Naturbeobachtungen am Chiemsee –
Tal- und Bodennebel ließen keine Zweifel, dass die kalte Jahreszeit die letzten warmen Oktobertage beendete. Spektakuläre Nebel verzauberten jetzt die Landschaft rund um den Chiemsee. Der erste Schnee dieses Winters glitzerte auf der Kampenwand. Die aufgehende Sonne vertrieb den Seerauch in der Hirschauer Bucht und gab den Blick frei auf eine große Schlickfläche, ehemaligen Seeboden, der durch extremen Niederschlagsmangel trockengefallen war. Zahlreiche Watvögel nutzten das ungewöhnliche Nahrungsangebot. Grünschenkel und Bekassinen wurden vom auftauchenden Seeadler bei der Würmerjagd gestört. Rostgänse suchten das Weite. Eine Kornweihe, ein Wintergast aus dem Norden überquerte die Bucht, während Brachvögel erfolgreich kleine Teichmuscheln erbeuteten. Lachmöwen entdeckten eine großen Jungfischschwarm, der über dreißig Silberreiher anlockte. Grünschenkel und Reiher hatten seit Wochen unzählige Grünfrösche im trockengefallenen Teichrosenfeld gefressen und dennoch fand ein Silberreiher noch einen der wohl letzten überlebenden Frösche. Ein Mäusebussard kreiste über der Bucht, als erneut der Seeadler, von Rabenkrähen attackiert, auftauchte und die Bekassinen aufschreckte. Die Beobachtung einer erfolglosen Jagd auf einen Stockentenerpel beendete meinen kurzweiligen Ausflug an den Chiemsee.
Text und Fotos: Andreas Hartl
























