Bei strahlend blauem Himmel und Sonnenschein setzte sich der festliche Zug mit der Erntekrone am Ritter-Marquart-Brunnen in Marquartstein in Richtung Kirche in Bewegung. Angeführt von Diakon Johannes Notter und seinen Ministranten und viel Weihrauch, folgten die Musikkapelle unter der Leitung ihres Dirigenten Konrad Müller, der Trachtenverein, die Feuerwehr, die Fahnenabordnungen, die Schützen und weitere Vereine.
In der festlich geschmückten Kirche wurden die Teilnehmer des Zuges und die Gläubigen von Ruhestandspfarrer Hans Krämmer zum Erntedankgottesdienst empfangen.In seiner Predigt griff Diakon Notter das Gleichnis vom Weinberg aus dem Evangelium auf. In der Bibel stehe der Weinberg sinnbildlich für das Leben und die Natur, die Gott den Menschen anvertraut habe. Auch die Veränderungen in der Kirche sprach er an: Die Zahl der Gläubigen in den Gemeinden werde weniger. Dennoch könne die Kirche ein Ort bleiben, an dem Menschen Trost und Hoffnung finden und Gemeinschaft erleben. Notter ermutigte dazu, dankbar zu sein, das Gute bewusst wahrzunehmen und die Gaben Gottes – Liebe, Hoffnung, Glaube und Warmherzigkeit – als wertvolle Botschaft anzunehmen.
Eine Überraschung zum 20. Dienstjubiläum
Mit einer besonderen Überraschung endete der Gottesdienst für Diakon Johannes Notter. Zu seinem 20-jährigen Dienstjubiläum in der Gemeinde wurde ihm herzlich gratuliert und für sein langjähriges Wirken gedankt. Pfarrer Krämmer, Vertreter des Trachtenvereins und der Gemeinde überreichten ihm einen Blumenstrauß. Vor der Kirche wartete zudem ein kleines Fest mit einem liebevoll vorbereiteten Buffet, und die Musikkapelle brachte dem Jubilar ein Ständchen. Sichtlich überrascht nahm Notter die Glückwünsche entgegen. „Die 20 Jahre sind so schnell vergangen“, meinte er rückblickend. In dieser Zeit durfte er viele Menschen auf ihrem Lebensweg begleiten: Kinder auf dem Weg zur Erstkommunion, junge Ministranten bei ihren ersten Schritten im kirchlichen Dienst und inzwischen sogar ehemalige Kommunionkinder bei ihrer Hochzeit und der Taufe ihres ersten Kindes. Diese Begegnungen und die vielen gemeinsamen Erlebnisse seien für ihn ein großer Schatz. Vor allem aber sei er dankbar, Teil dieser Gemeinde zu sein.
So wurde aus dem Erntedankfest nicht nur ein Tag des Dankes für die Gaben der Natur, sondern auch ein herzliches Zeichen der Wertschätzung für einen Menschen, der die Gemeinschaft in Marquartstein seit zwei Jahrzehnten mitprägt.
Bericht und Fotos: Sybilla Wunderlich







