Ein besonderer Platz in der Chiemsee-Gemeinde Bernau ist im Ortsteil Kraimoos die dortige Mariengrotte. Die aus Stuck gegossene lebensgroße Marienfigur mit dem Jesuskind ist das Werk eines Künstlers aus dem 19. Jahrhundert und seit der Wiedergründung der Bernauer Gebirgsschützenkompanie im Jahr 2000 ist sie für diese Anliegen und Treffpunkt zugleich. Den Bernauern Gebirgsschützen ist es zu verdanken, dass die lange Zeit fast vergessene Glaubensstätte wieder belebt wurde und dass Restaurierung, Pflege und Erhalt in all den Jahren seit der Wiedergründung mit zweimaligen Anlässen verbunden werden.
Einmal zum Jahrtag der Wiedergründung im Oktober und einmal zu einer Maiandacht finden sich die Gebirgsschützen an der Grotte mit dort angebrachter Gedenktafel für die verstorbenen Mitglieder der GSK Bernau ein.
Heuer trafen sich die Bernauer Gebirgsschützen mit einer Abordnung ihrer Patenkompanie Aschau i. Chiemgau zur Maiandacht mit Pfarrer Frank Schneider, Militärpfarrer am katholischen Militärpfarramt in Veitshöchheim. Im Beisein von Bürgermeisterin Irene Biebl-Daiber und weiteren Bernauer Gläubigen ging Pfarrer Frank Schneider auf die weitreichende Bedeutung der Mutter Gottes für das persönliche Leben und für das Leben in Gemeinschaften ein. Wenige Tage zuvor war der Militärpfarrer im Rahmen einer Internationalen Soldaten-Wallfahrt und mit Mitgliedern der Schweizer Garde vom Vatikan im Marienwallfahrtsort Lourdes und sagte dazu: „Lourdes ist hilfreich, wenn wir an Auditionen und Visionen denken, denn durch Hören und Sehen ist die Bibel entstanden und Hören und Sehen vor Gott ist unsere Hilfe. 68 naturwissenschaftlich anerkannte Heilungen von Lourdes sind eine Bestätigung dafür“. Zugewandt an die Mutter Gottes von Kraimoos ergänzte er: „Die Gottesmutter als Unbefleckte Empfängnis (lateinisch Immaculata conceptio) hält uns das Jesuskind als Konzept für unser Leben hin“. Angetan war Pfarrer Frank Schneider nicht nur vom Platz und dem lauen Mai-Wetter, sondern von der Einladung der Gebirgsschützen überhaupt und so sprach er gleich eine Gegeneinladung aus. Am 23. Juli wird er in Veitshöchheim in das für ihn neue Amt als stellvertretender Leitender Militärdekan München mit Zuständigkeitsbereich für Bayern und Baden-Württemberg eingeführt und zu dieser Feier hat er die GSK Bernau eingeladen.
Die feierliche Maiandacht in Kraimoos wurde musikalisch gestaltet durch die Hafenstoaner Alphornbläser, den Abschluss der Gebete und gemeinsam gesungenen Lieder bildete die Bayernhymne ehe die Bernauer Gebirgsschützen zur Ehre Mariens einen dreifachen Salut schossen. Gebirgsschützen-Hauptmann Felix Perl dankte nach der Maiandacht vor allem Hausherrn Claus Schmidt für das Überlassen seines Grundstücks für die Feierlichkeiten und zudem dem GSK-Mitglied Schorsch Widmann, der sich seit 17 Jahren um die Pflege der Mutter Gottes und des gesamten Platzes kümmert. Von der Maiandacht hat der Chiemgauer Filmer Stefan Erdmann Aufnahmen gemacht, die in den Film 1100-Jahre Bernau a. Chiemsee Eingang finden und bei den Juli-Festzelt-Feierlichkeiten zu sehen sein werden. Der Abend klang dann noch mit einem geselligen Beisammensein im Gasthaus „Kampenwand“ aus.
Fotos: Hötzelsperger – Eindrücke von der Maiandacht der Bernauer Gebirgsschützen in Bernau-Kraimoos 1. Mariengrotte in Kraimoos – 2. Maiandacht mit Bernauer Gebirgsschützen und Militärpfarrer Frank Schneider – 3. „Kümmerer“ um Mariengrotte Schorsch Widmann – 4. Hafenstoana Alphornbläser





















