Kultur

LEADER fördert Torfbahnhof Rottau

Vor der maroden Verladehalle des Torfbahnhofs Rottau (von links): Irene Biebl-Daiber, Herbert Strauch, Stephan Bieber, Burkhard Dickehut, Rainer Stark, Martin Grambow und Brigitte Stark.
Veröffentlicht von Toni Hötzelsperger

Die Ausstellung im Museum Torfbahnhof Rottau soll erweitert werden. Mit der Übergabe des Zuwendungsbescheids über 50.200 Euro ist die Finanzierung des Vorhabens einen entscheidenden Schritt vorangekommen. Bei einem kleinen festlichen Empfang des Museumsvereins überbrachten Herbert Strauch, Vorsitzender der LAG Chiemgauer Seenplatte, und LAG-Manager Christian Fechter den Zuwendungsbescheid. Damit kann die Umsetzung des Projekts nun beginnen.

Nach Auskunft von Vereinsvorsitzendem Stephan Bieber belaufen sich die Gesamtkosten nach ausführlicher Kalkulation auf knapp 120.000 Euro. Für das Vorhaben wurden 50.200 Euro Fördermittel aus dem europäischen Programm LEADER bewilligt. Die Gemeinden Übersee und Bernau unterstützen das Projekt mit jeweils 7.500 Euro. Für den darüberhinausgehenden Finanzierungsbedarf setzt der Verein auf Eigenmittel, Spenden und umfangreiche Eigenleistungen. Beim Empfang war auch Martin Grambow, Präsident des Rotary Club Chiemsee, anwesend; dieser Club leistete eine der wichtigen Spenden zur Finanzierung des Vorhabens.

Voraussetzung für die Ausstellungserweiterung ist die Instandsetzung der Verladehalle. Brigitte Stark, ehemals Schriftführerin des Museumsvereins, koordinierte und begleitete das Projekt. Sie informierte, dass die Verladehalle ein historisches Bauteil der Gesamtanlage ist und für den Torfbahnhof einst wie heute von großer Bedeutung ist. Die Verladehalle ist stark einsturzgefährdet und muss instandgesetzt werden. Dabei soll die ursprüngliche Bauform erhalten beziehungsweise wiederhergestellt und früher vorhandene Bereiche ergänzt werden.

Mit dem Projekt kann die Ausstellungsfläche des Museums erweitert und die damalige Arbeit im Torfbahnhof anschaulicher dargestellt werden. Durch die erweiterte Ausstellungsfläche wird es möglich, den dreiachsigen Traktor, ein sehr seltenes und imposantes Gerät, auszustellen. Zudem können der Gleisbauzug wettergeschützt untergebracht und die Prozesse des Verladens des Torfs mit Gleisdrehscheibe, Zug, Waage und Torfverladeeinrichtung präsentiert werden.

Zur Instandsetzung und Erweiterung der Verladehalle gehören unter anderem die Erneuerung des Daches und der Holzkonstruktion, die Erweiterung des Gebäudes auf den ursprünglichen Bestand sowie die Neuverschalung der Außenwände und Arbeiten an der Elektroinstallation. Auch die Ausstattung für die künftige Ausstellung ist Teil des Vorhabens. Einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung leisten die ehrenamtlich aktiven Vereinsmitglieder. Sie übernehmen unter anderem die Neuverschalung der Außenwände, die Elektroinstallation für Beleuchtung und Stromversorgung, den Gleisanschluss und das Herrichten der Drehscheibe.

„Mit der Erweiterung der Ausstellung kann die Geschichte des Torfbahnhofs noch anschaulicher vermittelt werden. Wir schätzen die Arbeit des Museumsvereins sehr, der sich mit großem Engagement für den Erhalt und die Weiterentwicklung dieses besonderen Ortes einsetzt“, betonte Herbert Strauch, Vorsitzender der LAG Chiemgauer Seenplatte. Er verwies zudem auf die wertvollen Informationen über das Moor und seine Bedeutung für den Klimaschutz als CO2-Speicher. Des Weiteren sei der Torfbahnhof auch für den Tourismus interessant. „Das Projekt passt damit sehr gut zu den Zielsetzungen der LAG Chiemgauer Seenplatte“, erklärte er.

Auch als Bürgermeister von Übersee begrüßt Strauch das Vorhaben. Der Torfbahnhof liegt mit Teilen seines Ensembles sowohl auf Überseer als auch auf Bernauer Gemeindegebiet. Die Gemeinde Übersee hatte bereits 2022 ihre Unterstützung für das Projekt zugesagt. Auch die Gemeinde Bernau unterstützt das Vorhaben. Bürgermeisterin Irene Biebl-Daiber betont die Bedeutung des Torfbahnhofs als Informations- und Bildungsquelle für Einheimische, Kinder und Schüler sowie als interessantes Ziel für den Tourismus. Mit jeweils 7.500 Euro beteiligen sich die Gemeinden Übersee und Bernau an der Finanzierung des Projekts.

Wie Vereinsvorsitzender Stephan Bieber informierte, kann die Auftragsvergabe nun erfolgen. Die notwendigen Vorarbeiten laufen bereits. Ziel ist es, im zweiten Quartal 2027 mit der Instandsetzung zu starten und die Ausstellungserweiterung bis zum Ende der Saison 2027 in der dann fertiggestellten Verladehalle präsentieren zu können.

Auch die Loks der Anlage sollen dann wieder durch die Halle fahren können. Für die jährlich rund 4.000 Besucher des Museums wäre dies ein weiterer Höhepunkt.

Bericht: Tamara Eder – Foto: LAG Chiemgauer-Seenplatte e.V.


Redaktion

Toni Hötzelsperger

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