Wirtschaft

Innungs-Versammlung der Elektriker

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Die Elektro-Innung blickt auf ein erfolgreiches Vereinsjahr zurück und setzt zugleich den Fokus auf die aktuellen Herausforderungen im Handwerk. Im Rahmen der jüngsten Innungsversammlung begrüßte Obermeister Lorenz Zunhammer die anwesenden Mitglieder und Gäste. Dabei dankte er insbesondere seinen Vorstandskollegen für die engagierte und vertrauensvolle Zusammenarbeit.

Zu Beginn der Versammlung gedachte die Innung des kürzlich verstorbenen Sebastian Aicher. Der gelernte Radio- und Fernsehtechniker sowie langjährige Fachgruppenleiter war der Innung über viele Jahre eng verbunden und brachte seine große fachliche Kompetenz in vielfältiger Weise ein. Die Innungsmitglieder waren zahlreich bei der Beerdigung vertreten; die Versammlung ehrte den Verstorbenen mit einer Schweigeminute.

In seinem Bericht informierte Obermeister Zunhammer über weiterhin stabile Mitgliederzahlen. Austritte und Neuzugänge hielten sich derzeit die Waage. Als neue Mitgliedsbetriebe begrüßte die Innung das Sachverständigenbüro SVB Bräu aus Babensham sowie die Firma Photovoltaik Bichler & Rein eGbR aus Rosenheim. Während die wirtschaftliche Lage im Wohnungsbau und im bundesweiten Handwerk weiterhin angespannt sei, zeige sich Bayern vergleichsweise robust. Der Fachkräftebedarf bleibe hoch, insbesondere im Bereich der Photovoltaik sei die Nachfrage weiterhin stark. Das Elektrohandwerk nehme damit eine zentrale Rolle bei der Umsetzung der Energiewende ein. Gleichzeitig verwies Zunhammer auf politische Unsicherheiten sowie steigende Insolvenzzahlen, wobei die Industrie derzeit etwa doppelt so viele Insolvenzen wie das Handwerk verzeichne.

Auch die tariflichen Entwicklungen im Elektrohandwerk waren Thema der Versammlung. So werde der Branchenmindestlohn zum 1. Januar 2026 angehoben. Zudem steigen infolge des Tarifabschlusses zum 1. April 2026 die Entgelte im Elektrohandwerk. Positiv entwickelte sich darüber hinaus die Ausbildungssituation: Bei den neu abgeschlossenen Lehrverträgen belegt die Elektroausbildung aktuell den vierten Platz betonte der Obermeister. Rückblickend hob der Obermeister mehrere erfolgreiche Veranstaltungen hervor. Dazu zählten die Freisprechungsfeier mit der Ehrung der Prüfungsbesten und langjähriger Prüfungsausschussmitglieder sowie die Verleihung des Goldenen Meisterbriefs an Richard Krogler. Ebenfalls sehr erfolgreich verliefen die Meisterfeier im Sparkassenhochhaus mit reger Beteiligung aus dem Elektrohandwerk sowie die Ausbildungsmesse in der Gaborhalle mit rund 1.100 Besuchern.

Großes Interesse fand der Fachvortrag von Stephan Rixinger zum Thema „Künstliche Intelligenz im Handwerk“. Anhand praxisnaher Beispiele zeigte er Einsatzmöglichkeiten von KI zur Prozessunterstützung in Handwerksbetrieben auf und betonte die Bedeutung kompatibler Systeme. Im weiteren Verlauf erläuterte die Geschäftsführung die Jahresrechnung 2025. Trotz ursprünglich geplanter Unterdeckung konnte das Geschäftsjahr mit einem Überschuss abgeschlossen werden. Sowohl die Jahresrechnung als auch der Haushaltsplan 2026 wurden von der Versammlung einstimmig beschlossen. Ebenso erfolgte die einstimmige Entlastung von Vorstandschaft und Geschäftsführung.

Lehrlingswart Andreas Hagemeister berichtete über die Sommerprüfung und äußerte Kritik an der steigenden Zahl von Ausbildungsverkürzungen. Diese dürften nicht zulasten der Ausbildungsqualität gehen. Die hohe Zahl an Verkürzern habe sich negativ auf die Prüfungsergebnisse ausgewirkt. Derzeit werde neues Prüfungsmaterial beschafft, das ab der Winterprüfung 2027 eingesetzt werden solle, um die Praxisnähe der Prüfungen weiter zu verbessern. Positiv bewertete Hagemeister die Gesellenvorbereitungskurse, die für die Auszubildenden eine wichtige Unterstützung darstellten.

Fachgruppenleiter und stellvertretender Obermeister Albert Oberfuchshuber informierte über aktuelle Themen aus dem Landesverband. Zudem verwies er auf Fortbildungsangebote zu „Asbest im Bestand“, zur Eintragung in das Installateursverzeichnis sowie auf ein BG-Seminar im Oktober. Für den 6. Oktober 2026 kündigte er einen Fachvortrag von Herrn Aulenbach zu aktuellen Normen und Änderungen an. Abschließend stellte Andreas Hagemeister die neue VR-Brille der Innung vor. Diese kann künftig von Innungsbetrieben beispielsweise bei Messen, für Praktikanten oder bei firmeninternen Veranstaltungen ausgeliehen werden.

Ein besonderer Höhepunkt der Versammlung war die Ehrung von Michael Weber, der den Goldenen Meisterbrief für 35 Jahre Meistertitel und 35 Jahre Selbstständigkeit erhielt. Obermeister Zunhammer würdigte insbesondere dessen ehrenamtliches Engagement für die Innung. In seiner Dankesrede blickte Weber auf seine beruflichen Anfänge zurück und erinnerte an die ersten Antennenanlagen, die er gemeinsam mit Ilse Aigner montierte. Besonders stolz zeigte er sich darüber, dass ehemalige Lehrlinge heute selbst im Prüfungsausschuss tätig seien. Der Betrieb beschäftigt aktuell 45 Mitarbeiter sowie zehn Auszubildende. Gemeinsam mit seiner Frau Bettina Weber und den vier Kindern deckt das Unternehmen heute die Bereiche Installation, Gewerbekunden, Projektgeschäft, Solarstrom und Kundendienst ab.

Unter dem Tagesordnungspunkt „Verschiedenes“ wurde angeregt, künftige Sitzungen verstärkt bei Mitgliedsbetrieben oder in Verbindung mit Betriebsbesichtigungen durchzuführen, um die Beteiligung weiter zu erhöhen. Zudem sprach sich die Versammlung für die Organisation eines erneuten Innungsausflugs aus. Als nächster Termin der Installateursversammlung wurde das Klinikum Rosenheim genannt. Abschließend wurde angemerkt, dass Termine im Mai ungünstig seien.

Bericht und Bild: Kreishandwerkerschaft

 


Redaktion

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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