Bayerischer Honig ist ein hochwertiges regionales Lebensmittel – und hinter jedem Glas steht zugleich die enorme Bestäubungsleistung der Bienen. Beim Empfang der neuen Bayerischen Honigkönigin Ramona Spitzner und der neuen Bayerischen Honigprinzessin Marina Harsch würdigte Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber die Arbeit der Imkerinnen und Imker und wies zugleich auf ihre wachsenden Herausforderungen hin.
„Unsere Imkerinnen und Imker produzieren nicht einfach nur Honig. Mit ihren Bienen leisten sie einen unschätzbaren Dienst für Landwirtschaft, Kulturlandschaft und Artenvielfalt. Deshalb nehme ich ihre Sorgen sehr ernst. Wer unsere Bienen schützt, schützt ein Stück unserer Lebensgrundlage“, sagte Kaniber. Eine wachsende Herausforderung ist die Asiatische Hornisse. Die invasive Art jagt gezielt Honigbienen und kann Bienenvölker erheblich schwächen. Seit dem ersten Nachweis in Bayern 2022 hat ihre Verbreitung deutlich zugenommen: 2023 wurden fünf Nester gefunden und entfernt, 2024 waren es 19, im letzten Jahr bereits 33. Auch 2026 wurden in Bayern weitere Nester entdeckt und beseitigt. Erste Funde wurden auch in München bestätigt. „Die Asiatische Hornisse ist keine theoretische Gefahr mehr. Sie ist da. Deshalb lassen wir unsere Imkerinnen und Imker nicht allein. Wir wollen ihre Ausbreitung möglichst stark bremsen und Schäden für unsere Bienenvölker begrenzen.
Dafür hat die Staatsregierung einen Bayerischen Aktionsplan aufgelegt. Am Institut für Bienenkunde und Imkerei in Veitshöchheim arbeitet eine zentrale Koordinierungsstelle, Fachleute werden für die Suche und Entfernung von Nestern geschult und der Freistaat unterstützt die Bekämpfung finanziell. Für drei Jahre stehen dafür rund 700.000 Euro bereit.
Gleichzeitig verbessert Bayern die Nahrungsgrundlage für Bienen und andere Insekten. Über das Kulturlandschaftsprogramm KULAP honoriert der Freistaat Landwirte, die freiwillig Blüh- und Lebensräume schaffen. Die von den Bauern angelegten und gepflegten Blühflächen konnten mit Förderung des Landwirtschaftsministeriums in den letzten Jahren massiv ausgeweitet werden. Allein für die seit 2023 unter dem Kürzel „K56 – Mehrjährige Blühflächen“ angebotene Maßnahme wurden bis 2026 rund 10.000 Hektar beantragt. Dazu gehört auch die besonders pollen- und nektarreiche Saatgutmischung „Bienenweide Bayern“. „Unsere Bauern schaffen damit Lebensräume für Honigbienen, Wildbienen und viele andere Arten. Das zeigt: Landwirtschaft und Artenschutz gehören zusammen. Wir unterstützen diejenigen, die auf ihren Flächen ganz praktisch etwas für die Artenvielfalt tun“, sagte Kaniber.
Der Ministerin wünschte Kaniber den neuen Honighoheiten viele spannende Begegnungen und erfolgreiche Auftritte: „Unser bayerischer Honig ist ein echtes Stück Heimat zum Schmecken. Hinter jedem Glas stehen Wissen, Leidenschaft und viel Arbeit unserer Imkerinnen und Imker. Sie beide geben diesem besonderen Naturprodukt in den kommenden zwei Jahren ein Gesicht. Ich wünsche Ihnen viel Freude dabei, den Menschen zu zeigen, was unsere Bienen und unsere Imkerei für Bayern leisten.“ Für die neu gewählten Honighoheiten gehört der Antrittsbesuch traditionell zu den ersten Terminen ihrer Amtszeit. Ramona Spitzner und Marina Harsch erwartet in den kommenden zwei Jahren ein umfangreiches Programm mit Auftritten im In- und Ausland. Dabei informieren sie über die Arbeit am Bienenstand, die Bedeutung der Bienen für Landwirtschaft und Kulturlandschaft und werben für regional erzeugten bayerischen Honig.
Honigkönigin Ramona Spitzner, Vertriebsmanagerin im Tourismusbereich, stammt aus dem Landkreis Neustadt an der Waldnaab, Honigprinzessin Marina Harsch aus dem Landkreis Donau-Ries. Die beiden neuen Honighoheiten folgen auf Elena Eberl und Anja Bürzer.
Text: StMELF – Foto: Florens Dittrich/StMELF – Staatsministerin Michaela Kaniber mit Honigprinzessin Marina Harsch (links) und Honigkönigin Ramona Spitzner (rechts)




