Der Gemeinderat Bernau am Chiemsee hat einstimmig beschlossen, am Interessensbekundungsverfahren des Bundesprogramms „Sanierung kommunaler Sportstätten – Schwimmbäder“ teilzunehmen. Damit nutzt die Gemeinde eine einmalige Chance, die Zukunft der Schwimmbadversorgung langfristig zu sichern.
Erstmals stellt der Bund im Rahmen dieses Programms 250 Millionen Euro gezielt für kommunale Schwimmbäder bereit. Gefördert werden in erster Linie Sanierungen. Sollte jedoch durch ein Gutachten nachgewiesen werden, dass eine Sanierung wirtschaftlich nicht mehr sinnvoll ist, können auch Neubauten bezuschusst werden. Voraussetzung ist zudem, dass die Bäder nicht nur dem Schulschwimmen dienen, sondern auch Vereinen und Rettungsorganisationen zur Verfügung stehen.
Die Verwaltung hat sich bereits intensiv mit den Förderbedingungen auseinandergesetzt und gemeinsam mit Sportreferent Matthias Vieweger an einer Informationsveranstaltung teilgenommen. Die Förderung beträgt bis zu 45 Prozent der anrechenbaren Kosten, bei finanzschwachen Kommunen sogar bis zu 75 Prozent. Zusätzlich können staatliche Fördermittel aus dem Finanzausgleichsgesetz sowie Spenden auf den Eigenanteil angerechnet werden.
Anhand einer beispielhaften Berechnung wird deutlich, welche Dimension das Projekt haben könnte: Bei geschätzten Gesamtkosten von rund 18 Millionen Euro könnte nach Abzug möglicher Förderungen ein kommunaler Anteil von unter fünf Millionen Euro verbleiben. Konkrete Zahlen sollen im weiteren Verfahren noch präzisiert werden.
Sollte die Gemeinde im September für das Förderprogramm ausgewählt werden, folgt ein formeller Förderantrag. Nach einer Bewilligung müsste das Projekt bis spätestens 2032 umgesetzt und abgerechnet sein. Bereits seit einiger Zeit führt die Gemeinde Gespräche mit umliegenden Kommunen, um ein neues Schwimmbad als interkommunales Projekt zu realisieren. Dafür ist lediglich eine sogenannte Leitgemeinde erforderlich, die die Antragstellung übernimmt. Das Interesse bei den Nachbargemeinden ist groß, was die Chancen auf eine gemeinsame Umsetzung deutlich erhöht.
Sportreferent Matthias Vieweger sprach sich klar für den Bau eines neuen Bades aus. Trotz der angespannten Haushaltslage sehe er in der Förderung eine große Chance, auch künftig ein Schwimmbad anbieten zu können. Gleichzeitig betonten er und Bürgermeisterin Irene Biebl-Daiber, dass im weiteren Verfahren jederzeit die Möglichkeit besteht, das Projekt zu stoppen, falls sich die Finanzierung als nicht tragfähig erweisen sollte.
Die Bürgermeisterin verwies zudem darauf, dass eine Sanierung des bestehenden Hallenbades aus wirtschaftlichen Gründen vermutlich nicht mehr darstellbar sei. Im Gemeinderat herrschte daher Einigkeit: Eine solche Förderchance bietet sich so schnell nicht wieder.
Ein wichtiger nächster Schritt ist die Gründung einer Interessensgemeinschaft am 17. Juni 2026.
Bericht und Foto: Gemeinde Bernau a. Chiemsee



