1.000 Stunden ehrenamtliche Arbeit für den Fahrspaß auf zwei Rädern TSV Marquartstein schafft mit viel Eigenleistung einen Mountainbike-Spiel- und Motorikplatz – Wo einst eine Eistockbahn am Parkplatz der Hochplattenbahn lag, können jetzt Mountainbiker ihre Runden drehen und Sprünge wagen. Nach einer Idee von Bürgermeister Andreas Scheck, vielen überwundenen Hürden und rund 1000 ehrenamtlichen Arbeitsstunden konnte der neue MTB-Spiel- und Motorikplatz eingeweiht werden – ein beeindruckendes Gemeinschaftswerk des TSV Marquartstein, Abteilung Mountainbike.
Federführend engagierten sich Thomas Sachenbacher, Joschi Althammer und Ralf Schäfer, die das Projekt planten und koordinierten. Auch die Bayerischen Staatsforsten, in deren Eigentum sich die Fläche befindet, standen dem Vorhaben positiv gegenüber und bezeichneten es als Vorzeigeprojekt.
Was entstanden ist, kann sich sehen lassen: Vier Bereiche bieten Kindern und Erwachsenen Möglichkeiten, Fahrtechnik und Balance zu verbessern – vom Einsteiger bis zum Profi. Wellen, mobile Motorik-Elemente und Sprung-Tables in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden sorgen für Abwechslung. Die Grundkonstruktionen sind aus Eisen (gesponsert von Mey Maschinenbau in Prien), die mit Holz beplankt wurden. Weitere ortsansässige Firmen unterstützten die Arbeiten mit Maschinen und Material. So half die Firma Aigner beim Abtragen des alten Bodens und beim Einbringen des Erdmaterials. Der Platz kommt ohne zusätzliche Bodenversiegelung aus, nutzt vorhandene Ressourcen und hauptsächlich Naturmaterialien.
Möglich wurde das Projekt vor allem durch ehrenamtlichen Einsatz. Bei seiner Begrüßung sprach Joschi Althammer von einem Förderungs-Paradoxon: Entscheidend seien die vielen helfenden Hände und unbürokratische Unterstützung gewesen. Das Ökomodell Achental half mit Mitteln aus dem Regionalbudget, die Gemeinde steuerte 5000 Euro bei. Rotwild, Sabold und Radl Stadl spendeten ebenso wie weitere Unterstützer. 4000 Euro kamen durch Crowdfunding zusammen, 500 Euro vom Marquartsteiner Gymnasium, Mathias Ramoser. Insgesamt wurde der Platz für 19 500 Euro verwirklicht. Ein Projekt dieser Größenordnung würde normalerweise rund 150 000 Euro kosten – ein Unterschied, der die Leistung des TSV eindrucksvoll verdeutlicht.
Kostenlos und öffentlich zugänglich soll der Platz nicht nur die Fahrtechnik, Motorik und Umsicht fördern, sondern auch ein Ort der Begegnung werden. Bürgermeister Andreas Scheck verglich die obere Absprungstelle scherzhaft mit der Sprungschanze in Innsbruck.
Während der Begrüßungsreden warteten die jungen Mountainbiker schon ungeduldig auf den Startschuss. Als Thomas Sachenbacher schließlich aufforderte, „Gas zu geben und es krachen zu lassen“, gab es kein Halten mehr. Die Erfahrenen flogen mit ihren Rädern über die Hindernisse, die Jüngsten bekamen noch Unterstützung von Papa. Überall war die Freude spürbar. Sie zeigte eindrucksvoll, was mit 1000 Stunden ehrenamtlichem Einsatz entstehen kann: ein Platz, der Bewegung ermöglicht, Menschen zusammenbringt und Kindern ein breites Grinsen ins Gesicht zaubert.
Text und Bildmaterial: Sybilla Wunderlich










