Freizeit

RO-Lokschuppen: Antike, die begeistert

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Lernen in den Ferien? Anstrengend! Durch eine abwechslungsreiche Ausstellung streifen und ganz nebenbei das Wissen in Geschichte, Geografie, Religion oder Latein erweitern? Das klingt doch schon ganz anders.

Die RÖMER-Ausstellung im Lokschuppen Rosenheim bietet in den Herbstferien die Gelegenheit dazu. Ohne Zeitdruck und gemeinsam mit der Familie geht es auf eine Reise ins alte Rom. Wer darüber hinaus selbst kreativ werden möchte, kann einen der Ferienworkshops buchen und zum Beispiel ein römisches Armband gestalten, ein Mosaik legen oder eine Fibel nach historischem Vorbild anfertigen.

Bunt und lebendig statt trockener Geschichtsstoff

Wer bei einer Römer-Ausstellung an weiße Statuen, ehrfürchtige Stille oder an den ungeliebten Lateinunterricht denkt, liegt hier daneben. Bereits beim Betreten der Ausstellung wird der Gast mit Diskolichtern und stimmungsvoller Musik wie „Junge Römer“ von Falco begrüßt. Im Zentrum steht der Mensch im Römischen Reich und der Lokschuppen gibt auf vielfältige Weise die Möglichkeit, sich in ihn hineinzuversetzen. Ob als Lenker eines römischen Streitwagens, als Bäcker, der Getreide mit einem Mühlstein zu Mehl mahlt, oder als Baumeister einer römischen Idealstadt: Letztere erfreut sich großer Beliebtheit. So wurde „LOCDVNVM“ seit Ausstellungsbeginn bereits sechsmal auf- und wieder abgebaut.

Allein erkunden oder mit Guide

Für die Ausstellung müssen Besucherinnen und Besucher keine Römer-Experten sein. Wer die Ausstellung individuell erkunden möchte, kann sich vom Audioguide im angenehmen Hörbuchstil und mit wechselnden Stimmen begleiten lassen. Ab dem 1. November gibt es zudem einen KI-Audioguide für 3 €, der auf die persönlichen Interessen und Fragen der Gäste eingehen kann. Wer lieber im direkten Austausch mehr über die Antike erfahren möchte, ist bei einer Führung mit den Guides des Lokschuppens richtig: Sie ordnen die Exponate in ihre Zeit ein, greifen Fragen aus der Gruppe auf und erzählen auch von den weniger bekannten Seiten des römischen Lebens. Zur Auswahl stehen eine Führung für alle Altersgruppen, eine Kinderführung und als besondere Empfehlung des Hauses die „Führung in Gewandung“, die immer dienstags und sonntags stattfindet. In Tunika und Toga gekleidete Ausstellungs-Guides nehmen die Gäste mit in die antike Welt vor 2.000 Jahren. Ein Erlebnis, das Kindern nicht nur lange in Erinnerung bleibt, sondern naheliegende Fragen aufwirft: Was verrät Kleidung über Rang und Status? Wie alltagstauglich waren römische Gewänder?

Führungen können online unter www.lokschuppen.de oder telefonisch (+49 8031 365 9036) gebucht werden.

Ein Stück Antike zum Mitnehmen

Für viele Lokschuppen-Fans gehört das selbst gebastelte Werkstück zu den prägenden Momenten ihres ersten Ausstellungsbesuchs. Auch die RÖMER-Ausstellung knüpft an diese Tradition an: Beim Workshop „RÖMER-Armband“ gestalten Kinder ein eigenes römisches Armband aus Leder und Metallfolie. Bei „RÖMER-Mosaik“ wird Stein für Stein ein kleines Mosaikwerk erschaffen. Eine hübsche Gewandspange wird beim Workshop „RÖMER-Fibel“ gebastelt, die dem Original in der Ausstellung verblüffend ähnlich sieht. Gut zu wissen: Die Workshops dauern jeweils 45 Minuten und finden in den Ferien montags, mittwochs und samstags statt. Sie sind für Kinder ab 7 Jahren geeignet; jüngere Kinder können in Begleitung ihrer Eltern teilnehmen.

Alle Termine sind im Webshop unter www.lokschuppen.de aufgeführt.

Bericht: Lokschuppen Rosenheim – Fotos: Axel Jusseit 

Foto 1: Interaktive Stationen machen die Geschichte des Römischen Reiches auf vielfältige Weise zugänglich.

Foto 2: Gemeinsam einen römischen Streitwagen zu steuern, macht beim interaktiven Wagenrennen doppelt Spaß.

 


Redaktion

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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