Gastronomie

Direktvermarktertreffen in Schleching

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Mehr als Milch und Fleisch: Bauern werden wieder Gesichter in der Region  –  Beim Netzwerktreffen der Direktvermarkter wurde deutlich, wie eine neue Generation Landwirtschaft denkt und lebt.

Schleching – Woher kommt das Fleisch auf meinem Teller? Wie wurde das Kalb gehalten? Wächst das Gemüse wirklich vor meiner Haustür? Fragen wie diese beschäftigen immer mehr Verbraucher. Gleichzeitig wünschen sich viele Landwirte, dass ihre Arbeit nicht nur über Schlagzeilen, sondern über persönliche Begegnungen wahrgenommen wird. Genau hier setzt die Direktvermarktung an. Sie bringt Bauern und Verbraucher wieder ins Gespräch – ohne Zwischenhändler, ohne anonyme Lieferketten. Im Achental wollen Landwirte diesen Weg künftig gemeinsam stärken. Deshalb hatte das Ökomodell Achental zu einem Netzwerktreffen der Direktvermarkter eingeladen.

Zehn Landwirte und Interessierte trafen sich auf dem Hof von Moni Loferer in Schleching-Ettenhausen. Für Angelika Maier, Geschäftsführerin des Ökomodells Achental, steht dabei vor allem eines im Mittelpunkt: den Austausch fördern und ein Netzwerk schaffen, in dem Erfahrungen, Ideen und Konzepte geteilt werden können. Wie erfolgreich Direktvermarktung funktionieren kann, zeigte Gastgeberin Moni Loferer. In ihrer neuen Hofküche verarbeitet sie Produkte vom eigenen Bio-Milchviehbetrieb und vermarktet Rindfleisch direkt an ihre Kunden. „Das ist mein Arbeitsplatz, wo ich unsere Produkte unter besten Bedingungen herstellen kann“, erklärte sie den Gästen.

Ihre Jungrinder verbringen Frühjahr und Sommer auf Weiden und der eigenen Alm. Vermarktet wird möglichst das gesamte Tier – ein Ansatz, der Nachhaltigkeit und Wertschätzung verbindet. Daneben entstehen in der Hofküche Marmeladen, fermentiertes Gemüse und saisonal auch Sauerteig-Bauernbrot. Doch die Direktvermarktung endet nicht beim Verkauf. Loferer organisiert Back- und Kochkurse, bietet Kreativworkshops an und öffnet ihren Hof als Treffpunkt für die Dorfgemeinschaft. So wird Landwirtschaft erlebbar und schafft Vertrauen.

Die Teilnehmer aus Ruhpolding, Grassau, Übersee, Bernau und Prien zeigten sich beeindruckt. Schnell wurde deutlich: Die neue Generation von Landwirten versteht sich nicht nur als Produzenten von Lebensmitteln. Sie möchte erklären, Einblicke geben und den Dialog mit den Verbrauchern suchen. Davon profitieren beide Seiten. Die Bauern erhalten Wertschätzung für ihre Arbeit, die Kunden hochwertige Lebensmittel mit nachvollziehbarer Herkunft. Das Netzwerktreffen machte deutlich: Regionale Landwirtschaft ist weit mehr als die Erzeugung von Milch, Fleisch oder Gemüse. Sie schafft Nähe, Vertrauen und Identität für eine ganze Region.  wun

Text und Fotos: Sybilla Wunderlich

Bild 2903 Einige der Interessenten auf dem Hof von Moni Loferer

Bild 2907 Moni Loferer (3. Von rechts am Tisch) bewirtete ihre Gäste

 

 

 


Redaktion

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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