Bäcker-Innung Rosenheim hielt Innungsversammlung ab – Obermeister Wolfgang Sattelberger dankt Josef Messerer für besonderen Einsatz – Brotprüfung mit starker öffentlicher Resonanz
Rosenheim – Die wirtschaftliche Lage im Bäckerhandwerk, die Nachwuchsgewinnung und die zunehmende Belastung durch Bürokratie standen im Mittelpunkt der jüngsten Innungsversammlung der Bäcker-Innung Rosenheim. Obermeister Wolfgang Sattelberger eröffnete die Versammlung in der Kreishandwerkerschaft Rosenheim und gab den Mitgliedsbetrieben einen Überblick über aktuelle Themen, Entwicklungen und Herausforderungen des regionalen Bäckerhandwerks.
Einen besonderen Dank richtete Sattelberger an seinen Stellvertreter Josef Messerer. Dieser habe während eines krankheitsbedingten Ausfalls des Obermeisters zahlreiche Aufgaben übernommen und sich dabei insbesondere im Zusammenhang mit der Brotprüfung engagiert. Dieses Miteinander innerhalb der Innung sei ein wichtiges Zeichen für Zusammenhalt und Verantwortungsbewusstsein im Handwerk.
Ein Thema, das die Innung auch mit Blick auf die Zukunft beschäftigt, ist die Beteiligung junger Menschen an berufsbezogenen Veranstaltungen. Die Freisprechungsfeier 2025 sei nur schwach besucht gewesen, hieß es in der Versammlung. Künftig wolle man deshalb Auszubildende noch gezielter auf die Bedeutung dieser Feier aufmerksam machen – etwa im Rahmen von Prüfungen und persönlichen Gesprächen. Die Freisprechung sei mehr als ein formaler Abschluss: Sie mache sichtbar, dass junge Menschen einen Handwerksberuf erfolgreich erlernt haben und nun als Fachkräfte in den Betrieben gebraucht werden.
Auch die Rahmenbedingungen für die Bäckereien kamen zur Sprache. Sattelberger verwies auf den anhaltenden Bürokratieaufwand, der gerade kleine und mittelständische Betriebe stark belaste. Neben den eigentlichen handwerklichen und unternehmerischen Aufgaben müssten immer mehr administrative Anforderungen erfüllt werden. Aus Sicht der Innung brauche es hier spürbare Entlastungen, damit sich Betriebe wieder stärker auf Produktion, Qualität, Ausbildung und Kundenkontakt konzentrieren können.
Kritisch angesprochen wurde zudem die wirtschaftliche Situation bei Festzeltbelieferungen. Die Bäckereien stünden hier teils unter erheblichem Preisdruck, während die Produkte im Festzelt zu deutlich höheren Verkaufspreisen angeboten würden. Diese Entwicklung führe zu Unmut – sowohl bei den liefernden Betrieben als auch bei Verbraucherinnen und Verbrauchern. Die Innung sieht darin ein Beispiel dafür, wie schwierig es für handwerkliche Betriebe geworden ist, faire Preise für ihre Arbeit und ihre Produkte durchzusetzen.
Josef Messerer berichtete ergänzend über die Brotprüfung im Herbst 2025, die mit guter öffentlicher Wahrnehmung durchgeführt wurde. Lokale Medien aus Fernsehen, Radio und Presse begleiteten die Veranstaltung und trugen dazu bei, die Qualität des regionalen Bäckerhandwerks sichtbar zu machen. Im Rahmen der Brotprüfung wurde zudem ein Spendenscheck in Höhe von 1.000 Euro von der „meine Volksbank“ übergeben. Weitere Einnahmen erzielte die Innung durch den Verkauf von Brot und Getränken. Unterstützt wurde die Veranstaltung dabei unter anderem von den Rosenheimer Brauereien Flötzinger und Auerbräu.
Neben den Berichten wurden in der Versammlung auch die Jahresrechnung und die Haushaltsplanung behandelt. Die Vorstandschaft und die Geschäftsführung wurden nach dem Bericht der Rechnungsprüfer einstimmig entlastet. Angeregt wurde außerdem, Materialien für Prüfungen künftig stärker zentral über die Innung zu beschaffen, insbesondere im Bereich Fachverkauf. Dadurch könnten Betriebe entlastet und Kosten besser gebündelt werden.
Die Versammlung machte deutlich: Das Bäckerhandwerk in der Region steht weiterhin für Qualität, Ausbildung und Nähe zum Kunden. Gleichzeitig sehen sich die Betriebe mit wachsendem Kostendruck, bürokratischen Belastungen und der Aufgabe konfrontiert, junge Menschen für das Handwerk zu gewinnen. Die Bäcker-Innung Rosenheim will diese Themen weiter aktiv begleiten und die Interessen ihrer Mitgliedsbetriebe auch künftig deutlich vertreten.
Beitrag & Fotos: Rainer Nitzsche





