltungs gGmbH, die das musikalische Liveprogramm „So klingt Bayern” organisiert, eine mehr als positive Zwischenbilanz. Rund 17.000 Musikbegeisterte haben die Konzerte bereits besucht.

Der Erfolg liegt in der Bandbreite: von Volksmusik über Jazz, Klassik, Chormusik und Weltmusik bis hin zu außergewöhnlichen Besetzungen. Das Programm hat Roland Pongratz, musikalischer Leiter der Volksmusikakademie in Bayern zusammengestellt. „Die Menschen lassen sich auf Neues ein. Sie vertrauen auf musikalische Qualität und entdecken Genres, die sie sonst vielleicht nie besucht hätten.“ Ob „Musica Sacra“ in der Freyunger Stadtpfarrkirche, „Dorfplatzmusi“ in Freyungs Ortsteilen, „Landkreistour“ durch den Landkreis Freyung-Grafenau, Konzerte in der Volksmusikakademie, bei Stadt.Mitte.Erleben. oder die Wochenendveranstaltungen im Freyunger Kursaal – die Resonanz ist überwältigend.

Musikalische Qualität überzeugt

„Anfangs gab es durchaus die eine oder andere skeptische Frage: Nehmen das die Leute an? Gefällt die Auswahl der Musikgruppen?”, erinnert sich Peter Pfeiffer, der die operative Durchführung des Liveprogramms mitkoordiniert. „Die letzten Wochen haben uns selbst überrascht.” Die Rückmeldungen aus der gesamten Region sind eindeutig positiv. Das Publikum nimmt das Angebot mit Begeisterung an. Und die Musizierenden? Die haben oft so viel Spaß, dass sie freiwillig in die Verlängerung gehen.

Die Besucherzahlen sprechen für sich: Spitzenreiter bei den kostenfreien Konzerten ist aktuell das „Gipfelglück“ mit den Village Kings. 340 Besucherinnen und Besucher lockte das Open-Air-Konzert auf den Freyunger Geyersberg. Die kostenpflichtigen Wochenendkonzerte im Freyunger Kursaal sind ebenfalls sehr nachgefragt. „Dieses vielfältige musikalische Angebot direkt vor der Haustüre, muss man nutzen“, so eine regelmäßige Konzertbesucherin.

Erfreulich entwickelt sich unter anderem die Landkreistour, bei der mittwochs Ensembles in allen 25 Gemeinden des Landkreises Freyung-Grafenau auftreten. Mindestens 150 Gäste besuchten bislang jedes Konzert der Landkreistour, allein 320 waren es in Hohenau beim Auftritt des Ensembles „eXCelent“. Vielfach kommt bereits der Wunsch, das Format auch nach der Landesausstellung fortzuführen. Vielleicht nimmt die Landkreistour die gleiche Entwicklung wie Stadt.Mitte.Erleben.. Das wöchentliche Konzertformat, das schon zur Landesgartenschau 2023 in der Freyunger Stadtmitte begeisterte, hat sich seither als Dauereinrichtung etabliert – jetzt auf der neuen Bayernwerk-Freilichtbühne beim Kurhaus.

Gemeinschaft, die zusammenwächst

Was hinter den Konzerten steckt, ist oft unsichtbar, aber enorm: Stühle aufstellen und wegräumen, Bühne und Technik an die verschiedensten Spielorte transportieren, Tontechniker einteilen, Verpflegung für Künstlerinnen, Künstler und Helfer organisieren – und das alles bei wechselndem Wetter, das gelegentlich einen kurzfristigen Umzug ins nächste Feuerwehrhaus erfordert. Viele helfen zusammen und machen das Liveprogramm erst möglich. Vereine übernehmen die Bewirtung, es wird gegrillt, Tische werden dekoriert. „Dieses große Engagement vor Ort macht die Konzerte zu echten Gemeinschaftserlebnissen“, betont Peter Pfeiffer.

Diese Atmosphäre freut die Veranstalter. Immer wieder kommt es auch zu intensiven Begegnungen zwischen Künstlern und Publikum. In den Pausen oder nach den Konzerten entstehen Gespräche, viele Besucherinnen und Besucher sind mittlerweile Stammgäste. Auch die Künstler sind beeindruckt von der Offenheit und Begeisterungsfähigkeit des Publikums. Standing-Ovations sind keine Seltenheit.

Zu den emotionalsten Momenten der ersten Monate zählt das inklusive Konzert von „Tom & Basti“ in den Wolfsteiner Werkstätten der Caritas. Ob jemand eine Behinderung hatte oder nicht, spielte keine Rolle. Publikum und Musiker haben sich gegenseitig mit ihrer Begeisterung angesteckt. Tief bewegend war der Auftritt der „Nostalphoniker“. Mit »Die Comedian Harmonists sangen …« präsentierten sie ein historisch-dokumentarisches Bühnenprogramm, das musikalisch und in Briefzitaten an das Ende der Comedian Harmonists nach der Machtergreifung erinnert. Nach ihrem Schlusslied „Irgendwo auf der Welt gibt’s ein kleines bisschen Glück“ herrschte im Saal zunächst völlige Stille, bevor das Publikum applaudierte. Der Moment der Stille und Ergriffenheit löste bei den Sängern Tränen aus. Das hätten sie so noch nie bei einem Konzert erlebt, erzählen sie nach dem Konzert.

Noch bis 8. November – täglich Musik

Die zweite Hälfte der Bayerischen Landesausstellung verspricht weitere musikalische Höhepunkte. Bis zum 8. November gilt: An Freitagen und Samstagen präsentiert die Stadt Freyung Veranstaltungs gGmbH besondere Konzert-Highlights für meist nur 10 Euro – inklusive ermäßigtem Eintritt in die Bayerische Landesausstellung am selben Tag. Von Montag bis Donnerstag sowie sonntags sind die Konzerte kostenfrei.

Das tägliche Liveprogramm „So klingt Bayern“ wird durch starke regionale Partner und Förderer ermöglicht, darunter die Europäischen Wochen Passau, die KEB Freyung-Grafenau, das Referat Kirchenmusik des Bistums Passau sowie Bayernwerk AG, Kulturfonds Bayern, Kulturkreis Freyung-Grafenau, Sparkassen-Finanzgruppe, Stiftung der Passauer Neuen Presse und die VR-Bank Passau eG, Geschäftsstelle Freyung.

Bericht und Bilder: Stadt Freyung Veranstaltungs gGmbH – Die Resonanz ist überwältigend, ob bei Konzerten im Freyunger Kursaal, in der Volksmusik-Akademie in Bayern oder in luftiger Höhe auf dem Aussichtsturm am Geyersberg. Von Volksmusik bis Jazz, von Klassik bis Pop: Das vielfältige Livemusikangebot zur Bayerischen Landesausstellung  „Musik in Bayern“ begeistert das Publikum.


Redaktion

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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