Gesundheit

Grüner Engel für ehemaligen Nationalpark-Ranger

Veröffentlicht von Günther Freund

Günter Sellmayer für jahrelanges Engagement bei Inklusion ausgezeichnet

Mit dem Rollstuhl, Rollator oder Kinderwagen die wilden Nationalparkwälder erkunden – das ist bereits seit vielen Jahren im Nationalpark Bayerischer Wald möglich. Einer, der dazu maßgeblich beigetragen hat, ist Günter Sellmayer. Der ehemalige Nationalpark-Ranger, der mittlerweile selbst im Alltag überwiegend auf einen Rollstuhl angewiesen ist, wurde nun für sein Engagement für barrierefreies Naturerleben mit dem Grünen Engel, einer der höchsten Auszeichnungen im Umweltbereich in Bayern, ausgezeichnet.

Bei einer Feierstunde im Großen Sitzungssaal der Regierung von Niederbayern bekam Sellmayer die Auszeichnung von Regierungspräsident Rainer Haselbeck, der die Aufgabe stellvertretend für Umweltminister Thorsten Glauber übernahm, überreicht. „Sie zeigen eindrucksvoll, dass Naturerleben keine Frage körperlicher Grenzen sein darf. Mit großer Beharrlichkeit und außergewöhnlichem Einsatz setzen Sie sich dafür ein, dass die Waldwildnis im Nationalpark Bayerischer Wald allen Menschen offensteht.“ Sellmayer, der viele Jahre Mitarbeiter der Nationalpark-Wacht war, ist aufgrund einer Erkrankung teilweise selbst auf den Rollstuhl angewiesen. „Viele wichtige Angebote im Nationalpark gehen auf Ihre Ideen und Ihr Engagement zurück – von barrierearmen Erlebniswegen bis hin zu geführten Touren mit speziellen Elektrorollstühlen“, so Haselbeck in seiner Laudatio.

Günter Sellmayer (r.) erhielt von Regierungspräsident Rainer Haselbeck die Auszeichnung „Grüner Engel“. (Foto: Regierung von Niederbayern)

Günter Sellmayer selbst hat sich über die Auszeichnung sehr gefreut. „Nach meiner Diagnose hatte ich Sorge, dass ich meinen geliebten wilden Wald selbst nicht mehr erleben und anderen auch nicht mehr zeigen kann“, sagte Sellmayer. Diese Gedanken seien der größte Antrieb gewesen, es mit Unterstützung der Nationalparkverwaltung doch möglich zu machen. „Ich freue mich sehr über die Auszeichnung, aber noch mehr über die Möglichkeiten, gehandicapten Besuchern weiterhin die Besonderheiten unseres Nationalparks erklären und zeigen zu können.“

Auch Nationalparkleiterin Ursula Schuster gratulierte herzlich zur Auszeichnung. „Günter Sellmayer war einer der Wegbereiter der inzwischen fünf barrierearmen Wanderwege im Nationalpark.“ Generell habe es sich das Schutzgebiet auf die Fahnen geschrieben, ein Nationalpark für alle zu sein. „Günter Sellmayer war und ist uns bei allen Maßnahmen ein wertvoller Berater. Dank der Zusammenarbeit mit ihm ist es möglich, bei vielen Projekten von Anfang an inklusiv zu denken und die Perspektive von Betroffenen bei der Planung miteinzubeziehen.“ Der langjährige Ranger sei ein würdiger Botschafter des Ziels, ein Nationalpark für alle zu sein.

Sellmayer nahm die Auszeichnung mit Freude entgegen und warb bei der Gelegenheit, die barrierefreien Angebote des Nationalparks zu nutzen. „Mit diesen speziellen Elektrorollstühlen, die der Nationalpark vor ein paar Jahren angeschafft hat, ist es selbst mit Handicap gut möglich, Touren in die Waldwildnis zu unternehmen.“ Er freue sich darauf, künftig weitere Besucher bei diesen besonderen Führungen zu begleiten.


Redaktion

Günther Freund

1944 in Bad Reichenhall geboren, Abitur in Bad Reichenhall, nach dem Studium der Geodäsie in München 3 Jahre Referendarzeit in der Vermessungs- und Flurbereinigungsverwaltung mit Staatsexamen, 12 Jahre Amtsleiterstellverteter am Vermessungsamt Freyung, 3 Jahre Amtsleiter am Vermessungsamt Zwiesel und 23 Jahre Amtsleiter am Vermessungsamt Freyung (nach Verwaltungsreform mit Vermessungsamt Zwiesel als Aussenstelle). Seit 2009 im Ruhestand, seitdem in Prien am Chiemsee wohnhaft.

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