Neues Verwaltungsgebäude in Marktredwitz verbindet nachhaltigen Holzbau, digitale Verwaltung und starke Regionen
Mit einem viergeschossigen Verwaltungsgebäude in moderner Holzbauweise setzt der Freistaat in Marktredwitz ein sichtbares Zeichen für nachhaltiges Bauen, regionale Wertschöpfung und leistungsfähige Behörden in den ländlichen Räumen. Das neue Gebäude bietet Platz für die Staatliche Führungsakademie für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten sowie das IT-Dienstleistungszentrum des Landesamts für Digitalisierung, Breitband und Vermessung. Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber hat das Gebäude am Samstag offiziell eingeweiht. „Dieses Haus steht für vieles, was Bayern ausmacht: Wir bauen mit einem heimischen, nachwachsenden Rohstoff, stärken unsere Regionen und schaffen moderne Arbeitsplätze dort, wo die Menschen leben. Wer mit Holz aus Bayern baut, schützt das Klima, unterstützt unsere Waldbesitzer und investiert gleichzeitig in die Zukunft unserer Heimat“, sagte Kaniber.
Mit Investitionen von rund 13,7 Millionen Euro entstanden auf rund 1.700 Quadratmetern Nutzfläche insgesamt 85 moderne Arbeitsplätze. Das neue Verwaltungsgebäude ist Teil der bayerischen Heimatstrategie. Seit Beginn der Behördenverlagerung im Jahr 2015 wurden mehr als 2.500 Arbeitsplätze und rund 930 Studienplätze in alle Regionen Bayerns verlagert. Auch Marktredwitz profitiert davon: Künftig arbeitet rund 20 Prozent der Beschäftigten der Führungsakademie am neuen Standort. Zugleich ist mit dem IT-Dienstleistungszentrum des Freistaats Bayern in Marktredwitz ein wichtiger Partner für die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung vertreten. Die Außenstelle wurde 2016 als „Servicezentrum eGovernment BayernServer“ gegründet. Derzeit arbeiten hier 25 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die größtenteils aus der Region stammen.
Finanz- und Heimatminister Albert Füracker freut sich anlässlich der Eröffnung: „Der neue Standort in Marktredwitz bietet ein modernes und zukunftsfähiges Arbeitsumfeld für das ‚Servicezentrum eGovernment BayernServer‘. Unser Servicezentrum unterstützt staatliche und kommunale Behörden bei der Entwicklung digitaler Verfahren, damit Verwaltungsleistungen einfacher online angeboten und Anträge zügiger bearbeitet werden können. Davon profitieren sowohl Bürgerinnen und Bürger als auch Unternehmen. Unser Ziel ist eine Verwaltung, die einfach, schnell und verlässlich funktioniert. Digitale Angebote sollen den Kontakt mit Behörden erleichtern und Verfahren spürbar vereinfachen.“
Der Neubau des Verwaltungsgebäudes in Marktredwitz wurde überwiegend in moderner Massivholzbauweise errichtet und erfüllt den Passivhausstandard. Dank einer hochwärmegedämmten Gebäudehülle und einer Lüftungsanlage mit effizienter Wärmerückgewinnung benötigt das Gebäude nur sehr wenig Heizenergie. Das Gesamtkonzept verbindet den nachwachsenden Baustoff Holz mit einer Photovoltaikanlage, dem Anschluss an das Nahwärmenetz sowie einem nachhaltigen Regenwassermanagement. Dach- und Fassadenbegrünung verbessern das Kleinklima, schaffen Lebensräume für Insekten und tragen dazu bei, Regenwasser vor Ort zurückzuhalten.
Gleichzeitig erhält mit dem Neubau auf dem ehemaligen Benker-Areal eine frühere Industriefläche eine zukunftsweisende neue Nutzung. „Ganz in Einklang mit unserer Holzbauinitiative geht der Freistaat als Vorbild voran und baut mit Holz. Hier in Marktredwitz zeigen wir: Wir setzen auf heimisches Holz, sparen Energie, erzeugen eigenen Sonnenstrom und schaffen gleichzeitig einen modernen Arbeitsplatz für unsere Beschäftigten. So geht verantwortungsvolles Bauen für kommende Generationen“, sagte Kaniber. Zugleich hob sie die Bedeutung des Rohstoffs Holz hervor: „Unsere Wälder liefern einen klimafreundlichen Baustoff, der direkt vor unserer eigenen Haustür wächst. Wer sich für Holz aus Bayern entscheidet, stärkt zugleich unsere Waldbewirtschaftung und die gesamte regionale Wertschöpfungskette – vom Waldbesitzer über das Sägewerk bis zum Holzbaubetrieb.“ Holz bindet dabei langfristig Kohlenstoff: Jeder Kubikmeter Bauholz, der verbaut wird, speichert dauerhaft rund eine Tonne Kohlendioxid im Gebäude.
Neben dem nachhaltigen Bau steht das neue Verwaltungsgebäude auch für eine moderne und bürgernahe Verwaltung. Die Führungsakademie betreut von Marktredwitz aus zentrale Förderprogramme des Landwirtschaftsministeriums. Dazu gehören unter anderem das EU-Schulprogramm mit Obst, Gemüse und Milch für Kinder, das Programm „Erlebnis Bauernhof“ sowie verschiedene Fördermaßnahmen für die Imkerei. „Moderne Verwaltung muss schnell, digital und nah an den Menschen sein. Genau das wird hier tagtäglich gelebt. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sorgen dafür, dass Förderprogramme zuverlässig bei den Menschen ankommen und digitale Angebote den Alltag einfacher machen“, sagte Kaniber.
Zum Abschluss betonte die Ministerin die Bedeutung des neuen Standorts für Oberfranken und ganz Bayern: „Hier wird sichtbar, wie wir Bayern fit für die Zukunft machen: mit heimischem Holz, moderner Technik, kurzen Wegen und starken Behörden vor Ort. So verbinden wir Klimaschutz, Digitalisierung und gleichwertige Lebensverhältnisse in allen Regionen unseres Landes.“
Bericht: Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus
Foto: Florian Wunderlich/StMELF



