Leitartikel

Pittenharter bei Traktor-WM am Großglockner

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

 Wenn es heißt „Der Berg ruft“, dann macht sich bei den Pittenharter Oldtimerfreunden eine gewisse Nervosität breit. Bereits Anfang Februar müssen sich die Teilnehmer für einen Startplatz der Oldtimer Traktor WM auf dem Sever des Tourismusverbandes Bruck Fusch – Großglockner digital anmelden und da heißt es schnell sein, denn bereits einige Minuten nach dem der Server geöffnet wird sind die 450 Startplätze, die zur Verfügung stehen ausgebucht. Die Bestätigungsmail mit der Zusage „Glückwunsch – Sie haben einen Startplatz ergattert“ wird mit Bangen erwartet.

Dieses Jahr haben den begehrten Startplatz 9 Oldtimerfreunde aus Pittenhart und 3 Bulldogfreunde aus Engelsberg ergattert. Zusammen mit den Engelsbergern haben sie die Pittenharter am vergangenen Wochenende auf den Weg nach Österreich gemacht. Logistisch eine Herausforderung, galt es 12 Bulldogs nach Bruck, Fusch, oder Ferleiten am Großglockner zu transportieren.

In der Zeit vom 17. bis 20. September stand in Bruck Fusch alles ganz im Zeichen der diesjährigen, 24. Oldtimer Traktor WM. Hunderte liebevoll gepflegte Oldtimer Traktoren kommen zusammen um sich auf den Weg über die wohl schönste Alpenstraße der Welt – die Großglockner Hochalpenstraße – machen. Da die Oldtimer-Traktoren am Veranstaltungswochenende eine höhere Umweltbelastung verursachen, sind alle Teilnehmer verpflichtet, vor Ort mindestens 20 Liter des GTL-Fuel, ein synthetischer Diesel, zu tanken. Ist der Freitag, Tag der Anmeldung in Ferleiten noch sehr entspannt, heißt es am Samstag sich früh auf den Weg zu machen um für die Wertungsfahrt einen guten Startplatz vor der Mautstelle zu sichern. Schließlich geht es um Ego und Ehre eine möglichst gute Zeit bei der Weltmeisterschaft zu erzielen. Bei frischen Temperaturen und aufgehender Sonne reihten sich schon weit vor Startbeginn die Bulldogs mit laufenden Motoren vor der Mautstelle auf.

Die Oldtimer Traktor WM ist eine Gleichmäßigkeitsfahrt, Teilnehmer, die für den Streckenteil 1 aliquot zu Streckenteil 2 am gleichmäßigsten gefahren sind, können sich über den Sieg in der jeweiligen Klassenwertung, Gruppen, oder Gesamtwertung freuen.

Mit am Start und bereits zum dritten Mal dabei, der zweite Vorstand des Pittenharter Oldtimervereins Hans Gruber mit dem 18 PS starken Primus P18 aus dem Jahr 1951. Zum vierten Mal dabei Niklas Eder mit seinem IHC 633, 52 PS und Baujahr 1978, Jost Christof mit dem 36 PS starken Güldner G40S Toledo aus dem Jahr 1964 und sein Vater Joachim mit einem Hanomag Perfekt 400, 32 PS – Baujahr 1964.

Für Maxi Kirr mit einem Case IHC 453, Baujahr 1973 und Michael Künzner-Hingerl mit einem Eicher Tiger, 25 PS, Baujahr 1961. Primäre war es für Franz Reiter und seinem Eicher 16 II – 19 PS, Baujahr 1953, Georg Hainz mit einem Schlüter Super 1250VL- 125 PS, Baujahr 1976, Marinus Mittermaier mit einem Eicher ED 16, Baujahr 1952, Hans Dunstmair mit einem Güldner Burgund, 25 PS und Baujahr 1963, sowie für Bernhard Gründl mit seinem 12 PS starken Allgaier A111 aus dem Baujahr 1952 und Georg Reichl mit einem Deutz F1L 514, 15 PS und Baujahr 1956. Gründl und Reichl haben sich dem Pittenharter Verein angeschlossen.

