Altenbeurer Waldfest verbindet Brauchtum, Gemeinschaft und Lebensfreude
Wer das Altenbeurer Waldfest besucht, betritt keinen gewöhnlichen Festplatz. Zwischen mächtigen Buchen, an einem bewaldeten Hang oberhalb des Ortes, öffnet sich das „Bürgl“ wie ein natürliches Amphitheater. Unter dem dichten Blätterdach stehen die Bierbänke auf mehreren Ebenen, Musik klingt durch den Wald – und auf der Tanzfläche drehen sich die Röcke der Trachtlerinnen zu leuchtend blauen Kreisen.

Wenn sich im Bürgl die Röcke drehen: Altenbeurer Waldfest verbindet Brauchtum, Gemeinschaft und Lebensfreude
Das traditionelle Waldfest des Trachtenvereins „Immergrün“ Altenbeuern gilt nachweislich als das älteste Waldfest der Umgebung. Von seiner Anziehungskraft hat es nichts verloren. An den ersten beiden Festtagen fanden jeweils mehr als 1.000 Besucher den Weg hinauf ins Bürgl. Dort sorgte der Wald nicht nur für eine unverwechselbare Kulisse, sondern auch für ein angenehm schattiges Festklima.

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Dass ein Fest dieser Größenordnung mitten im Wald gelingen kann, ist das Ergebnis einer beeindruckenden Gemeinschaftsleistung. Zahlreiche Vereinsmitglieder waren beim Aufbau, in der Bewirtung, hinter den Verkaufsständen und während des gesamten Festbetriebs im Einsatz. Auffallend stark beteiligte sich auch die Jugend. Junge Trachtlerinnen und Trachtler standen nicht nur auf der Bühne, sondern halfen ebenso dort mit, wo während eines langen Festwochenendes viele Hände gebraucht werden.

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Am Eröffnungstag sorgte die Gramcombo für die musikalische Unterhaltung. Die Formation feierte dabei zugleich ihr 30-jähriges Bestehen nach. Am folgenden Tag übernahmen die befreundeten Musiker der Musikkapelle Samerberg unter der Leitung von Benedikt Paul. Zwischen den Bäumen entfaltete die Blasmusik eine besondere Wirkung: kräftig und festlich auf der einen, zugleich beinahe vertraut und bodenständig auf der anderen Seite.

Wenn sich im Bürgl die Röcke drehen: Altenbeurer Waldfest verbindet Brauchtum, Gemeinschaft und Lebensfreude
Der eigentliche Waldfestsonntag erinnerte an die Anfangsjahre, als das Altenbeurer Waldfest noch an einem einzigen Tag gefeiert wurde. Zunächst allerdings schien das Wetter den Veranstaltern einen Strich durch die Rechnung zu machen. Regen am Vormittag ließ lange offen, ob das Fest fortgesetzt werden konnte. Schließlich entschied sich der Verein, ab 16 Uhr noch einmal zu öffnen.

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Der Mut wurde belohnt. Über die sozialen Medien verbreitete sich die Nachricht rasch, und schon bald füllten sich die Bänke erneut. Viele Besucher wollten sich die besondere Atmosphäre im Bürgl nicht entgehen lassen. Zwischen feuchtem Waldboden, Sonnenstrahlen im Blätterdach und den Klängen der Musik entwickelte sich noch einmal genau jene Stimmung, die das Altenbeurer Waldfest seit Generationen auszeichnet.
Traditionell führte der Festzug vom Vereinslokal Ellmaier hinauf zum Festplatz. Als die Trachtlerinnen und Trachtler ins Bürgl einzogen, wurden sie von den Gästen mit herzlichem Applaus empfangen. Dieser galt später ebenso den zahlreichen Auftritten auf der Tanzfläche.

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Von den Kleinsten über die Jugend bis hin zu den Aktiven zeigte der Trachtenverein die ganze Bandbreite seiner Nachwuchs- und Vereinsarbeit. Die Kinder warteten am Rand gespannt auf ihren Einsatz, während die älteren Gruppen bereits mit großer Sicherheit über die Bühne wirbelten. Beim Schuhplatteln flogen die Beine im Takt, beim Kronen- und Bandltanz spannten sich die Bänder über die Tanzfläche, und die weit ausschwingenden Röcke der Trachtlerinnen sorgten immer wieder für eindrucksvolle Bilder.

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Dabei ging es nicht nur um die möglichst fehlerfreie Darbietung überlieferter Tänze. In den Gesichtern der Kinder und Jugendlichen war vor allem eines zu erkennen: Freude. Freude an der Bewegung, an der Gemeinschaft und daran, gemeinsam etwas vorzuführen, das bereits viele Generationen vor ihnen getan haben.

Wenn sich im Bürgl die Röcke drehen: Altenbeurer Waldfest verbindet Brauchtum, Gemeinschaft und Lebensfreude
Gerade darin liegt die Stärke eines solchen Waldfestes. Tradition wird hier nicht museal verwahrt. Sie wird getragen, getanzt, musiziert und weitergegeben. Neben den Auftritten blieb viel Raum für Begegnungen: für Gespräche an den Tischen, für das Wiedersehen mit Freunden, für ein gemeinsames Bier im Abendlicht und für jene kleinen, ungeplanten Augenblicke, die einem Fest seine Wärme geben.

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So zeigte sich das Bürgl auch in diesem Jahr wieder als weit mehr als nur ein Veranstaltungsort. Es ist die Kultstätte des Trachtenvereins „Immergrün“ Altenbeuern – ein Platz, an dem Vereinsleben, Brauchtum und Geselligkeit auf besondere Weise zusammenfinden.
Als sich am Abend das Sonnenlicht zwischen den Bäumen verfing, die Musik weiterspielte und sich die Röcke noch einmal über der hölzernen Tanzfläche drehten, war zu spüren, warum dieses Waldfest seit so vielen Jahren Menschen anzieht: Es ist ein Fest, das von der Gemeinschaft getragen wird – und gerade deshalb lebendig bleibt.
Beitrag & Fotos: Rainer Nitzsche


