Kirche

Kardinals-Besuch in Endorfer Theater

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Mit Kardinal Reinhard Marx konnte die Theatergesellschaft Bad Endorf einen der höchsten Würdenträger der katholischen Kirche in Deutschland als Ehrengast begrüßen. Sein Besuch zählt zu den besonderen Höhepunkten bei den Aufführungen des Stücks “Pater Rupert Mayer”, das unter der Schirmherrschaft von Staatsminister Dr. Florian Hermann steht und noch bis 28. Juni 2026 im Volkstheater Bad Endorf aufgeführt wird.

Neben dem Kardinal besuchten weitere hohe Geistliche die jüngste Vorstellung, darunter Weihbischof Rupert Graf zu Stolberg und Domvikar Thomas Belitzer. Auch der Pfarrer Philipp Werner von den Pfarrverbänden Bad Endorf und Westliches Chiemseeufer gehörte zu den Gästen. Er befand sich in Begleitung mehrerer Mitglieder seiner ehemaligen Studentenverbindung. Durch sie entstand eine besondere Beziehung zum Theaterstück, denn Pater Rupert Mayer war zu Lebzeiten Mitglied derselben Verbindung. Aus der Politik gesellte sich der stellvertretende Rosenheimer Landrat Eduard Huber zu den Ehrengästen.

Dass Kardinal Marx den Weg nach Bad Endorf fand, ist einer persönlichen Begegnung zu verdanken. Peter Bichler, Zweiter Vorstand der Theatergesellschaft Bad Endorf, hatte den ranghohen Geistlichen bei einem Feldgottesdienst anlässlich des 80. Todestages von Pater Rupert Mayer auf die geplante Aufführung aufmerksam gemacht und ihn nach Bad Endorf eingeladen. Ehrengäste und Besucher erlebten ein perfekt inszeniertes Theaterstück, das einen nachhaltigen Eindruck hinterließ. Die Geschichte des Jesuitenpaters, der sich trotz persönlicher Gefahren gegen Unrecht und Unterdrückung stellte, berührte das Publikum sichtbar.

Nach dem Schlussapplaus bat Erster Vorstand Konrad Schlaipfer Kardinal Marx auf die Bühne. Der Geistliche zeigte sich sichtlich bewegt von der Aufführung. In seiner Ansprache griff er die hervorragend gespielte Szene im Konzentrationslager Sachsenhausen auf, die ihn nach eigenen Worten tief berührt habe. Ausgehend von dieser Darstellung erinnerte Marx daran, wie wichtig es sei, auch in der Gegenwart Haltung zu zeigen. Er ermutigte Zuschauer und Mitwirkende sich gegen jede Form von Menschenfeindlichkeit und den wieder erstarkenden Rechtsradikalismus zu stellen und für die Werte einzutreten, die Rupert Mayer Zeit seines Lebens verteidigt hat. Zum Abschluss spendete Kardinal Marx den Anwesenden einen Segen und wünschte der Theatergesellschaft für die verbleibenden Aufführungen weiterhin viel Erfolg und gutes Gelingen.

Den Besuch des Kardinals wertet die Theatergesellschaft Bad Endorf als eine besondere Anerkennung ihrer Arbeit. Gleichzeitig unterstreicht er die Aktualität des Stücks, dessen Botschaft weit über die historische Darstellung hinausreicht. „Pater Rupert Mayer“ erinnert nicht nur an einen außergewöhnlichen Menschen, sondern fordert dazu auf, Verantwortung zu übernehmen und für Menschlichkeit, Mut und Zusammenhalt einzustehen. Weitere Informationen zum Stück und zu den Terminen gibt es auf www.chiemgauer-heiligenspiele.de.

 Fotos: Theater Bad Endorf –  Kardinal Marx auf der Bühne der Bad Endorfer Theatergesellschaft


Redaktion

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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