Laut Teilnahmebedingungen darf zu keinem Zeitpunkt die Geschwindigkeit mehr als 30 km/h betragen, was bei Missachtung die Disqualifizierung bedeutet. Für die Zeit der Bergfahrt ist die komplette Großglocknerstraße für andere Fahrzeuge gesperrt, im fünfzehn-Sekunden-Takt ging es für Fahrzeuge auf die knapp 13 Kilometer lange und teils 12 Prozent steile Bergstrecke in Serpentinen hinauf zum Fuscher Törl aus 2.428 m Seehöhe und anschließend auf den Parkplatz Fuschertörl. Besonders für die Neuen blieb es bis zur letzten Kehre aufregend und spannend, denn sie hatten nicht nur die Zeit und Geschwindigkeit im Auge, auch der Gedanke, ob der Bulldog die Strecke schafft war ein steter Begleiter. Der Wettergott hatte es wirklich gut mit den Weltmeisterschaftsteilnehmern gemeint, bei angenehmen Temperaturen und strahlend blauen Himmel wurde der Aufenthalt auf der Terrasse des Restaurants „Fuschertörl“ ein wahrer Genuss.

Nach einem Erinnerungsfoto ging es dann auch für die Pittenharter Oldtimerfreunde wieder Talwärts und die Fahrt hat ihre Tücken, war doch inzwischen die Hochalpenstraße wieder für den kompletten Verkehr freigegeben. Mit Rad- und Motorradfahrern und vielen Autos ging es, die überwältigende Bergpanorama bestaunend, vorsichtig den Berg runter.

Am Abend stand der große WM-Ball im Festzelt in Bruck auf dem Programm. Gespannt warteten alle Festbesucher auf die Verkündigung des Siegers und damit auf den Weltmeister der 24. Oldtimer Traktor WM 2026.

Ganz hat es für die Freunde alter Fahrzeuge auch dieses Jahr wieder nicht gereicht. Weltmeisterin 2026 ist die Deutsche Irene Ackermann mit einer Zeitdifferenz von 00.43 Sekunden. In der Gesamtwertung liegt Bernhard Gründl mit 05.44 Sekunden auf Platz 42, Franz Reiter, Champion des Vereins, mit 11.16 Sekunden auf Platz 104, gefolgt von Christoph Jost (15.23 Sek.), Niklas Eder (18.73 Sek.), Hans Dunstmair (19.91 Sek.), Michael Künzner-Hingerl (26.77 Sek.), Maxi Kirr (27.65 Sek.), Hans Gruber (28.54 Sek.). Etwas über eine Minute lagen Joachim Jost, Georg Reichl und Marinus Mittermaier. Ein hervorragendes Ergebnis haben die Pittenharter mit Platz 10 und 15 von 36 in der Gruppenwertung erzielt.

„Ein Sieg wäre schön, aber dabei sein ist alles“ und wie es so schön heißt nach der WM ist vor der WM, unter den begeisterten „Freunden alter Fahrzeuge aller Art“ werden schon wieder Pläne für das kommende Jahr geschmiedet. Neben der erlebnisreichen WM-Fahrt waren die Tage in der traumhaften Bergkulisse der Glocknergruppe für die zwölf Fahrer und ihre Begleiter ein großartiges Erlebnis und für alle war es wichtig, dass sie und ihre Bulldogs wieder gut nach Hause gekommen sind.

Hinweis: am Samstag, 3. Oktober fahren die Pittenharter Bulldogfreunde zum Bulldogtreffen in Prien-Atzing (Bernhackerhof in Arbing ab 9 Uhr)

Bericht und Bilder: Emmy Künzner-Hingerl – ein traumhafter Herbst am Freitagnachmittag bei der Ankunft an der Sammelstelle in Ferleiten

-Glücklich, zufrieden und stolz das Ziel auf 2430 m  erreicht zu haben sind die 12 Pittenharter Oldtimerfreunde mit ihren Begleitern

-„So sehen Sieger aus „ 2.VS des Oldtimervereins Hans Gruber (li) mit dem Champion des Vereins Franz Reiter, der mit seinem 75 Jahre alten 16er Eicher die beste Zeit gefahren ist

 

 

 


Redaktion

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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