Naturbeobachtungen am Chiemsee –
Bei meinem aktuellen Ausflug an den Chiemsee hatte ich die kürzer werdenden Tage nicht berücksichtigt und erreichte deshalb die Hirschauer Bucht schon vor Sonnenaufgang. Die Blaue Stunde machte ihrem Namen Ehre und Blau in allen Variationen spiegelte sich im See, ehe das Morgenrot der aufgehenden Sonnen am Himmel orange leuchtete. Noch schläfrig wirkten die Kiebitze, die wohl im flachen Wasser übernachtet hatten und starteten kurz darauf zum morgendlichen Rundflug. Im Licht der aufgehenden Sonne landete ein Seeadler und sorgte für Aufregung unter den zahlreichen Enten in der Bucht, die von einer Rohrweihe vergeblich zur Jagd genutzt wurde. Erfolgreicher war ein Wanderfalke, der einen Grünschenkel erbeutete, mit dem er Richtung Hagenau aus der Bucht abstrich, um seine Beute zu kröpfen. Bekassinen landeten auf den Schlickbänken. Ein Eisvogel, die von den Turmbesuchern am häufigsten nachgefragte Art, landete direkt über den Futter suchenden Schnepfen. Ein zweiter anfliegender Artgenosse sorgte kurz für Streit um den besten Platz auf der Sitzwarte. Schon kurz nach einvernehmlicher Platzverteilung wurde ein Frosch erbeutet, während eine Segelregatta vor Seebruck durch mittlerweile flirrende Luft unscharf für Farbtupfer auf dem See sorgte. Ein rufender Schwarzspecht flog über einen Grünschenkel, der ebenfalls einen Frosch erbeutete. Noch viele Minuten rasteten die Eisvögel entspannt auf ihren Sitzwarten und begeisterten die nun zahlriechen Besucher auf dem Turm. Erneut sorgte ein Seeadler für Tumult und ließ sich dann zu einem ausgiebigen Sonnenbad neben seiner Partnerin auf einer Sandbank nieder.
Text und Fotos: Andreas Hartl

























