Kultur

Beurer CantaRhei in Rotter Kirche

Plakatmotiv zur Aufführung der h‑Moll‑Messe in Rott am Inn.
Veröffentlicht von Toni Hötzelsperger

Am Sonntag, den 18. Oktober, bringt der Chor „Beurer CantaRhei“ gemeinsam mit dem Originalklang-Ensemble Concerto München eines der zentralen Werke der Musikliteratur zur Aufführung: die h‑Moll‑Messe von Johann Sebastian Bach. Konzertbeginn ist um 18 Uhr in der Klosterkirche Rott am Inn, im Rahmen des „Musiksommers zwischen Inn und Salzach“.

Als Solisten wirken Johanna R. Falkinger (Sopran), Ulrike Malotta (Mezzosopran), Julian Habermann (Tenor) und Ansgar Theis (Bass) mit. Die musikalische Leitung liegt bei Karl Prokopetz, der das Werk bereits 1982 in Neubeuern erstmals als Chorsänger erlebte. Harmonik, Polyphonie, Glanz und Tiefe der Messe prägten sich ihm damals unauslöschlich ein und ließen den Wunsch entstehen, dieses Werk eines Tages selbst aufführen zu dürfen, ein Wunsch, der sich nun, über vier Jahrzehnte später, erfüllt.

Bach stellte die h‑Moll‑Messe, sein einziges vollständiges Messewerk, nach jüngeren musikwissenschaftlichen Erkenntnissen erst rund ein Jahr vor seinem Tod zusammen. Bis auf Kyrie und Gloria griff er dabei auf bereits vorhandene Kompositionen, etwa aus seinen Kantaten, zurück, ein zu seiner Zeit übliches Verfahren, das als „Parodie” bezeichnet wird. Doch Bach kopierte die Sätze nicht bloß: Er passte sie in Tonart, Instrumentierung und formaler Gewichtung so an, dass sie zusammen die Symmetrie und den Aufbau seiner einzigen „Missa tota” ergeben.

Da das Werk für eine liturgische Aufführung zu umfangreich war und die Form des geistlichen Konzerts damals noch nicht existierte, wusste Bach, dass er es selbst nie als Ganzes würde hören können. Gerade dieser Umstand nährt unter Musikwissenschaftlern die Überzeugung, dass es sich um ein auftragsloses Vermächtniswerk handelt: das künstlerische Resümee eines Lebens im Zeichen demütigen Glaubens. Seine ganze kompositorische Tiefe, seine Kunstfertigkeit und sein Einfallsreichtum fließen in diese eine Komposition, die Bach mit den Worten „Soli Deo Gloria“, „Gott allein sei die Ehre“ beschließt.

Karten sind online unter www.muenchenticket.de sowie, nach Verfügbarkeit, an der Abendkasse erhältlich.

Text: Karl Prokopetz – Bildmaterial: Neubeurer Chor / Rainer Nitzsche


Redaktion

Toni Hötzelsperger

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