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Genusstage am Hilgerhof

Ausstellung mit zahlreichen Apfel‑ und Birnensorten im Stadel des Hilgerhofs
Veröffentlicht von Toni Hötzelsperger

Großes „Stell‑Dich‑Ein“ zu den Genusstagen am Hilgerhof Pittenhart‑Niederbrunn: Erstmals haben der Bezirksverband Imker Oberbayern e.V. und der Kreisverband Traunstein für Gartenkultur und Landespflege e.V. zu den Genusstagen am Hilgerhof bei Pittenhart eingeladen.

Viele Fragen, die an Sepp Reithmeier vorab gestellt wurden, waren „was ist denn unter Genusstagen zu verstehen, was wird denn angeboten“, wie der Hausherr des Hilgerhofes eingangs seiner Begrüßung sagte. Für Reithmeier steht das Motto des Tages gleich mit den wertvollsten Dingen, die die Natur schenkt. „Naturreines Obst in seiner Vielfalt ist wichtig für die Ernährung und Umwelt und da dazu die Honigbiene am Hilgerhof“, schwärmte er.

Hervorragend sei, so Reithmeier, die Zusammenarbeit in seiner Funktion als Vorsitzender des Imker Bezirksverbandes Oberbayern und als Vorstand des Kulturvereins Hilgerhof mit dem Kreisverband Traunstein für Gartenkultur und Landespflege e.V.

Ein großes Lob sprach Reithmeier Markus Breier, Kreisfachberater Traunstein für Gartenkultur und Landespflege e.V., aus. „Ein Wahnsinn, was du da aufgebaut hast“, sagte er. Gerade im Rahmen des Projekts „Apfel, Birne und Berge“ ist am Hilgerhof der Obstsorten‑Erhaltungsgarten des Landkreises Traunstein entstanden. Der Hilgerhof, wie ihn Breier beschreibt, sei ein ganz besonderer Ort, eine Dokumentations‑ und Bildungsstätte mit Museum, wo es einiges zum Entdecken und Anschauen gibt. Zum Entdecken und Genießen gab es bei den Genusstagen einiges, angefangen bei den alten Obstsorten, von denen Breier über 200 verschiedene Sorten aus der unmittelbaren Region zum visuellen Genießen und Bestaunen im Stadel aufgebaut hatte, von ganz alten bis zu modernen Sorten – für jeden war etwas zu finden. Schade nur, dass der „himmlische Duft“ im Raum nicht in einem Foto festgehalten werden kann. Genuss boten auch die Präsentation und anschließende Verkostung von edlen Bränden und Likören, Obstsortenbestimmung und Sortenwahl bis hin zu Apfelessig, Most, Saft und Streuobst‑Cocktails.

Der erste Tag der Genusstage stand ganz unter dem Schwerpunkt „Apfel‑Birne und Berge“. Vorträge rund um Streuobst, Sortenvielfalt und nachhaltigen Anbau wurden angeboten. Sehr großes Interesse zeigten die Besucher an den Führungen von Markus Breier durch den Obstsorten‑Erhaltungsgarten. Mit viel Wissen und zahlreichen Tipps zur Erhaltung der vom Aussterben bedrohten Apfel‑ und Birnensorten begeisterte der Kreisfachberater seine Zuhörer. Groß war auch der Andrang am Tisch der Sortenbestimmung. Markus Breier, Maria Seidinger aus Ebersberg und Georg Loferer hatten alle Hände voll zu tun, um die unterschiedlichsten Äpfel und Birnensorten zu erkennen. Weit über die Region hinaus fand diese Aktion Interesse; sogar aus Ingolstadt reiste man an, um zu erfahren, welche Sorte ein Apfelbaum liefert.

Was gehört mehr zusammen als Obstbau und Bienenzucht – eine wunderbare Historie, die viele Jahre zurückreicht und über die Jahre hinweg die Bevölkerung ernährt und bereichert.

Die Veranstaltung am zweiten Tag war der Imkerei, den Bienen und der Honigprämierung gewidmet. Erstmals fand eine Honigprämierung für Honige aus dem oberbayerischen Raum statt. Kein Geringerer als der ehemalige Honigobmann Stefan Ammon (Ehrenvorsitzender Kreisverband Imker Südostbayern e.V., Ehrenvorsitzender Imkerverein Freilassing und Umgebung e.V. und Schriftführer Bezirksverband Imker Oberbayern e.V.) hatte federführend die Prämierung übernommen.Zur Honigprämierung hatten sich 154 Imker angemeldet. Die Honigprüfung fand im Vorfeld unter Leitung von Stefan Ammon sowie vier Honigsachverständigen und fünf Helfern im Pittenharter Pfarrheim statt. Geprüft wurde nach den strengen Regeln des Deutschen Imkerbundes. Besonderes Augenmerk wurde nach der Anonymisierung der Honige auf Gewicht, Aufmachung, Sauberkeit, Konsistenz, Geruch und Geschmack gelegt. Die labortechnischen Untersuchungen wurden im akkreditierten Labor des Imkerhof Salzburg durchgeführt. Dabei wurden Wassergehalt (weniger als 18 %) und der Enzymgehalt (mindestens 64 Einheiten nach Prof. Sigentaler (U/Sig.)) geprüft. Auf Grund der hervorragenden Honigqualität in der Region und des hohen imkerlichen Ausbildungsstands der Teilnehmer sind nur 7 % der Honige aus der Wertung gefallen, wie Stefan Ammon erklärte. Die Honiggläser wurden am Samstag im Stadel des Hilgerhofes zur Schau gestellt. Beeindruckend waren die vielen unterschiedlichen Farben der Honigsorten. Die prämierten Honige werden in einem separaten Bericht bekannt gegeben.

Unter der Leitung von Stefan und Elisabeth Ammon wurden im Schützenstüberl einige der prämierten Honige verkostet; die Besucher hatten so die Möglichkeit, die große Geschmacksvielfalt des oberbayerischen Honigs zu erleben. Alle übrigen Honiggläser werden an die Tafeln in der Region verteilt.

Bildquelle: Georg Unterhauser – www.luftbild-traunstein.de


Redaktion

Toni Hötzelsperger

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