Abendliche Stimmungen zu Zeiten des allmählichen Sonnenuntergangs müssen nicht immer hell oder golden sein, auch wenn sich für den nächsten Tag dunkle Wolken ankündigen, kann der Anblick faszinieren. Ein passendes Beispiel ist das sogenannte „Weiße Marterl“ von Wildenwart an der Brandenberger Straße, das seit ein paar Jahren wieder dank der ehrenamtlichen Tätigkeiten von Ehrenoberleutnant und Maler Paul Panzer von den Priener Gebirgsschützen in frischen Farben erstrahlt.
Das „Weiße Marterl“ von Wildenwart wurde laut dem Büchlein „Flurdenkmäler in der Gemeinde Frasdorf“ (von Hildegard und Franz Osterhammer, erhältlich beim Heimat- und Kulturverein sowie bei der Tourist-Information Frasdorf) bereits im Jahr 1806 auf einem Aquarell von Jakob Dorner d.J. (einem ersten Chiemseemaler) festgehalten. Laut mündlicher Überlieferung wurde das Marterl zum Gedenken an einen Mord an einem Gesellen vom Schmied in Wildenwart errichtet. Ursprünglich stand es auf einer Insel-Weggabelung für Wildenwart, Brandenberg und Prutdorf. Als 2005 die Wildenwarter Umgehung gebaut wurde, kam es etwas weiter westlich wieder auf dem Grund der Schmied-Bauersfamilie von Wildenwart an einen neuen und seinen nunmehrigen Platz. Im Frühjahr 2006 ließ Ihre Königliche Hoheit Herzogin Elizabeth in Bayern am neuen Standort eine Linde pflanzen. Als vor einigen Jahren ein Sturm der Linde den Garaus machte, erklärte sich die Herzogin mit ihrer Königlichen Familie bereit, eine neue Linde zu spenden und pflanzen zu lassen. So lädt das Ensemble vom dann restaurierten Marterl mit Linde nahe der Pfarrkirche „Christkönig“ von Wildenwart mit einem kleinen Bankerl zu einer inneren Einkehr und ruhigen Rast ein.
Fotos: Hötzelsperger – Das „Weiße Marterl“ von Wildenwart in Abendstimmung








