Naturbeobachtungen am Chiemsee –
Ich war am 20. Oktober an der Prienmündung und da sind momentan viele Wasservögel zu beobachten.
Das sonnige Herbstwetter der letzten Tage zieht einen förmlich nach draußen. Trotz des Sonnenscheins ist es an der Prienmündung inzwischen merklich kühler geworden, und ein leichter Wind weht über das Wasser. Wo vor Kurzem noch Badegäste und Sonnenanbeter lagen, haben nun Enten und Möwen die Stege und Badeplattformen übernommen. Auf der Kiesbank ruht sich eine große Anzahl von Graugänsen aus. Gänsesäger, Blässhühner, Schwäne, Löffel- und Kolbenenten schwimmen gemächlich im Wasser oder putzen in aller Ruhe ihr Gefieder. Alles wirkt friedlich – bis plötzlich ein Schwarm Graugänse mit lautem Geschnatter auffliegt und sich eine Rabenkrähe lautstark mit einer Möwe anlegt.
Mitten in diesem Trubel fällt eine weiße Ente auf, die sich von dem Lärm überhaupt nicht beeindrucken lässt. Es ist eine Warzenente – eine Art, die ich hier an der Prienmündung noch nie gesehen habe. Statt Federn trägt sie am Kopf eine rote, warzenartige Haut. Sie schnattert auch nicht, sondern gibt nur zischende und glucksende Geräusche von sich. Da diese Enten, die es in vielen Farbvarianten gibt, schnell zahm werden, hält man sie gerne als Ziervögel. Da stellt sich mir die Frage: Wo ist dieses Exemplar wohl ausgebüxt?
Text und Fotos: Ursula Schottroff











