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Freilichtmuseum Amerang zertifiziert

Veröffentlicht von Toni Hötzelsperger

Großer Erfolg für das Freilichtmuseum Amerang des Bezirks Oberbayern: Es gehört zu den ersten drei Museen in Deutschland, die als Pilotmuseen erfolgreich für ihre Nachhaltigkeit zertifiziert wurden. Museumsleiterin Dr. Claudia Richartz erhielt jetzt das Siegel „Ausgezeichnet nachhaltig!“ des Deutschen Museumsbundes, zertifiziert und geprüft durch die unabhängige Prüforganisation DEKRA. Dieses Siegel erhielten nach einer mehrmonatigen Projektphase nur noch das Staatliche Museum für Naturkunde Stuttgart und die Varusschlacht im Osnabrücker Land – Museum und Park Kalkriese.

„Wir freuen uns sehr, dass wir nach einer wirklich anstrengenden Pilotphase erfolgreich waren“, sagt Claudia Richartz. „Wir engagieren uns ja schon lange aktiv für Nachhaltigkeit, Umwelt- und Klimaschutz. Als Freilichtmuseum, das die Tradition und Geschichte der ländlichen Kultur in Südostoberbayern vermittelt, hat für uns die Nachhaltigkeit und der umweltschonende Umgang mit Ressourcen oberste Priorität.“

Die Liste der Kriterien, die man für dieses Siegel erfüllen muss, ist lang. „Hier ging es nicht nur um Wasser- oder Energiesparen“, so Richartz. „Das Thema Nachhaltigkeit betrifft alle Bereiche des Museums, vom Abfallkonzept über Öko-zertifizierte Kleidung für unsere Mitarbeitenden bis hin zur Beschaffung neuer Arbeitsgeräte.“ Bereits 1998 war das Freilichtmuseum Vorreiter beim Thema Energie mit einer Hackschnitzelheizung. Inzwischen gibt es natürlich auch Photovoltaik-Anlagen auf den Betriebsgebäuden. Eine wesentliche Rolle für die Auswahl als Pilotmuseum spielte das neue Ausstellungsgebäude, das wie kein anderes das Thema Nachhaltigkeit repräsentiert: Es ist ganz ohne die sogenannte graue Energie gebaut, sondern aus Holz und mit einem Boden aus gestampftem Lehm. Eine eigene Klimaanlage braucht das Gebäude nicht – dafür sorgt der passive Klimaregler Lehm, der die Innentemperatur und die Feuchtigkeit reguliert sowie die hohe thermische Masse.

Wichtig für die Zertifizierung war auch das Thema Bildung und Vermittlung von Nachhaltigkeit. „Insbesondere unsere Kinderworkshops bringen schon den Jüngsten bei, wie man mit natürlichen Ressourcen umgeht, und wie wertvoll sie im täglichen Leben sind“, betont Richartz. So geht es unter anderem um die Themen umweltschonend waschen, Bio-Brote backen oder Gemüseanbau auf kleinstem Raum.“

Die Zertifizierung hat auch Folgen für die Zukunft. „Wir müssen bei allen künftigen Beschaffungen nachhaltige Kriterien berücksichtigen, wie beispielsweise bei einem neuen Rasenmäher. Da ist es selbstverständlich, dass wir uns für einen mit e-Antrieb entscheiden werden.“ Ganz oben auf der Liste der nächsten Verbesserungen der Museumsinfrastruktur steht eine Ladestation für E-Fahrzeuge. Nur selten stoßen Claudia Richartz und ihr Team an die Grenzen in Sachen Nachhaltigkeit. „So gerne wir alle mit dem Fahrrad oder mit dem Öffentlichen Nahverkehr zur Arbeit kommen würden – das ist meist nicht möglich. Wir leben und arbeiten in einer sehr ländlichen Region, da bleibt oft nur das Auto.“

Bericht und Bilder: FLM Amerang / Bezirk Oberbayern / C. Heim

Museumsleiterin Dr.Claudia Richartz mit dem neuen Nachhaltigkeits-Siegel.

FLM Amerang_Vierseithof mit Wiese.jpg: Die Wiesen am Vierseithof zeichnen sich durch ihre Artenvielfalt aus.

 


Redaktion

Toni Hötzelsperger

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