Brauchtum

Chiemgau: Auftakt zum „Gaufest dahoam“

Veröffentlicht von Toni Hötzelsperger

Schon lange vor dem offiziellen Beginn war spürbar: Ganz Marquartstein freut sich auf sein Gaufest und besser hätte der Auftakt zur Festwoche kaum gelingen können: Von allen Seiten strömten die Trachtlerinnen und Trachtler sowie zahlreiche Besucher zum Festzelt, das sich innerhalb kürzester Zeit bis auf den letzten Platz füllte. Vereine, Betriebe und Gäste aus nah und fern feierten gemeinsam den Beginn des Gaufestes des GTEV Marquartstein-Piesenhausen – und sorgten von der ersten Minute an für beste Stimmung.

Den musikalischen Auftakt gestaltete die Musikkapelle Marquartstein, bevor Bürgermeister Andi Scheck den traditionellen Bieranstich übernahm. Mit sicheren Hammerschlägen brachte er das erste Fass zum Laufen und konnte unter großem Jubel der Besucher das „O’zapft is!“ verkünden.

Gleich im Anschluss folgte ein ganz besonderer Höhepunkt: Erstmals wurde der eigens für das Jubiläumsfest geschaffene Marquartsteiner Jubiläumsmarsch aufgeführt. Eine Aktive des Vereins hatte die Idee, dass jeder beteiligte Verein durch ein kunstvoll geschmücktes Ortsschild vertreten wird, das während des Tanzes von einem Trachtler getragen wird. Kinder, Jugend und Aktive standen dabei gemeinsam auf der Bühne und machten eindrucksvoll sichtbar, was den Trachtenverein auszeichnet: gelebte Gemeinschaft über alle Generationen hinweg. Auch beim Marquartsteiner Plattler zeigten alle Altersgruppen gemeinsam ihr Können und wurden dafür mit lang anhaltendem Applaus belohnt. Die Musikkapelle Marquartstein unter der Leitung ihres Dirigenten Konrad Müller begleitete sämtliche Tänze mit viel Feingefühl und sorgte auch in den Pausen unermüdlich für beste musikalische Unterhaltung.

Ein weiterer Höhepunkt war der eindrucksvolle Sterntanz der Aktiven, der präzise und mit großer Leichtigkeit dargeboten wurde. Für staunende Gesichter sorgten anschließend die Goaßlschnalzer: Hoch oben auf den Tischen verteilt ließen sie ihre Goaßln mit beeindruckender Präzision über den Köpfen der Festgäste knallen – ein mitreißendes Schauspiel, das begeisterten Applaus auslöste. :Die Stimmung im Festzelt war den ganzen Abend über ausgelassen und herzlich. Bei guter Bewirtung mit Speis und Trank genossen die Besucher das gesellige Beisammensein. Viele nutzten die Gelegenheit, alte Bekannte wiederzutreffen, Neuigkeiten auszutauschen und gemeinsam zu lachen – ganz im Sinne des Mottos „Gaufest dahoam“.

Ausblick auf die nächsten Tage

Am Samstag, 25. Juli, um 20 Uhr erinnern der Chiemgau-Alpenverband und der Festverein des GTEV Marquartstein-Piesenhausen an die Gründung des Gauverbandes vor genau 100 Jahren im Juli 1926 im damaligen Hofwirth zur Post in Marquartstein. Mit Darbietungen der Gaugruppe, der Gaujugendgruppe sowie Mitwirkenden des Festvereins und der musikalischen Begleitung durch die Musikkapelle Marquartstein wird dieses besondere Jubiläum gefeiert. Im Anschluss sorgt die ReDur Musi in der Bar für einen zünftigen Festausklang.

Höhepunkt am Gaufest-Sonntag

Den Höhepunkt der Festwoche bildet der Gaufest-Sonntag am 26. Juli. Rund 4.000 Trachtlerinnen und Trachtler aus den Vereinen des Chiemgau-Alpenverbandes sowie zahlreiche Gastvereine werden in Marquartstein erwartet.

Ab 8 Uhr werden die ankommenden Vereine am Festzelt musikalisch empfangen. Nach einer kurzen Stärkung formiert sich um 9.30 Uhr der Kirchenzug, der über die Pettendorfer Straße zum Musikpavillon neben der Pfarrkirche führt. Auf der schattigen Auerbräu-Wiese wird anschließend der feierliche Festgottesdienst gefeiert, bevor die Vereine gemeinsam ins Festzelt zurückkehren.

Um 14 Uhr fällt mit dem Böllerschuss der Startschuss für den großen Festzug. Über die Staudacher Straße (B305) zieht der farbenprächtige Zug bis nach Wuhrbichl und anschließend zurück zum Festzelt. Neben den Trachtenvereinen und den Marquartsteiner Ortsvereinen werden zahlreiche Fest- und Motivwagen sowie ein prächtiges Brauereigespann erwartet.

Nach dem Festzug klingt das Gaufest bei Blasmusik, Bier und einer zünftigen Brotzeit gemütlich aus. Mit Spannung wird dabei die Bekanntgabe der Meistpreis-Wertung und die Verleihung der Ehrengaben erwartet. Ein Cafébereich sowie die Bar mit Außenbereich laden zum Verweilen ein. Für den musikalischen Ausklang sorgen die Brandseck Musi und die Viaschupf Musi.  wun

Text und Fotos:  Sybilla Wunderlich

-Bürgermeister Andi Scheck beim Bieranstich

-Der Jubiläumstanz mit den Ortsschildern

-Plattler mit Hebefigur

– Der Sterntanz

– Die Goaßlschnalzer auf den Tischen

 


Redaktion

Toni Hötzelsperger

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