Der Kreisfischereiverein für Gewässer- und Artenschutz Wasserburg setzt ein starkes Zeichen für Inklusion und Teilhabe in der Freizeitgestaltung: Am Penzinger See wurde ein Angelsteg so ertüchtigt, dass künftig auch Menschen mit eingeschränkter Mobilität, insbesondere Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer, eigenständig ihrer Leidenschaft nachgehen können.
Die Initiative für das Projekt entstand aus den eigenen Reihen des Vereins: Nach einem schicksalhaften Unfall ist ein Mitglied dauerhaft auf den Rollstuhl angewiesen. Innerhalb der Vereinsgemeinschaft reifte daraufhin schnell der Entschluss, eine barrierefreie Lösung zu schaffen. „Gemeinschaft wird bei uns großgeschrieben, es war für uns selbstverständlich, eine Lösung zu finden, damit weiterhin alle am Vereinsleben teilhaben können“, berichten die beiden Vorsitzenden Franz Göpfert und Roland Edl.
Vom modernisierten Steg profitieren nicht nur Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer, sondern auch gehbehinderte Menschen und Personen mit eingeschränkter Mobilität insgesamt. Der Steg wurde so gestaltet, dass er einen barrierefreien, sicheren und komfortablen Zugang ans Wasser ermöglicht, u.a. durch eine angepasste Breite, stabile Geländer und entsprechendem Zuweg. Damit leistet das Projekt zugleich einen wichtigen Beitrag zur Barrierefreiheit im Freizeit- und Naturbereich im ländlichen Raum. Neben der sozialen Komponente bleiben der Schutz und die nachhaltige Bewirtschaftung der Gewässer weiterhin zentrale Aufgabe des Vereins.
Auch seitens des Fischereiverbands Oberbayern wird das Projekt ausdrücklich begrüßt. Verbandspräsident Maximilian Voit betont: „Dieses Vorhaben ist ein Vorzeigeprojekt für gelungene Inklusion in der Fischerei. Entsprechende Maßnahmen werden deshalb auch über die Mittel der Fischereiabgabe mit bis zu 90 Prozent an Fördergeldern unterstützt. Wir freuen uns sehr, dass dieses Projekt erfolgreich umgesetzt werden konnte.“ Dass dies keineswegs selbstverständlich ist, ergänzt FVO-Geschäftsführer Patrick Mayr: „Sowohl die Genehmigung eines solchen Projekts als auch die Beantragung der Fördergelder erfordert ein hohes Maß an kleinteiliger Planung und Abstimmung mit den jeweils zuständigen Stellen. Teilweise sind sehr umfangreiche und zeitintensive Genehmigungsprozesse zu durchlaufen. Umso höher ist es dem Verein anzurechnen, dass er dieses Vorhaben trotz der hohen bürokratischen Herausforderungen konsequent weiterverfolgt und erfolgreich zur Umsetzung gebracht hat. An weiteren Stellen steht dies noch aus. Unser Ziel bleibt es, solche Projekte auch künftig bestmöglich zu unterstützen und weiter voranzubringen.“
Bericht und Bilder: Fischereiverband Oberbayern – www.fischereiverband-oberbayern.de






