Die Festwoche in Nußdorf geht in die Schlussrunde – und das Festzelt war auch am Freitagabend wieder bestens gefüllt. Nach Bieranstich, Gauheimatabend, Festsonntag, Kesselfleischessen, Seniorentag, Kindernachmittag, Volksmusikabend und Goaßlschnalzertreffen stand nun ein Musikabend mit der Blaskapelle ProMill und der Blaskapelle Brassaranka auf dem Programm.

Nußdorf feiert weiter – und das mit ungebrochener Begeisterung. Eine Woche nach dem feierlichen Bieranstich zum Gaufest des Bayerischen Inngau-Trachtenverbandes und zum 130-jährigen Gründungsjubiläum des GTEV Alpenrose Nußdorf war das Festzelt am Freitagabend erneut sehr gut besucht. Nach zahlreichen Höhepunkten in den vergangenen Tagen stand der Abend ganz im Zeichen der Blasmusik: Die Blaskapelle ProMill und die Blaskapelle Brassaranka sorgten für Musik, Stimmung und beste Festzeltatmosphäre.

Die Festwoche hatte bereits viel geboten: den Auftakt mit Bieranstich, den Gauheimatabend, den großen Festsonntag mit Festgottesdienst und Festzug, das Kesselfleischessen am Montag, den Seniorentag am Dienstag, den Kindernachmittag mit Volksmusikabend am Mittwoch sowie das Goaßlschnalzertreffen mit Spanferkelessen am Donnerstag. Der Freitagabend zeigte nun erneut, wie tragfähig dieses Festprogramm ist. Auch nach mehreren intensiven Festtagen war die Resonanz groß, die Stimmung lebendig und das Festzelt voller Menschen, die gemeinsam feiern wollten.

Den musikalischen Auftakt prägte die Blaskapelle ProMill. Die Formation blickt in diesem Jahr auf zehn Jahre gemeinsamer Musikgeschichte zurück. Aus einer anfänglich bunt zusammengefundenen Gruppe junger, spielfreudiger Musikanten ist über die Jahre eine gewachsene musikalische Einheit entstanden. Viele Proben, zahlreiche Auftritte, Musikantenausflüge, das AlpenBrass Festival und vor allem die gemeinsame Leidenschaft für die böhmisch-mährische Blasmusik haben die Kapelle geprägt. Diese Verbundenheit war auf der Bühne hörbar: kraftvoll im Klang, sauber im Zusammenspiel und getragen von jener Freude, die sich im Festzelt schnell auf das Publikum überträgt.

Mit der Blaskapelle Brassaranka kam anschließend ein 15-köpfiges Ensemble nach Nußdorf, das längst zu den besonderen Erscheinungen der Blasmusikszene zählt. Entstanden ist Brassaranka im Jahr 2014 aus einer spontanen Idee bei der Jugendbrassband Oberösterreich. Heute vereint die Gruppe Musiker aus Oberösterreich, Niederösterreich und Salzburg. Ihr Repertoire reicht von Polka und Marsch über moderne Charthits bis hin zu überraschenden Bearbeitungen und ausgefallenen musikalischen Einfällen. Genau diese Mischung machte den Auftritt in Nußdorf besonders: traditionell verwurzelt, aber offen, frisch und mitreißend.

Im Festzelt zeigte sich dabei erneut die ganze Bandbreite des Gaufestes. Auf der Bühne standen Musikanten mit sichtbarer Spielfreude, an den Tischen saßen Trachtlerinnen und Trachtler, Familien, Vereinsmitglieder und Besucher aus der Region. Die Bedienungen waren mit Maßkrügen und Brotzeiten im Dauereinsatz, während die Stimmung im Laufe des Abends immer weiter zunahm. Zwischen weiß-blauer Festzeltdekoration, Vereinszeichen, Musik, Gesprächen und Tanz entstand jene Atmosphäre, die ein großes Trachtenfest ausmacht: bodenständig, lebendig und gemeinschaftlich.

Besonders eindrucksvoll war, dass dieser Musikabend nicht isoliert wirkte, sondern als weiterer Baustein einer Festwoche, die von vielen Menschen getragen wird. Der GTEV Alpenrose Nußdorf hat mit seinem Jubiläumsfest nicht nur ein Programm auf die Beine gestellt, sondern über Tage hinweg gezeigt, wie stark Ehrenamt, Brauchtum, Musik und Dorfgemeinschaft ineinandergreifen können. Dass das Festzelt auch am Freitagabend wieder voll war, spricht für die große Verbundenheit der Menschen mit diesem Fest.
Am heutigen Samstagabend geht es im Festzelt mit dem Bier- und Weinfest weiter, bei dem verschiedene Musikgruppen für Unterhaltung sorgen. Am Sonntag findet das Gaufest mit dem Gaudirndldrahn seinen Abschluss. Umrahmt wird dieser Tag von einem liebevoll gestalteten Trachten- und Handwerkermarkt, der von 9 bis 17 Uhr zum Verweilen, Schauen und Begegnen einlädt.
So wurde der Freitagabend mit ProMill und Brassaranka zu einem weiteren gelungenen Kapitel dieser Nußdorfer Festtage – musikalisch stark, stimmungsvoll und getragen von einem Festzelt, das bis in die Schlussphase der Festwoche hinein voller Leben ist.
Text & Fotos: Rainer Nitzsche


