Gastronomie

Saalachthaler auf Hopfen-Spur

Saalachthaler in Tracht vor dem Hopfenerlebnishof
Veröffentlicht von Toni Hötzelsperger

Schon früh um 7 Uhr trafen sich die Mitglieder der Saalachthaler an der Vereinshütte in der Reichenbachstraße, von wo der Bus der Fa. Schwaiger aus Bischofswiesen zum diesjährigen zweitägigen Vereinsausflug in die Hallertau aufbrach. Jung und Alt waren dabei – die jüngsten Mitfahrerinnen waren Kathi Neumann und Marlene Weber mit 15 Jahren, die älteste Mitfahrerin war Ehrenmitglied Monika Weber mit 80+.

Bei prächtigem Wetter ging die Fahrt über die A8 in Richtung Hallertau, genau gesagt nach Nandstadt, wo die Trachtler eine Besichtigung des Hopfenerlebnishofes Blomoser gebucht hatten. Die Hopfenbäuerin Daniela Blomoser empfing die Ausflugsgesellschaft mit freundlichen Worten und stellte das Programm vor. Zuerst erfuhren die Saalachthaler viel über die Geschichte des Hopfenanbaus, dann wurde ein Hopfengarten besucht, wo man erfuhr, dass für die Biererzeugung ausschließlich weibliche Hopfenpflanzen verwendet werden.

Männliche Pflanzen müssen ausgerottet werden – hierauf legt jeder Hopfenbauer seine größten Mühen. Männliche Hopfenpflanzen werden nur für Neuzüchtungen benötigt. Diese Neuzüchtungen finden in Laborverhältnissen in der Deutschen Gesellschaft für Hopfenforschung e.V. in Wolnzach statt. Die gängigsten Hopfensorten seien derzeit „Perle“, „Herkules“ und „Mandarina Bavaria”. Nach der Besichtigung der Pflück-, Sortier- und Abfüllanlagen in einer doch sehr großen Halle kam man zur Bierverkostung. Zum Bier wurden Schuchsen (frisches Schmalzgebäck) gereicht, was die Trachtler nach ihrer zweistündigen Anfahrt gern in Anspruch nahmen.

Nach dem einen oder anderen Getränk verabschiedeten sich die Trachtler recht herzlich bei der Hopfenbäuerin und setzten die Fahrt in Richtung Gasthaus Huber in Airischwand fort. Der dortige Wirt Johannes Selmayr ist der Familie Tanja und Willy Weber vom Saalachthaler Trachtenverein seit vielen Jahren bekannt, und die Begrüßung fiel deshalb sehr herzlich aus. Die Reisegruppe konnte sich im Anschluss von den hochqualitativen Kochkünsten von Johannes Selmayr überzeugen. Er und sein ganzes Team begeisterten alle Trachtler durch ihre große Gastfreundlichkeit und die spitzenmäßige Versorgung.

Nach viel zu kurzen zwei Stunden brachen die Trachtler wieder auf, um in Wolnzach das Deutsche Hopfenmuseum zu besichtigen. Hier konnte man viel über die Geschichte des Hopfenanbaus erfahren: wie früher gearbeitet wurde und was der Lohn der Arbeiter war. Zum Beispiel bekam man für einen vollen Korb mit handgezupften Hopfendolden 50 Pfennige (Am Vormittag hatte man beim Hopfenerlebnishof Blomoser versucht, einen Korb mit Dolden zu füllen – dies erschien aussichtlos …). Tatsächlich bekamen aber alle Arbeiter dreimal am Tag zu essen, das war mehr, als man sich damals wünschen konnte. Und vom Geld konnte man sich für den Winter ein paar Schuhe, Wolle oder Leinen zur Kleidungsherstellung kaufen – so genügsam war man damals.

Tatsächlich waren die Informationen aus der Führung für viele Mitglieder augenöffnend, weil man merkte, wie gut es doch heute jedem geht. Nun ging es mit dem Reisebus nach Reichertshofen, wo die Saalachthaler im Hotel Häußler ihre Zimmer bezogen. Viele nutzten noch die Freizeit und ruhten sich ein wenig auf dem Zimmer aus, bis man sich am Abend im Hotelrestaurant zu einem hervorragenden Abendessen wieder traf. Gespräche über das am Tage Erlebte machten den Abend kurzweilig, und auch die Vereinsmusikanten ließen es sich nicht nehmen, die Gesellschaft mit Diatonischer Ziach, Harfe und Gitarre zu unterhalten. Auch gesungen wurde noch, was allen eine besondere Freude bereitete.

Spät wurde es an diesem Abend. Trotzdem trafen sich alle Mitglieder ab 8.30 Uhr zum Frühstück, welches sehr, sehr reichhaltig war. Gegen 10.30 Uhr, nachdem alle Schlüssel abgegeben waren, ging es mit dem Bus nach Manching zum Kelten- und Römermuseum, das im November 2022 traurige Berühmtheit erfuhr, weil dort bei einem Einbruch rund 3.7 kg Goldmünzen aus der Zeit 100 v. Christus gestohlen wurden. Die Täter sind immer noch nicht gefasst – der Goldschatz wahrscheinlich eingeschmolzen (Keltischer Goldschatz von Manching – Wikipedia).

Nach einem rund anderthalbstündigen Aufenthalt besichtigte man noch die Altstadt von Manching, wo zufälligerweise verkaufsoffener Sonntag war. Die Trachtler hatten dort rund drei Stunden zur freien Verfügung, was alle sehr genossen. Eine Gruppe ging zum Wirt, um Mittag zu machen, andere trafen sich am Stadtplatz, wo der ansässige Trachtenverein „Paarthaler” einen Stand betrieb und auch Auftritte des Vereins stattfanden. Gegen 15 Uhr trafen sich dann alle wieder am Bus und es begann die Rückfahrt ins Berchtesgadener Land. Verkehrsbedingt wurde das Inntaldreieck und die A8 bis Rohrdorf über Nußdorf am Inn und Neubeuern umfahren. Von Frasdorf ging es dann aber wieder auf der A8 bis nach Hause weiter.

Abschließend ergriff Vorstand Willy Weber im Bus noch das Wort, um Mit-Organisatoren Huber Weber und den Trachtlern für alles zu danken. Ein expliziter Dank erging auch an Robert Schwaiger und Silvia Bernegger (Busreisen Schwaiger) für die umsichtige Fahrweise und die guten Tipps für die Ausflugsgestaltung. Ein bisschen müde, aber froh und munter erreichten die Trachtler Bad Reichenhall am späten Nachmittag und verabschiedeten sich voneinander.

Text und Bildmaterial: 1. Reichenhaller Heimat-und Gebirgstrachtenerhaltungsverein Saalachthaler e. V. ggr. 1900


Redaktion

Toni Hötzelsperger

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