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Überseer Friedhofs-Umgestaltung

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

„Der Friedhof Übersee als Teil des Lebens“  –Der Gemeinderat beschloss einstimmig die schrittweise Umgestaltung des Gemeindefriedhofs  – Seit langem wünschen sich viele Menschen im Todesfall für sich oder ihre Angehörigen keine Erdbestattungen mehr, sondern alternative Formen wie Baum oder Wiesenbestattungen.

Der Gemeinderat will diesem Wunsch gerecht werden und beauftragte im Januar des Vorjahrs das Friedhofskompetenzzentrum GmbH & Co. KG Rosenheim einen Plan für die Umgestaltung des Gemeindefriedhofs zu erarbeiten. Auch der Sozialausschuss hatte sich mehrfach mit dem Thema befasst und zahlreiche alternative Friedhöfe im In- und Ausland besucht.

In der jüngsten Sitzung des Gemeinderats stellte der Geschäftsführer der oben genannten Firma, Michael Hartl, ausführlich anhand einer Bilddokumentation die Pläne für die Überarbeitung des Friedhofs in drei Bauabschnitten vor. Bürgermeister Herbert Strauch (Freie Bürgerliste, FBL) sagte, dass viele andere Gemeinden bereits alternative Bestattungen anbieten und die Gemeinde Übersee auf ihrem gemeindlichen Friedhof glücklicherweise genug Platz für eine Umgestaltung habe. Wichtig sei es, dass die Pflege für den Friedhof nicht zu teuer werde, da der laufende Unterhalt eins zu eins auf die Nutzungsgebühren umgelegt werden müssten.

Optisch harmonische Gestaltung

Michael Hartl beschrieb den ersten Bauabschnitt im zentralen Bestattungsbereich, der jetzt noch eine Freifläche zwischen den Gräberfeldern ist. Hier können drei Wiesen- oder Baumgrabfelder mit je 24 Urnenplätzen mit je einer Stele und einem neu zu pflanzenden Baum entstehen, insgesamt also 72 Urnenplätze. Dazu sollen zwei Beete mit Gehölzen, Gräsern, Stauden und Bodendeckern mit Stahleinfassungen und einer Reling für Namenschilder errichtet werden, sogenannte Staudengräber. Ein neuer Brunnen oder Wassertrog ist angedacht, auch eine Wasserschale eventuell ein Wasserspiel. Außerdem soll eine Natursteinmauer als Sitzgelegenheit mit einer Länge von sieben Metern entstehen, die Wege und Sitzbänke neugestaltet werden, dazu die Hecke neu gepflanzt werden. Der Friedhof als zentraler Bestattungsort habe viele Vorteile, sagte Michael Hartl. Er solle den Bedürfnissen der Anlieger vor Ort entsprechen und „ein Ort der Begegnung“ sein. Ziel insgesamt sei es, den Friedhof zu beleben, so dass der „Friedhof Übersee als Teil des Lebens“ empfunden würde. Dafür spiele auch das optische Empfinden eine große Rolle. Für die Trauerarbeit auch der Kinder könnten Tafeln aufgestellt werden, die von Kindern gestaltet werden können, außerdem ein Trauerbriefkasten mit bereit liegenden Karten und Stiften. Möglich sei es zum Beispiel, die Karten bei Osterfeuer zu verbrennen.

Neuer Eingangsbereich

Im Eingangsbereich soll die jetzige Mauer zurückgebaut, der Weg verbreitert und eventuell eine Laube oder ein Rosenbogen als Eingangssituation entstehen. Der Fahrradständer wird versetzt, die bestehende Eibe gerodet und die Hecke ergänzt.

Der zweite Bauabschnitt betrifft den Stelenbereich neben dem Eingang und die Umverlegung in das nord-östliche Eck des Friedhofs. Sehr wichtig sei es, dass ein ordentlicher Eindruck entsteht, wozu natürlich die regelmäßige Pflege und auch Überwachung gehört. Keines der laufenden Nutzungsrechte solle gestört werden, so Hartl, aber jeder solle auch die Möglichkeit haben, neue Angebote zu nutzen. Zu den Kosten hieß es, dass bei Umsetzung des Gesamtkonzepts Kosten in Höhe von rund 261 000 Euro brutto anfallen. Die Kosten für den laufenden jährlichen Unterhalt konnten noch nicht ermittelt werden. Nicht nur die Erdgräber, sondern auch alle anderen Arten von Gräbern brauchen Pflege. Dazu kommen die Kosten für die Pflege der allgemeinen Flächen wie Wege, Eingrünung und Zaun um das Gelände, das wie bisher vom Bauhof erledigt wird. Der Bürgermeister sagte, dass der Friedhof zu den kostenrechnenden Einrichtungen der Gemeinde geöhrt. Investition und laufende Wartung sollten auf die Grabinhaber umgelegt werden. Auf keinen Fall sollte es so weit kommen, dass durch zu hohe Kosten und dann hohe Grabgebühren die Leute sich die verschiedenen Grabangebote nicht mehr leisten könnten.

Zu den Kosten sagte Michael Hartl, dass Urnenbestattungen für die Angehörigen viel viel günstiger seien als Erdbestattungen.

Bei der Aussprache sagte Bürgermeister Herbert Strauch, dass es wegen des demographischen Wandels zunehmend einen höheren Bedarf an Gräbern gebe. Er sprach sich dafür aus, den Mittelteil erstmal komplett umzusetzen. Heute falle dafür der Startschuss. Gemeinderätin Uschi Geiger (Gemeinsam für Übersee, GfÜ) sagte, dass sich bei der Umsetzung des Konzepts ein Bausteinsystem anbiete. Für wichtig hielt sie, wie auch andere Gemeinderäte, einen Pavillon zu bauen. Für viele ältere Leute sei der Gang zum Friedhof oft wie ein kleiner Ausflug, wo sie soziale Kontakte pflegen können. Auch Marco Ehrenleitner (CSU) hielt den Unterstand für „wichtig und richtig“.  Einstimmig beschloss der Gemeinderat das vorgelegte Konzept grundsätzlich. Der laufende Unterhalt des Friedhofs wie die Pflege der Grünflächen, von Sträuchern und Hecken sowie die Flächen für die neuen Bestattungsformen sollen für einen Zeitraum von vier Jahren ausgeschrieben werden. Baumpflege sowie Wegeunterhalt verbleiben bei der Gemeinde.

Bericht und Bilder:  Christiane Giesen  – Der Gemeindefriedhof Übersee wird in drei Bauabschnitten umgestaltet und für alternative Bestattungsformen geöffnet.

 

 

 



Redaktion

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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