Zwei Tage Handball in der Ludwig-Thoma-Halle, zahlreiche Begegnungen von den Jugendteams bis zu den Herren und ein besonderer Anlass abseits des Spielfelds: Der erste große Heimspieltag der Saison 2026/27 stand ganz im Zeichen des 75-jährigen Bestehens der Priener Handballabteilung. Ein großer Verkaufsstand zum Jubiläum ergänzte das sportliche Programm und machte das Wochenende zu mehr als einer gewöhnlichen Spielrunde.
Herren I: Mit 29:22 zum verdienten Heimsieg
Den sportlichen Höhepunkt des Samstags setzte die erste Herrenmannschaft. Im Bezirksliga-Duell mit dem TuS Raubling setzte sich Prien mit 29:22 (16:14) durch und bescherte dem ersten Heimspieltag einen überzeugenden Abschluss. Nach zwei Unentschieden zum Saisonbeginn war es der erste Sieg der Mannschaft in der neuen Spielzeit.
Die Hausherren fanden sofort in die Partie: Stefan Ziegmann und Julian Lindner stellten früh auf 2:0, Patrick Lukac erhöhte mit zwei weiteren Treffern auf 6:2. Prien blieb zunächst tonangebend und erarbeitete sich durch Tore von Florian Möderl, Lindner und Florian Micklitz eine 14:8-Führung. Doch Raubling gab sich nicht geschlagen. Die Gäste verkürzten in den letzten Minuten vor der Pause deutlich, sodass beim Stand von 16:14 wieder alles offen war.
Nach dem Seitenwechsel rückte Raubling bis auf 17:16 heran. Prien antwortete mit Treffern von Darius Fritz und Julian Lindner, konnte den Gegner aber zunächst nicht endgültig abschütteln. Beim 20:19 in der 43. Minute drohte das Spiel erneut zu kippen. Gerade in dieser Phase bewies die Heimmannschaft Nervenstärke: Lindner traf zum 21:19, anschließend sorgten Micklitz und Esat Gashi für wichtige Tore. In der Schlussphase machte Prien aus einem 24:21 ein deutliches 29:22. Möderl setzte mit seinem siebten Treffer den Schlusspunkt.
Bemerkenswert war die breit verteilte Torausbeute: Acht Priener Feldspieler trugen sich in die Torschützenliste ein. Florian Möderl war mit sieben Toren erfolgreichster Werfer, gefolgt von Julian Lindner mit sechs Treffern. Insgesamt zeigte die Mannschaft nach der knappen ersten Halbzeit eine konzentrierte Schlussphase und belohnte sich mit zwei Punkten.
Der Verlauf machte deutlich, wie wichtig es für die Priener war, auch unter Druck geduldig zu bleiben. Nach der frühen Führung hatte Raubling die Begegnung bis zur Halbzeit wieder offen gestaltet und setzte die Gastgeber auch nach Wiederanpfiff unter Druck. Doch statt sich vom knappen Spielstand verunsichern zu lassen, fand Prien in den entscheidenden Angriffen die passenden Antworten. Vor allem das Zusammenspiel der verschiedenen Torschützen erwies sich als Trumpf: Die Verantwortung verteilte sich auf mehrere Schultern, sodass die Gäste nicht nur einen einzelnen Werfer ausschalten konnten. Mit zunehmender Spieldauer gelang es den Hausherren, sich wieder klarer abzusetzen und den Vorsprung bis zum Schlusspfiff auf sieben Tore auszubauen. Gerade nach den beiden Remis zum Auftakt dürfte dieser Erfolg der Mannschaft zusätzliches Selbstvertrauen für die kommenden Aufgaben geben. „Letzte Saison hätten wir in bestimmten Spielphasen wahrscheinlich die Nerven verloren. Heute sind wir, wie auch schon in den letzten beiden Spielen, bei uns geblieben und haben unser Spiel, das natürlich noch deutlich ausbaufähig ist, durchgezogen.”, äußerte sich Trainer Igor Lukac nach dem Spiel. Am kommenden Samstag gastiert der TuS um 20 Uhr in Rosenheim beim HC Inntal.
