Solidarität & Lichtblicke

Flintsbach: KAB – Projekt Morogoro

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Seit 15 Jahren betreut die KAB München-Freising das Missionsprojekt Morogoro in Tansania. Eine vierköpfige Besuchergruppe mit Angela, Philomena, Maximilian (Arzt) und Junnit gab nun im Pfarrheim Flintsbach einen Überblick über die bisher verwirklichten Projekte. Zudem gewährten die Gäste Einblicke in das sozialpolitische Leben, die Arbeitswelt sowie in die Situation von Frauen- und Kinderrechten. Die Projekte folgen dem Grundsatz der Hilfe zur Selbsthilfe und können durch finanzielle Unterstützung und Spenden aus den Ortsverbänden aufrechterhalten werden.

Hannes Greller, ehemaliger hauptamtlicher Diözesansekretär, sowie Karl Busl, der als Dolmetscher fungierte, haben sich durch persönliche Besuche vor Ort von der Arbeit überzeugt und die Kontakte aufrechterhalten. Tansania, einst deutsche Kolonie – daher auch die deutsch klingenden Namen der vier Gäste –, ist eine Demokratie, befindet sich derzeit jedoch auf einem autokratischen Weg, was das Zusammenleben und die wirtschaftliche Entwicklung hemmt.

Das Projekt Morogoro basiert auf genossenschaftlichem Denken. Kleingewerbe wie Schneidereien, handwerkliche Tätigkeiten sowie landwirtschaftliche Projekte im ökologischen Anbau können in Zusammenarbeit mit der KAB gefördert werden. Voraussetzung dafür ist die Mitgliedschaft in einem Sparverein, die Vorlage eines Geschäftsplans sowie die Benennung von zwei Bürgen.

Der Arzt Maximilian betreut einen Bezirk, der von seinem Standort aus einen Radius von 20 Kilometern umfasst. Arztbesuche sind teuer und oft erst nach mehrstündigem Fußmarsch erreichbar. Die medizinische Grundversorgung für Kinder bis sechs Jahre ist kostenfrei. Probleme gibt es ähnlich wie in Deutschland: Es fehlt an ausreichend ausgebildetem Personal.

Junnit, die als Lehrerin arbeitet, schilderte ihren bewegten Lebensweg. Nach der Schulzeit – es besteht eine siebenjährige Schulpflicht – fand sie eine Anstellung als Hausmädchen, deren Entlohnung an die Eltern ging. Nach oft zwölfstündigen Arbeitstagen konnte sie durch Nachhilfe einen Schulabschluss ähnlich dem Abitur erwerben und damit Zugang zur Universität erhalten. Die Nachhilfe finanzierte sie durch einen Kredit aus dem Sparverein. Ihr Einkommen ermöglichte es später, ihre Kinder ausbilden zu lassen, darunter einen Sohn, der das Priesterseminar besucht. Ein Lebensweg, bei dem man sagen kann: Man hat es geschafft.

Ihre Ausführungen trug sie in perfektem Englisch vor. Der Arzt sprach in Kisuaheli, was sie wiederum übersetzte. Das Problem des Umweltschutzes werde nach ihren Aussagen nicht vorrangig vom Staat gelöst, sondern sei vor allem eine Aufgabe der Kirche. Dahinter stehe die Wertvorstellung einer „einen Welt“, die es zu schützen gelte.

Weitere Ausführungen gaben tiefe Einblicke in das tägliche Leben, die Zusammenarbeit sowie in die Konflikte, die das Land spalten. Über die KAB-Gruppen können Interessierte weitere Informationen erhalten.

Maria Vogt von der KAB Brannenburg konnte den afrikanischen Gästen einen Spendenscheck in Höhe von 250 Euro überreichen. Dieser Betrag wurde durch weitere Spenden nach der Veranstaltung noch erhöht.

Bericht und Foto: Thomas Schwitteck: Von links: Simon Schmid, Hannerl Astner von der KAB, Philomena (Lehrerin), Maximilian (Arzt), Angela, die das Projekt Morogoro vorstellte, Maria Vogt aus Brannenburg bei der Übergabe eines Spendenschecks, Hannes Greller von der KAB sowie rechts Dolmetscher Karl Busl.


Redaktion

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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