Es ist eine Herzensangelegenheit, die Menschen zusammenbringt, Barrieren abbaut und gleichzeitig Kindern in Not hilft: Am Samstag, 12. September, verwandelt sich der barrierefreie Kellersaal im Nebengebäude der idyllisch gelegenen Tauritzmühle bei Speichersdorf in ein lebendiges Mekka für Musikbegeisterte. Unter dem Projektnamen „Soundcheck Kulmain“ lädt der Organisator René Schneider ab 17:00 Uhr zu einer groß angelegten, offenen JamSession ein. Das erklärte Ziel des Abends: Junge Talente, erfahrene Bühnenprofis und junggebliebene Musikfreunde in geselliger Runde zu vereinen.Ganz neu ist das Konzept in der Region nicht.
Bereits im Mai 2019 hallten die ersten rockigen Akkorde durch die Mühle und feierten damals eine umjubelte Premiere. Nach einer mehrjährigen Pause soll an diesen alten Geist nun nahtlos angeknüpft werden – und der Zeitpunkt könnte kaum besser gewählt sein. „In der Region kommen derzeit recht wenig Sessions zusammen“, erklärt Initiator René Schneider mit Blick auf die lokale Musiklandschaft. „Im September ist zudem die große Sommerhitze vorbei und viele Feste in der Gegend sind bereits abgelaufen. Die mitten im Wald liegende Tauritzmühle ist einfach perfekt für solch ein Event, da niemand durch den Geräuschpegel belästigt wird. Zudem ist der Eingang komplett ebenerdig und damit auch bestens für Rollstuhlfahrer geeignet.“
Für das passende musikalische Fundament vor Ort ist von vornherein bestens gesorgt: Eine professionelle Soundanlage sowie ein komplettes Schlagzeug stehen spielbereit auf der Bühne. Den offiziellen Startschuss und die Eröffnung übernimmt die Formation „Stefan Sommer & The Southside Ramblers“ aus Weiden. Bei ihren handgemachten Liedern und ausgewählten Akustik-Covern verbindet das Trio Americana, Singer-Songwriter und Blues mit feinen Arrangements und viel Gefühl. Im Zentrum: die Stimme und Gitarre von Stefan Sommer, begleitet von Uschi Sommer an Percussion und zweiter Stimme. Wolfgang Polack ergänzt den Sound mit Kontrabass, Banjo und Mandoline. Besonders charmant sind die Stücke in bayerischer Mundart, die internationale Americana-Klänge mit regionaler Identität verbinden.
Danach gehört das Mikrofon allen, die Lust darauf haben – ganz ohne Berührungsängste oder Leistungsdruck. Begleitet wird René Schneider von akustischem und elektronischem Schlagzeug; das Landfunk collektiv unterstützt am ePiano. „Das Ziel ist es, miteinander zu spielen“, nimmt Schneider potenziellen Hobbymusikern die Angst vor dem Schritt ins Scheinwerferlicht. „Bühnenerfahrene Musiker geben an diesem Abend Tipps und ihre wertvolle Erfahrung weiter – das alles geschieht in einem absolut freundlichen, familiären Umfeld. Bei uns gibt es kein ‚Falsch‘, sondern höchstens mal eine andere musikalische Interpretation. Niemand muss Angst haben, es lohnt sich einfach.“ Auch für reine Musikgenießer verspricht der Abend ein echtes Highlight zu werden: „Den Besucher erwartet ein gut durchgemischtes Konzert. Man bekommt nicht nur den fertigen Feinschliff auf einer Bühne mit, sondern erlebt den Aufbau eines Stückes von der ersten Sekunde an bis zum fertig gespielten Song. Das ist für das Publikum wie ein spannender Einblick direkt hinter die Kulissen.“
Während es im Saal erfrischende Getränke gibt, hält die Küche der Tauritzmühle deftige Speisen bereit. Zudem sorgt ab etwa 20 Uhr zusätzlich Armins Pizza-Wagen vor Ort für das leibliche Wohl der Gäste.
Doch so ausgelassen die Stimmung auch werden dürfte, so ernst und bewundernswert ist der karitative Gedanke im Hintergrund. René Schneider organisiert den gesamten Abend privat, geht komplett in finanzielle Vorkasse und verzichtet bewusst auf kostspielige Werbeinserate, um das Budget zu schonen. Jede Ersparnis kommt direkt dem SOS-Kinderdorf zugute, an das sämtliche Mehreinnahmen des Abends gespendet werden.
Für Schneider selbst ist dieser selbstlose Einsatz reine Selbstverständlichkeit: „Ein finanzielles Risiko ist das für mich nicht. Während wir uns im Alltag oft Gedanken um Kleinigkeiten im Leben machen, haben die Kinder und Jugendlichen dort ganz andere, wirkliche Probleme und Schicksalsschläge hinter sich“, betont der Organisator nachdrücklich. „Die Pflegefamilien dort leisten einen großartigen 24-Stunden-Job. Dass es so eine Einrichtung gibt, ist einfach wunderbar und sollte von uns allen nach Kräften unterstützt werden.“
Wer also am 12. September den Weg in die Tauritzmühle findet, genießt nicht nur handgemachte Live-Musik bis Open End, sondern setzt gleichzeitig ein starkes Zeichen der Solidarität. Der Eintritt versteht sich auf freiwilliger Spendenbasis. Instrumente dürfen und sollen gerne mitgebracht werden.
Text und Bild: Wolfgang Hübner