Torhüter: Samuel Anyalai, Stefan Bauer. Feldspieler: Esat Gashi (2), Philipp Bidot (0), Julian Lindner (6), Darius Fritz (3), Jakob Wander (1), Nico Beilhack (0), Stefan Ziegmann (2), Florian Möderl (7), Lukas Huber (0), Florian Micklitz (4), Patrick Raul Lukac (4).
Oberliga-C-Jugend: 37:37 nach dramatischer Schlussminute
Am Sonntag lieferte die männliche C-Jugend in der Oberliga gegen den SV Anzing einen echten Handballkrimi. Nach 50 torreichen Minuten stand ein 37:37 (19:16) auf der Anzeigetafel. Besonders bitter aus Priener Sicht: Noch kurz vor Schluss lag das Heimteam mit drei Treffern vorne.
Zunächst hatte Anzing den besseren Start erwischt und sich auf 7:12 abgesetzt. Die Priener fanden jedoch immer besser ins Spiel. Sorosh Haidari übernahm Verantwortung im Angriff, Moritz Bödeker steuerte wichtige Treffer bei. Aus dem Rückstand wurde beim 12:12 der Ausgleich, kurz darauf drehte Prien die Begegnung. Mit einer 19:16-Führung ging es in die Pause.
Auch in der zweiten Hälfte blieb die Partie temporeich. Prien verteidigte den Vorsprung und lag zwischenzeitlich mit fünf Toren vorne (31:26). Simon Vodermair zeigte sich vom Siebenmeterpunkt besonders sicher und verwandelte alle vier Strafwürfe. Neben ihm prägten Haidari und Bödeker mit ihrer Treffsicherheit das Priener Angriffsspiel. Als Antoine Louchet in der 49. Minute das 37:34 erzielte, schien der Heimsieg greifbar. Doch Anzing verkürzte durch Ferdinand Zücker zweimal und glich durch Fabian Hartmann wenige Sekunden vor Schluss zum 37:37 aus.
So blieb trotz einer starken Aufholjagd und langer Führung nur ein Punkt. Die Leistung und vor allem die 37 erzielten Treffer unterstrichen dennoch, dass die Priener C-Jugend in der Oberliga sehr gut mithalten kann. Erfolgreichste Werfer waren Sorosh Haidari (11), Simon Vodermair (9, davon vier Siebenmeter) und Moritz Bödeker (8).
Viele Mannschaften, viele Geschichten
Schon am Samstagmorgen startete der Heimspieltag mit den Nachwuchsteams. Die weibliche D-Jugend musste sich dem SBC Traunstein mit 6:32 geschlagen geben. Anschließend überzeugte die weibliche C-Jugend mit einem klaren 33:16 gegen den SHC Salzburg. Auch die weibliche B-Jugend setzte mit dem 32:14 gegen den TSV Grafing ein Ausrufezeichen. Die zweite Herrenmannschaft unterlag dem TSV Haar mit 20:41. Das angesetzte Frauenspiel gegen den TuS Raubling wurde nicht ausgetragen; ein Ergebnis liegt daher nicht vor.
Am Sonntag verlor die zweite männliche D-Jugend mit 18:23 gegen den TSV Brannenburg II. Die zweite männliche C-Jugend gewann ein torreiches Duell gegen den TuS Raubling mit 45:39. Die männliche B-Jugend musste sich dem TSV München-Ost mit 22:27 geschlagen geben, ehe das Oberliga-Spiel der ersten C-Jugend den Schlusspunkt unter das Wochenende setzte.
75 Jahre Handball: Ein Heimspieltag mit besonderem Rahmen
Neben dem Spielgeschehen rückte auch das Jubiläum in den Mittelpunkt: Mit einem großen Verkaufsstand zum 75-jährigen Bestehen der Handballabteilung bot der TuS Prien einen zusätzlichen Anlaufpunkt in der Halle. Der erste Heimspieltag verband damit sportlichen Wettbewerb, Vereinsleben und den Blick auf eine lange Handballtradition. Der gelungene Auftritt der ersten Herren und das packende Oberliga-Duell der C-Jugend lieferten dazu die passenden sportlichen Geschichten.
Text: Florian Micklitz – Bildquelle: Joel Dietenhofer
Bildunterschrift: Esat Gashi erkämpfte sich mit seinen Prienern den ersten Saisonsieg.




