Was da in der Berchtesgadener Ache liegt, sieht auf den ersten Blick aus wie ein großer Felsblock im Wasser. Etwas sehr abgeschliffen von Wasser und Gestein vielleicht. Doch erst bei genauerem Hinsehen wurde deutlich, wie gefährlich der vermeintliche Stein tatsächlich sein könnte: Was da aufgrund des Niedrigwassers nach gut 80 Jahren sichtbar wurde, ist ein Nebelfass. Verwendet von Soldaten während des Zweiten Weltkriegs. Das Wasserwirtschaftsamt Traunstein hat die Bergung des historischen Relikts organisiert.
Nachdem das Fass im Uferbereich gefunden worden war, hatten zunächst Vertreter des Ordnungsamtes, des Landratsamtes, der Polizei und des Kampfmittelräumdienstes das rund ein Meter hohe Stahlfass untersucht – und festgestellt, dass es ungefährlich ist: Sand und Stein hatten sich über die Jahrzehnte im Inneren gesammelt. Der einst hochgiftige Inhalt war längst entwichen. Die vorsichtige Bergung des Fasses übernahm ein Baggerfahrer im Auftrag des Traunsteiner Wasserwirtschaftsamtes, unter der gemeinsamen Aufsicht der Polizei und des Kampfmittelräumdienstes München. In einem mit speziellen Sicherungen versehenen Fahrzeug wurde das Nebelfass zur weiteren Untersuchung gebracht und wird anschließend fachmännisch entsorgt.
Erst vor gut drei Wochen hatten Wanderer im Zauberwald in der Ramsau zwei Nebelfässer gefunden. Die einst mit hoch giftiger, sehr ätzender Chlorsulfonsäure gefüllten Behälter hatten Soldaten gegen Ende des Zweiten Weltkrieges eingesetzt. Der künstliche Nebel sollte Tarnung sein, um wichtige Ziele und auch den gesamten Talkessel vor Angriffen der Alliierten aus der Luft zu schützen.
Text und Fotos: Wasserwirtschaftsamt Traunstein




