Kultur

Frasdorfer Jubiläums-Ausstellungen

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Zwei Ausstellungen zum Jubiläum: Frasdorf blickt auf 1150 Jahre zurück

Dorfmuseum und Rathaus zeigen bis Jahresende wechselnde Exponate zur Ortsgeschichte

Frasdorf feiert in diesem Jahr sein 1150-jähriges Bestehen – und zum Jubiläum lädt die Gemeinde gleich an zwei Orten zur kulturellen Entdeckungsreise ein. Am 31. Mai 2026 wurden die Eröffnungsausstellungen an beiden Standorten der Öffentlichkeit präsentiert: im Höhlen- und Dorfmuseum sowie im Foyer des Rathauses. Bis Ende des Jahres werden die Exponate monatlich wechseln und jeweils neue Facetten der langen Ortsgeschichte beleuchten.

Dorfmuseum: Wenn alte Postkarten die Gegenwart spiegeln

Den Auftakt im Dorfmuseum macht die Fotoausstellung „Frasdorf früher und heute”. Fotograf Andreas Walsberger, Mitglied im Heimat- und Kulturverein Frasdorf, hat historische Ansichten – darunter Postkarten, die teilweise bis ins Jahr 1900 zurückreichen – aktuellen Aufnahmen gegenübergestellt. Dabei bemühte er sich, den Kamerastandpunkt so exakt wie möglich zu rekonstruieren. „Manchmal habe ich zwanzig Minuten gebraucht, um die genaue Stelle zu finden, von der das alte Foto aufgenommen wurde”, erzählt Walsberger. „Und manchmal war es schlicht unmöglich – weil dort heute ein Haus steht oder die Lärmschutzwand der Autobahn die Sicht versperrt.” Auch das gehöre zur Geschichte des Ortes, findet er: „Der Wandel ist ja nicht nur auf den Bildern zu sehen – er steckt auch darin, was man heute nicht mehr fotografieren kann.”

Bürgermeister Daniel Mair eröffnete die Ausstellung, nachdem Ortsheimatpfleger Rupert Wörndl mit einem Kurzvortrag auf die „Stationen der Ortsgeschichte” eingestimmt hatte, wie sie auch im Museum zu erleben sind. Naturgemäß lassen sich 1150 Jahre nicht lückenlos darstellen – doch allein der Blick auf Schloss und Herrschaft Wildenwart umfasst immerhin 800 Jahre Geschichte. Als Desiderat für künftige Ausstellungen nannte Wörndl die jüngsten archäologischen Ausgrabungen in Umrathshausen: Die dort zutage getretenen Funde belegen Siedlungen aus der Zeit der Urnenfelderkultur (1200–800 v. Chr.) sowie Spuren aus der Kelten- und Römerzeit – ein Kapitel, das im Museum bislang noch nicht aufgeschlagen ist. „1150 Jahre – das klingt abstrakt, aber wenn man vor diesen Bildpaaren steht, wird Geschichte mit einem Mal sehr konkret und greifbar”, sagte Bürgermeister Mair bei der Eröffnung.

Die Ausstellung ist jeweils am letzten Sonntag des Monats von 16 bis 18 Uhr zu sehen, sowie zusätzlich am 20. September.

Rathaus: Aquarelle zeigen die Schönheiten der Gemeinde

Vom Dorfmuseum war es nur ein kurzer Weg ins Rathaus, wo Gitta Kolbeck gemeinsam mit ihren Malerkolleginnen zahlreiche Aquarelle präsentierte. Ortsansichten, Bauernhäuser, Kapellen, landwirtschaftliche Nebengebäude und nicht zuletzt Schloss Wildenwart – die Werke machen die landschaftliche und architektonische Vielfalt des Gemeindegebietes in leuchtenden Farben erfahrbar. Bürgermeister Mair lud namens der Gemeinde zu einem Stehempfang und zeigte sich erfreut über die Resonanz: „Dass wir zum Jubiläum gleich an zwei Orten so hochwertige Ausstellungen zeigen können, ist ein Geschenk für die ganze Gemeinde. Und dass sich die Bilder bis Jahresende monatlich erneuern, gibt jedem Grund, immer wieder vorbeizuschauen.”

Die Aquarellausstellung ist während der regulären Öffnungszeiten des Rathauses zugänglich.

Den Auftakt für das Jubiläumsjahr haben Dorfmuseum und Rathaus damit gelungen gesetzt. Wer Frasdorf kennt, wird in den Bildern Vertrautes wiedererkennen – und vielleicht auch Vergessenes neu entdecken.

Bericht: Tourist-Information Frasdorf – Fotos: Andreas Walsberger


Redaktion

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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