Gastronomie

Frauen-Jagdessen in Schleching

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Ein interessanter Abend mit gutem Wild-Essen für die Frauen der Jagdgenossenschaft   – Rehkitzrettung jetzt auch in Schleching organisiert mit Karina Mauracher

Zum Jagdessen für die Frauen der Jagdgenossenschaft gab es ein Goulasch vom Rotwild und der Gams beim Raitner Wirt. Das Fleisch war aus der Jagd des Pächters Georg von Wallwitz. Der berichtete, dass er mit der Jagdtätigkeit seiner Jäger sehr zufrieden ist und die vorgegebenen Abschüsse fast alle erfüllt sind. In diesem Jahr wurden schon sieben Gämsen, zehn Rotwild, zwei Elstern, sechzehn Krähen, fünf Enten, ein Iltis, ein Marder erlegt. Bei den Füchsen schoss Simon Zaiser allein fünfzehn von 34 und Flori Mauracher neun von dreizehn Dachsen.

Weiter berichtete der Jagdpächter vom Direktverkauf des Fleisches in der Jagdhütte, die Zeitpunkte hierfür werden in der Gemeindezeitung bekannt gegeben. Das wird von der Bevölkerung positiv bewertet, dass das Wild im Achental bleibt und nicht mehr nur in München verkauft wird. Georg von Wallwitz drückte seine Freude darüber aus, dass er Jagdpächter vor Ort sein kann und bot an, bei Fragen, Wünschen oder Kritik sich jederzeit an ihn gewendet werden kann und nicht bis zur nächsten Jahresversammlung gewartet werden muss.

Rehkitzrettung jetzt auch in Schleching

Die Familie von Wallwitz hatte auch Sophia Biller von der „Rehkitzrettung Grabenstätt e.V.“ eingeladen. Sophia Biller berichtete, dass sie schon seit Kindertagen den Opa bei der Pirsch begleitet hat und auch verletzte Rehkitze aufgezogen hat. Dieses Engagement hat sie begleitet, so dass daraus die Idee für die Gründung des Vereins vor fünf Jahren geboren wurde. Inzwischen sind sie mit vielen Helfern gut organisiert, sie zeigte den Frauen der Jäger, wie so eine Rettung funktioniert: Der Landwirt muss einen Tag vor der Mahd bei ihnen anrufen, damit am frühen Morgen, wenn der Boden und das Gras noch kühl sind, die Drohne mit der Wärmebildkamera über das betreffende Feld geschickt werden kann. Wird ein Kitz identifiziert, wird es von den Helfern geborgen und in einer Kiste an den Feldrand gebracht bis die Mahd und damit die Gefahr vorbei ist. Die Geiß bleibt erfahrungsgemäß während der ganzen Zeit in der Nähe und holt das Kitz wieder ab.

Die „Rehkitzrettung Grabenstätt e.V.“ ist ein gemeinnütziger Verein mit ehrenamtlichen Helfern, der Service ist kostenlos für den Landwirt. Die Vorteile liegen auf der Hand, es dient dem Schutz vor dem Mähtod oder schweren Verletzungen der Wildtiere und das Futter -die Mahd- ist nicht verunreinigt durch Kadaver. In Schleching hat sich nun eine eigene Ortgruppe -mit Unterstützung- gegründet. Karina Mauracher erzählt von ihrer Arbeit in Schleching, wo es inzwischen fünf Piloten gibt, die ihren Drohnenschein gemacht haben. Die Arbeit im Feld beginnt dann meistens sehr früh morgens, dauert zirka vier Stunden, danach beginnen die ehrenamtlichen Helfer dann ihren normalen Job.

Das Ziel ist eine gute Zusammenarbeit zwischen den Landwirten, den Jägern und den Drohnen-Piloten. Jagdvorstand Thomas Pletschacher begrüßte die Aktion und hoffte, dass das Angebot genutzt wird.

Text und Fotos Sybilla Wunderlich – Es war ein gemütlicher Abend mit gutem Essen beim Raitner Wirt, bei dem sich die Frauen der Jagdgenossen austauschen konnten.

Bild 2680 Jagdpächter Georg von Wallwitz bei seinen Ausführungen

Bild 2681 Jagdpächter Georg von Wallwitz im Vordergrund, dahinter Sophia Biller bei ihren Ausführungen

 

 

 

 

 

 

 


Redaktion

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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